Dazwischen lagen Jahre harter Arbeit, in denen ihr Team Frauen aufgeklärt und ihnen ungewöhnliche Ratschläge gegeben hat. "Wenn dein Mann nicht will, dass du die Pille nimmst, versteck' sie im Kohlesack, da fasst er nicht hin."
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Oder: "Komm morgen früh, wenn dein Mann auf dem Markt ist, wir machen schnell eine Sterilisation." Schnell? Sie macht jetzt eine Geste, als würde sie einen Reißverschluss öffnen. "Zwei Schnitte, auf, zu, zwei Stiche, fertig." Und wenn der Mann fragt, warum keine Kinder mehr kommen, "dann sagen sie, Gott hat es so gewollt".
Dorothy Ngoma hat so ihren eigenen Draht zum lieben Gott; es ist ein inniger, das ist nicht zu überhören, und wenn man sie fragt, was sie von der Sexuallehre der katholischen Kirche hält, holt sie Luft und sagt: "Gott hat uns Menschen doch Verstand gegeben." Nur ein Männerverein wie der Vatikan, findet sie, bringe es fertig, Familienplanung zu verbieten, und das in Afrika.
"Ich sehe, wie diese Frauen unter ungewollten Schwangerschaften leiden, Jahr für Jahr. Und dann sagt man ihnen: Keine Abtreibung, du musst das Baby kriegen, selbst wenn es dich umbringt." Sie wird jetzt ärgerlich, erzählt von den dunklen Ecken auf Malawis Märkten, wo weggemacht wird, was nicht verhütet worden ist. Bis zu 40 Prozent der Todesfälle von Müttern gehen auf solche Abtreibungen zurück.
Einen Tag später wird Dorothy Ngoma in Berlin vor einem Saal stehen, in dem Nicht-Regierungsorganisationen aus aller Welt über nachhaltige Entwicklungshilfe diskutieren. Jahr für Jahr versickerten viele Dollars unkontrolliert im staatlichen Gesundheitssystem von Malawi, sagt Ngoma. "Das meiste kassieren irgendwelche Funktionäre."
Initiativen müssten mehr Transparenz erzwingen, fordert sie, und Nicht-Regierungsorganisation müssten effektiver kooperieren. Arbeiten, härter arbeiten, alles geben. Eigentlich ist das eine ganz einfache Botschaft.
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(SZ vom 11.03.2009/mcs)
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