Von Christopher Schrader

Den Lampen mit Leuchtdioden sagen Experten eine strahlende Zukunft voraus. Sie sind schneller hell und noch effizienter als Energiesparlampen.

Vor einigen Wochen hat der niederländische Konzern Philips Anspruch auf zehn Millionen Dollar aus der amerikanischen Staatskasse erhoben. Um ihre Forderung zu rechtfertigen, mussten die Manager aus Amsterdam nicht mehr tun, als einige Kartons Lampen und einen Brief an das Energieministerium in Washington zu schicken. Es wurde aber dann doch ein PR-Ereignis daraus. Philips ist nun der erste Bewerber um den sogenannten L-Prize, den die US-Regierung im Jahr 2007 ausgeschrieben hat. Dessen Gewinner bekommt zehn Millionen Dollar in bar und die Chance auf staatliche Großaufträge. Preiswürdig ist, wer einen guten, zeitgemäßen Ersatz für die 60-Watt-Glühbirne fertigt.

LED-Lampen

Birnen in vielen Formen: Bei neuen LED-Lampen präsentieren Hersteller wie Lumitronix, Megaman, Philips und IMS (von links) ungewohntes Design. (© Foto: R. Haas)

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Die Hürden für den L-Prize sind hoch, Philips hat darum keine übliche Energiesparlampe, sondern den Prototyp einer Birne aus LEDs (Licht Emittierenden Dioden) eingereicht. Nur diese Technologie könnte wohl alle Bedingungen des Preises erfüllen. Und ohnehin sehen viele Experten in den Leuchtdioden-Lampen die Lichtquelle der Zukunft. Zwar sind nach dem Glühbirnen-Verbot der EU vor einigen Monaten zurzeit die Energiesparlampen in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt. Diese funktionieren im Prinzip wie Neonröhren in der Tiefgarage, die wohnzimmertauglich gemacht wurden. Sie erzeugen ihr Licht durch Entladungen in einem heißen Gas, das geringe Mengen Quecksilber enthält. Bei LEDs hingegen leuchtet ein Halbleiterchip.

Energiesparlampen können mehrere Bedingungen des L-Prize kaum erfüllen. Die US-Regierung verlangt vom Nachfolger der Glühbirne eine Energie-Einsparung von mindestens 84 Prozent, statt aus 60 Watt muss die Birne die gleiche Helligkeit aus höchstens zehn Watt erzeugen. Außerdem soll die Lampe höchstens eine halbe Sekunde nach dem Anschalten leuchten, dimmbar sein, und 25.000 Stunden halten. Ihr Lichtspektrum schließlich soll mindestens zu 90 Prozent der Farbmischung einer klassischen, klaren Glühbirne entsprechen. Energiesparlampen werden das nicht schaffen, und sogar für LEDs sind diese Forderungen bisher kaum zu erfüllen.

Philips hat daher viel zu gewinnen und einiges zu verlieren. Der Konzern riskiert einen erheblichen Imageschaden, sollten die eingesandten Lampen die jetzt anstehenden Tests in unabhängigen Laboren nicht bestehen. "Wir sind zuversichtlich, dass das eingereichte Produkt alle Kriterien erfüllt oder sogar übertrifft", sagt aber der Chef der Licht-Sparte Rudy Provoost. Anfang 2011 soll die Birne auf den Markt kommen.

Manch einer, der Glühbirnen gehortet hat, weil er Energiesparlampen verabscheut, dürfte sich durch die Ankündigung bestärkt fühlen. In zwei oder drei Jahren, so die Versprechung der Industrie, wird es ausgereifte LED-Lampen geben. Die EU-Richtlinie hätte demnach zu früh gegriffen. Auch Joachim Wagner vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik in Freiburg, wo die LED-Technik entscheidend entwickelt wurde, hätte sich noch "ein, zwei Jahre mehr Luft gewünscht", damit die LED-Technik reifen kann.

Verwirrendes Angebot

Erste LED-Lampen, die jetzt schon auf dem Markt sind, schreckten die Käufer zum Teil ab, warnt er: "Besonders die billigen Lampen aus Fernost sind Produkte, in denen die LED gar nicht richtig zum Leuchten kommt." Qualitätslampen müssten später gegen die entstehenden Vorurteile ankämpfen.

In der Tat ist das Angebot an LEDs zur Raumbeleuchtung zurzeit fast noch verwirrender als der Markt für Energiesparlampen. Viele Birnen dienen nur Dekorationszwecken. Andere haben ungewohnte Formen. Allerdings ist ein Systemwechsel absehbar: Es kommen Lampen mit neuer Technik und verbesserten Lichtchips auf den Markt, die in bestehende Fassungen passen. Sie haben entweder eine der beiden Typen der heute üblichen Schraubfassungen oder die den Halogenbirnen entsprechende Steckverbindungen. Die Süddeutsche Zeitung hat einige dieser Lampen getestet.

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