Auch die Viehzucht zerstört die Böden: Zu viele Tiere grasen auf den Weiden Afrikas und Asiens, wodurch der Bewuchs ausgedünnt wird. Die fehlenden Wurzeln lockern den Boden auf. Fegen dann Sandstürme über das Land, reißen sie die fruchtbare Schicht mit sich fort.
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Der Zustand des Erdbodens weltweit: Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken. (© Grafik: SZ)
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Allein in China sind 24.000 Dörfer, 1400 Kilometer Bahntrassen und 30.000 Autobahnkilometer von Bodenerosion bedroht - Sandstürme von den Wüsten in Nordchina und der Mongolei wehen bis nach Korea und Japan. Das hat schwere Auswirkungen auf den Rest der Umwelt. Verwandeln sich einst fruchtbare Böden allmählich in Wüsten, häufen sich Überflutungen, dringen Schadstoffe ungefiltert ins Grundwasser ein, versiegen Flüsse und trocknen Seen aus.
Und irgendwann ist Schluss. Dann ist der Boden tot - und den Menschen bleibt nichts anderes übrig, als ihre Heimat zu verlassen. Millionen Chinesen ist das bereits passiert. Nun ist Europa drauf und dran, die Auswirkungen der immer schlechteren Böden zu spüren. In den kommenden Jahren muss sich der Kontinent auf Millionen Bodenflüchtlinge einstellen. Etwa 135 Millionen Menschen - so viel wie die Bevölkerung von Frankreich und Deutschland zusammen - sind weltweit davon bedroht, wegen Verwüstung ihrer Ackerflächen auswandern zu müssen. Rund 60 Millionen Menschen werden ihre Heimat in Afrika bis zum Jahr 2025 deshalb verlassen müssen - sie ziehen entweder in die großen westafrikanischen Küstenstädte oder nach Nordafrika und Europa.
Doch auch dort werden die Böden knapp. In Spanien und den USA ist bereits ein Drittel des Landes von Verwüstung bedroht. Die EU-Kommission warnte unlängst vor der rapiden Verschlechterung der Bodenqualität in Europa. In Südeuropa ist demnach fast die Hälfte aller Böden ausgelaugt. Kampanien in Italien, das Ebrotal in Spanien und die große ungarische Tiefebene drohen zu versalzen.
Bauwut versiegelt Deutschlands Böden
Etwa 3,5 Millionen Grundstücke in Europa sind stark verschmutzt oder mit Schwermetallen und Agrochemikalien kontaminiert. In Deutschland ist es die ungehemmte Bauwut, die das fruchtbare Land nach und nach versiegelt. Nichts bedroht die heimische Tier- und Pflanzenwelt so sehr wie neue Verkehrswege, die das Land weiter zerschneiden, und neue Industrieparks, welche die grüne Wiese zerstören. Und je weniger Pflanzen auf dem Erdboden wachsen, desto weniger Speicher für das Treibhausgas Kohlendioxid gibt es - der Bodenverlust beschleunigt so indirekt den Klimawandel.
Erdboden ist keine tote Materie. Er beherbergt unzählige kleine, mit freiem Auge unsichtbare Mikroorganismen und Kleinstlebewesen, die ihn beleben, für Fruchtbarkeit sorgen und Ackerpflanzen Nahrung spenden. In den Erdböden der Welt lebt mehr biologische Masse als auf der Oberfläche des Planeten. Jahrtausende haben diese Organismen gebraucht, um Steinhaufen in lebendige Böden zu verwandeln. Ödland, Brachen und Wüsten entstehen daraus in nur wenigen Jahren.
Sechs Wochen lang berichtet die SZ jeden Mittwoch über den Zustand der wichtigsten Rohstoffe der Erde.
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(SZ vom 22.07.2009/beu)
Putin und Hollande streiten um Intervention in Syrien
Ich möchte Ihrer Ansicht über "die Volkswirtschaft, welche denjenigen belohnt, der Ressourcen am effizientesten vom Markt schwemmt." widersprechen. Selbstverständlich verbrauchen moderne Volkswirtschaften viel Ressourcen - und das ist nicht gut. Ich bin jedoch der Meinung, dass man ohne eine liberale Wirtschaftsordnung ein noch viel grösseres Maß an Umweltzerstörung und Ressourcenvernichtung zu gegenwärtigen hätte.
