Marssonde "Phobos-Grunt" Russische Raumsonde abgestürzt

Spektakuläres Ende eines ehrgeizigen Weltraumprojekts: Die außer Kontrolle geratene russische Marssonde "Phobos-Grunt" ist zum größten Teil in der Atmosphäre verglüht, Trümmer sind ins Meer gefallen. Allerdings sind sich die Experten nicht einig, wo genau.

Nach zwei Monaten im unkontrollierten Flug um die Erde ist die 13,5 Tonnen schwere russische Raumsonde Phobos-Grunt am Wochenende in die Atmosphäre eingetreten und zum großten Teil verglüht.

Der Nachrichtenagentur Interfax in Moskau zufolge sei dies 1250 Kilometer westlich der chilenischen Insel Wellington über dem Pazifik geschehen. Bruchstücke sollen nach Angaben der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos am Sonntagabend "gegen 18.45 Uhr MEZ in den Pazifischen Ozean gestürzt sein", sagte der Sprecher der Behörde, Alexej Solotuchin, der Nachrichtenagentur .Einheiten der militärischen Weltraumaufklärung hätten demnach den Absturz von Bodenstationen registriert. Nähere Angaben zum Ort gab es zunächst nicht.

Die Nachrichtenagentur RIA Nowosti zitierte allerdings russische Experten, wonach sich die abstürzenden Trümmer über ein weit größeres Gebiet verstreut hätten und auch in den Atlantik vor Brasilien gefallen seien. Ausgeschlossen wird auch nicht, dass Teile auf dem brasilianischen Festland gefunden werden.

Raumfahrt-Experten hatten Prognosen immer wieder korrigiert und zuletzt als möglichen Absturzort den Atlantik genannt. Eine Gefahr für Menschen in bewohnten Gebieten durch nicht verglühende Teile hatte als sehr gering gegolten, war aber nicht ausgeschlossen worden.

Russland hatte die Sonde mit einer Zenit-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet. Sie sollte auf Phobos, dem größten Marsmond, Bodenproben sammeln und diese bis 2014 zur Erde bringen. Doch wenige Stunden nach dem Start am 9. November 2011 gab es technische Probleme, so dass Phobos-Grunt es nicht schaffte, auf die geplante Flugbahn Richtung Mars zu kommen.

Die Marsmond-Sonde kreiste nach ihrem Fehlstart in immer engeren Bahnen um die Erde. Die Giftstoffe im Treibstoff-Tank sowie das radioaktive Kobalt an Bord sollten nach Angaben der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos verbrennen oder verglühen. Die Sonde enthielt auch Metallteile von insgesamt zwei Tonnen.

Die umgerechnet etwa 120 Millionen Euro teure Marssonde galt als teuerste und ehrgeizigste Weltraummission Russlands seit dem Ende der Sowjetunion.