Sechs Menschen waren lebensgefährlich erkrankt - doch laut einem Prüfbericht haben sich die Pharmafirmen nichts vorzuwerfen.

Drei Wochen nach dem Medikamententest, bei dem sechs Probanden lebensgefährlich erkrankten, haben britische Experten den beteiligten Pharmafirmen fehlerfreie Arbeit attestiert. Bei der Vorbereitung und Durchführung des Tests seien keine Fehler festgestellt worden, erklärte die staatliche britische Agentur für Medikamentenprüfung (MHRA) in einem Bericht.

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Die lebensbedrohlichen Komplikationen bei den Männern, denen der Wirkstoff TGN1412 der Pharmafirma TeGenero aus Würzburg verabreicht worden war, werden in dem Prüfbericht als "unvorhersehbare biologische Aktion der Arznei bei Menschen" bewertet. Der verabreichte Wirkstoff sei nicht kontaminiert gewesen und allen fachlichen Regeln gemäß produziert worden.

Auch der auf Medikamententests spezialisierten US-Firma Parexel seien bei der Versuchsreihe keine erkennbaren Fehler unterlaufen. Der Wirkstoff TGN1412, der eine neue Klasse von Medikamenten gegen rheumatische Arthritis, Leukämie und Multiple Sklerose ermöglichen soll, sei zuvor ohne besondere Probleme in Tierversuchen getestet worden. Bei den sechs menschlichen Probanden seien wesentlich niedrigere Dosierungen verwendet worden als zuvor bei den Versuchsaffen.

Die Anwältin Ann Alexander, die zwei der bei dem Versuch geschädigten Probanden vertritt, kritisierte den Prüfbericht als "völlig unzureichend" und forderte eine neue "unabhängige" Untersuchung. Auch der sechste Versuchspatient ist derweil auf dem Weg der Besserung.

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(SZ vom 7. April 2006)