Warum? Weil es nur einer liberalen Wirtschaftsordnung immanent ist, Kosten zu vermeiden bzw. für solche aufzukommen. Sie mögen damit recht haben, dass "die Wirtschaft" bisher noch nicht den vollen Preis bezahlt für die Umweltschäden, die sie anrichtet. Aber letztenendes wird der zügellose Raubbau an der Erde nicht durch ein paar fromme Ideen gestoppt, sondern, wenn es zu teuer wird. Ein Schritt in diese Richtung ist es, die Höhe der Schadstoffemission der Industrie über den Verkauf von Rechten zu steuern (cap-and-trade):: Wer umweltfreundliche Technologien verwendet, benötigt weniger Rechte, Schadstoffe zu emittieren und kann diese Erlaubnis dann anderen "Luftverpestern" verkaufen. Die Kosten, die Unternehmen entstehen, wenn sie das Recht erwerben, die Umwelt zu schädigen, schmälern den ihren Gewinn - und den ihrer Aktionäre. Und was tut der Aktionär, wenn sein Gewinn schrumpft? Er wendet sich dem zu, der ihm höheren Gewinn verspricht.
Es kann sein, dass der Preis für ein Umweltverschmutzungszertifikat zu niedrig ist. Dennoch: eine Wirtschaftsordnung, die nicht dem Liberalismus verpflichtet ist (was nicht heisst: dass sich jeder an diese Ordnung hält), hätte die Erde und ihre Ressourcen wahrscheinlich noch mehr in Mitleidenschaft gezogen. Oder meinen Sie, dass es in der ehemaligen Sowjetunion keine Umweltzerstörung in grossem Stil gab?
Vorschnell ist die Jugend mit dem Wort... ungut ists, wenn man andere dabei angreift. Der genannte Bereich ist mein Beruf.
Bestandsgrün zählt nicht einfach so, es muß aus der Nutzung genommen werden und ökologisch aufgewertet werden.
Die Böden sind nicht tot, es wird aber auch kein Wald da husch hingezaubert - er kommt nur langsam und wird dann mit seinem ökologischen Wertzuwachs schrittweise angerechnet. Das ist ja das Geheimnis des Wortes "Konto" - man kann/muß vorher investieren, damit später (wenn man was braucht) was da ist.
Gehen Sie einfach auf eine Gemeinde, schauen Sie in ein Bebauungsplanverfahren (ist alles öffentlich) - Teil Umweltbericht. Da stehts ja. Rückfragen beim BUND oder Umweltministerium. Schauen Sie sich Beispiele an.
Die sog. Ausgleichsflächen von Gemeinden sind keineswegs versiegelte Flächen die wieder offengelegt werden, und somit kein echter Ausgleich. Eher werden alte Gartenanlagen, Brachliegende Felder oder freie Wiesen damit von der Betonierung in Zukunft verschont.
Das unaufhörliche Zubetonieren zurstört die die Heimische Fauna und Flora.
Wer das nicht einsieht hat keine Ahnung. Ich bin nicht gegen jede Straße, aber das ungebremste Ausweisen von Neubaugebieten, obwohl der halbe Ortskern leersteht, wiederspricht dem Umweltfreundlichen Umgang mit Ressourcen, wie in Deutschland festgelegt wurde.
Unsere wichtigste Ressource ist Boden. Auf ihn wachsen Bäume. Ist er zubetoniert verhindern wir Grün und Leben.
Außerdem:
Ein Sumpfwald, richtig Auenwald, wird nie und nimmer auf einer Fläche gedeihen auf dem vorher intensive Landwirtschaft betrieben worden ist. Nicht im nächsten Jahrhundert.
Da sieht man wie viel Sie von Bodennutzung vertehen. Nach 10 Jahren intensiver deutscher Landwirtschaft ist ein Boden TOT. Ohne Dünger wächst da kaum was. Und vor allem kein Auenwald!
bitte nachschauen z.B. in der Wikipedia unter "Eingriffsregelung in Deutschland".
Die Sage vom Zubetonieren ist nicht (mehr) wahr. Es ist nicht richtig. Der Bund Naturschutz und andere entsprechende Organisationen sind Träger öffentlicher Belange und so in dem Verfahren beteiligt.
Es ist einfach nicht wahr.
Krampf.
Es gibt mittlerweile eine klare Gesetzgebung zur "Umweltverträglichkeitsprüfung" UVP. In Bayern ist das z.B. das Ökokonto. Keine Gemeinde kann Bauland ausweisen, ohne dafür großzügig Biotope zu schaffen - z.B. Umwandlung von intensivem Ackerland in aufgeforstete Sumpfwälder, die von Nutzung weitesgehend ausgenommen sind. Es wird netto nichts mehr zubetoniert.
Eine Nachfrage in einer beliebigen öffentlichen Verwaltung könnte dem Autor etwas Sachkunde bringen, stört aber wahrscheinlich im grünen Katastrophenszenario. Ach, wie schade, daß das Waldsterben völlig "falsch" gelaufen ist?
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