Mehr als 130 Zentren in 35 Ländern sollen dem Large Hadron Collider daher helfen - ohne dass die Forscher merken, wo ihre Daten gerade lagern oder bearbeitet werden. So wie das World Wide Web nahtlos Zugriff auf überall gespeicherte Informationen gibt, soll das "Grid" weit verstreute Computerressourcen mühelos verbinden. Im Falle des LHC sind das elf primäre Rechenzentren, in denen Rohdaten bearbeitet und Kopien gespeichert werden, sowie 120 weitere Zentren, die für Simulationen und die Analysen der Wissenschaftler zuständig sind.
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"Physiker wollen diese Komplexität nicht sehen", sagt Merino. "Sie wollen - ohne nachdenken zu müssen - Berechnungen abschicken und auf ihre Daten zugreifen." In ersten Tests funktioniert das bereits sehr gut.
Bei Testläufen im Mai konnten kontinuierlich 120 Billionen Bytes pro Tag vom LHC ins Grid übertragen werden. 30.000 Prozessoren waren fortwährend am Rechnen. Merino ist sicher, dass davon nicht nur das Cern profitiert: "Das Petabyte-Zeitalter wird in Zukunft viele wissenschaftliche Disziplinen einschließen, wenn nicht sogar alle."
Amazon vermietet Rechenzeit
Astronomen entwickelten derzeit Teleskope, die den Himmel jede Nacht mit bislang nicht gekannter Genauigkeit absuchen sollen. Mehr als zehn Petabyte an Bildern fallen dabei jährlich an. Aber auch in Krankenhäusern, wo Tomographen und Röntgengeräte zunehmend digital arbeiten, würden sich in den nächsten Jahren enorme Datenmengen ansammeln, die ausgewertet oder gespeichert werden müssen.
Noch seien Grids aber alles andere als selbstverständlich, sagt Merino. Auch der Rechnerverbund am LHC müsse erst beweisen, dass er fit für die kommenden Anforderungen sei. Er werde sich anpassen und schnell verändern müssen. Merino ist überzeugt: "In drei Jahren wird das Grid ganz anders aussehen als heute."
Und vielleicht auch seine Nutzer: Statt Teilchenphysikern und Medizinern könnten eines Tages alle Internetnutzer von der verteilten Rechenkraft profitieren. Schon heute beginnen Internet-Unternehmen wie Amazon, die freien Kapazitäten ihrer Rechenzentren zu vermieten. Wenn es gelänge, so etwas über eine offene, transparente, einfach zu bedienende Lösung zu realisieren, könne das die Nutzung von Computern revolutionieren.
Der Informatiker sieht dabei das World Wide Web als Vorbild, das vor 18Jahren ebenfalls am Cern erfunden wurde. Damals dachte niemand an Google & Co. - das Web war lediglich ein System, mit dem ein paar hundert Physiker aus aller Welt gemeinsam auf Informationen zugreifen und sie organisieren konnten. Heute hat es die Art, wie Menschen miteinander kommunizieren, grundlegend verändert.
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(SZ vom 23.07.2008/mcs)
Großprojekte in Berlin
100 Billiarden, Wahnsinn, dass ist ja fast die die Anzahl der Atome in einem Mikrogramm Gehirn.
Vielleicht ein Fall für Marvin: "Here I am, brain the size of a planet, ..." ?
Oder Deep Thought ?
Ein Lehrer soll zu Einstein gesagt haben: Physik studieren? Wieso denn, da ist doch so gut wie alles erforscht. ;-)
"In dieser Datenflut soll nach den letzten Geheimnissen des Universums gesucht werden. "
Keine Sorge, von den letzen Geheimnissen sind wir Weit entfernt.