Unnützes Google-Doodle-Wissen Maria Sybilla Merian und der Beauty-Contest auf dem Geldschein

Google ehrt Maria Sybilla Merian, Künstlerin und Forscherin, mit einem Google Doodle.

(Foto: Screenshot Google)

Insekten eine Teufelsbrut? Nicht für Maria Sybilla Merian. Mit Leidenschaft erforschte die Wissenschaftlerin Raupen, Mücken und Schmetterlinge. Ihr Gesicht war bis 2002 auf dem 500-Mark-Schein zu sehen - eine zweifelhafte Ehre.

Von Tobias Dorfer

Immer wieder zeigt Google auf der Startseite bunte Bilder oder Animationen - und erinnert damit an besondere Menschen oder Ereignisse. Wir sagen Ihnen, was Sie zum Google-Doodle unbedingt wissen müssen. Heute: 366. Geburtstag der 1717 gestorbenen Künstlerin und Naturforscherin Maria Sybilla Merian.

Das ist zu sehen:

Eine Raupe klettert das Google-G nach oben, Blätter wuchern aus dem Schriftzug des Internet-Konzerns. Dazu tummeln sich ein Schmetterling, Käfer, andere Insekten und eine Echse. Natur dominiert das aktuelle Google-Doodle - die eigentliche Hauptperson ist gar nicht zu sehen. Maria Sybilla Merian, geboren am 2. April 1647 in Frankfurt am Main, verband in ihrem Wirken Naturforschung und Kunst. Mit großer Leidenschaft erforschte Merian die Welt der kleinen Tiere und gehörte zu den ersten Forschern, die sich der Metamorphose von Schmetterlingen annahm. Ihre Kupferstiche, mit denen sie die Lebenszyklen von Insekten in Surinam beschrieb, fanden große Beachtung.

Drei Dinge, die Sie wissen müssen:

  • Wer Maria Sibylla Merian in der Tasche hat, kann sich glücklich schätzen. Zumindest bis 2002 war die Forscherin und Künstlerin auf den 500-DM-Scheinen zu sehen. Eine ziemlich zweifelhafte Ehre allerdings - denn eigentlich war Merian für die viel gebräuchlicheren 100-DM-Noten vorgesehen. Doch dann beschlossen die D-Mark-Designer, dass sie dafür einfach nicht attraktiv genug war und druckten stattdessen die Komponistin Clara Schumann auf den Hunderter. Für Merian blieb der 500-Mark-Schein. Die Deutsche Bundespost zeigte sich weniger spendabel: Sie druckte das Gesicht lediglich auf eine 40-Pfennig-Briefmarke.
  • Zwar konnte Maria Sybilla Merian durch ihre Kunst, ihr Wissen und ihren Fleiß überzeugen, dennoch blickten einige Wissenschaftler verächtlich auf die Forscherin herab. Der Grund: Merian schrieb viele ihrer Texte in deutscher Sprache - obwohl eigentlich Latein als die Sprache der Wissenschaft galt.
  • Wirklich beliebt sind Insekten ja auch heute nicht, doch zur Zeit von Maria Sybilla Merian wurden noch wahre Schauermärchen erzählt. Demnach waren Mücken und Raupen eine aus Schlamm und Matsch gezeugte Teufelsbrut. Selbst die schönen Schmetterlinge wurden argwöhnisch betrachtet. Hexen, so der Irrglaube damals, hätten sich lediglich getarnt, um Rahm und Butter zu stehlen. Daher kommt auch der englische Ausdruck "butterfly".

Interessant für:

Akarophobiker, Heidi Klum, D-Mark-Nostalgiker und alle, die Kunst und Wissenschaft als eine Disziplin betrachten.

Mit diesem Satz können Sie beim Mittagessen punkten:

"Wenn ihr mir meine Merian in Euro tauscht, geht das Schnitzel auf mich."