Mars-Roboter "Curiosity" Musik vom Mars

Erstmals ist ein Song von einem anderen Planeten zur Erde geschickt worden. Der Mars-Roboter "Curiosity" hat die Single "Reach for the Stars" des US-Rappers Will.i.am durchs All gefunkt. Zuvor hatte bereits Nasa-Chef Charles Bolden eine kleine Ansprache vom Roten Planeten aus gehalten - mit Hilfe einer Audiodatei.

Der US-Rapper Willl.i.am hat seine neue Single vorgestellt - unter extrem außergewöhnlichen Bedingungen: Seine Musik wurde vom Mars aus gesendet. Es war die erste Musikübertragung von einem anderen Planeten zur Erde. Der Nasa-Rover Curiosity beamte den Song "Reach for the Stars" durchs All.

Das Lied war zu dem Mars-Roboter gefunkt worden und von dort über Satelliten wieder zurück - eine Reise von insgesamt mehr als einer Milliarde Kilometern. Vor Wissenschaftlern und Studenten wurde die Single dann im kalifornischen Jet Propulsion Laboratory der Nasa abgespielt. Will.i.am, Sänger der Hip-Hop-Band "The Black Eyed Peas", setzt sich für naturwissenschaftliche Bildung ein und hatte Anfang des Monats zusammen mit anderen Prominenten im Nasa-Labor die Landung von Curiosity auf dem Mars verfolgt.

Bereits am Montag hatte der Mars-Roboter erstmals eine Tonaufnahme einer menschlichen Stimme zur Erde geschickt. Bei der kurzen Ansprache des Nasa-Chefs Charles Bolden handle es sich um die erste menschliche Stimme, die je von einem anderen Planeten an die Erde gesendet worden sei, sagte Wissenschaftler Dave Lavery im kalifornischen Pasadena. Das sei zwar nur ein "kleiner Schritt", bedeute aber, dass bei zukünftig geplanten bemannten Marsmissionen die Astronauten direkt mit der Erde kommunizieren könnten.

"Ich spreche zu Ihnen über die Übertragungsmöglichkeiten des Curiosity-Rovers, der sich jetzt auf der Oberfläche des Mars befindet", sagt Bolden in der Audio-Botschaft. "Seit Beginn der Zeitrechnung hat die menschliche Neugier uns permanent nach neuen Lebensmöglichkeiten jenseits des Horizonts suchen lassen." Curiosity bereite nun den Weg für eine bemannte Mars-Mission "in nicht allzu ferner Zukunft".

Der Song von Willl.i.am ist nicht das erste Musikstück, das im Weltraum erklingt oder ins All geschickt wurde. Bereits die Voyager-Raumsonden starteten 1977 mit Datenplatten an Bord, die Außerirdische über die Existenz der Menschen informieren sollten. Auf den "Voyager Golden Records" befinden sich auch 90 Minuten Musik, unter anderem von Beethoven und Mozart. Für das Projekt "Music2Titan" transportierte die Cassini-Huygens-Sonde vier Musikstücke der französischen Komponisten Julien Civange und Louis Haeri auf den Saturnmond Titan.

Als die Nasa 2008 ihren 40. Geburtstag feierte, gab es eine besondere Musikeinlage: Sie sendete den Beatles-Song "Across the Universe" ins All. Auch ein Versuch, Musik vom Mars zur Erde zurückzusenden, wurde bereits unternommen. So hatte die europäische Mars-Landeeinheit Beagle 2 zu diesem Zweck ein Musikstück der britischen Band Blur an Bord. Allerdings ging der Funkkontakt zu der Sonde verloren.

Neben aufgezeichneten Liedern hat der extraterrestrische Raum auch schon humane Livekonzerte erlebt. Eine ganze Reihe von Astronauten hat im All Musik gemacht: Der Amerikaner Ron McNair etwa hatte sein Saxophon im Spaceshuttle dabei. Ein Mitschnitt seines Konzerts ging leider verloren. Der russische Kosmonaut Aleksandr Laveikin brachte 1987 seine Gitarre auf die Raumstation Mir und der Deutsche Thomas Reiter unterhielt seine Teamkollegen auf der Internationalen Raumstation ISS ebenfalls mit Gitarrenklängen.