Von Beate Kellermann

Die Klima-Konferenz im japanischen Kyoto 1997 brachte gute Ansätze zum Klimaschutz, aber noch keine greifbaren Ergebnisse.

Ob die Klimakonferenz im japanischen Kyoto 1997 als durchschlagender Erfolg gewertet werden kann, ist umstritten.

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Reduzierung der Kohlendioxid-Emission gemäß dem Kyoto-Protokoll (© )

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Zwar haben sich die Teilnehmerstaaten damals darauf verständigt, die weltweite Emission von Schadstoffen einzudämmen. Die festgelegten Zahlen entsprachen aber bei weitem nicht den Forderungen von Umweltorganisationen.

Zudem blieben viele Fragen zum Klimaschutz offen, die meisten Staaten haben das Protokoll zwar akzeptiert, bis heute aber nicht ratifiziert. Und US-Präsident George W. Bush hat es sogar für tot erklärt.

Das wichtigste Ziel

Laut Kyoto-Protokoll ist das wichtigste Ziel, eine geringere Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre zu erreichen. Damit soll eine weitere Erwärmung des Weltklimas verhindert werden.

Bis zum Jahr 2012, so wurde vereinbart, muss der Ausstoss folgender Treibhausgase auf einen Wert reduziert werden, der mindestens fünf Prozent unterhalb der Abgabe-Mengen von 1990 liegt:

- Kohlendioxid- Methan- Lachgas- Fluorchlorkohlenwasserstoffe- Schwefelhexalfluorid

Umweltschutzorganisationen hatten dagegen gefordert, dass alle Treibhausgase im Vergleich zu den Emissionsmengen des Jahres 1990 um ein Viertel reduziert werden müssten - und das bis 2005.

Die Industrie-Nationen haben sich nun zwar auf ein gemeinsames Ziel geeinigt - leisten müssen jedoch nicht alle gleich viel. So soll die Europäische Union (EU) die entsprechenden Gase um acht Prozent reduzieren, die USA dagegen nur um sieben und Japan um sechs Prozent. Paradoxerweise gibt es aber auch Länder, die ihre Emissionen steigern dürfen. So darf etwa Australien bei der Abgabe von Treibhausgasen um acht, Island sogar um zehn Prozent zulegen.

Die Schlupflöcher

Bis 2005 sollen alle Staaten Fortschritte in der Schadstoff-Reduzierung vorweisen können. Das Kyoto-Protokoll lässt aber einige Schlupflöcher offen.

So können nach dem so genannten "Bubble-Konzept" Länder die Reduktions-Anforderungen auch gemeinsam erfüllen. Das nutzt beispielweise die EU aus.

Darüber hinaus müssen auch nicht alle Gase gleichermaßen reduziert werden, um die Fünf-Prozent-Hürde zu erreichen.

Theoretisch muss deshalb die Kohlendioxid-Emission - die sich am schlimmsten auf das Klima auswirkt - nicht gesenkt werden, falls der Ausstoß der anderern Gasen genügend reduziert wird.

Die offenen Fragen

Punkte, die in Kyoto nicht vollständig geklärt wurden, betreffen vor allem die so genannten "flexiblen Mechanismen". Dies sind Möglichkeiten, mit denen ein Land seine Reduktionsquote auch indirekt erreichen kann.

Beispielsweise kann ein Industrieland durch Projekte zur Kohlendioxid-Reduzierung in einem Entwicklungsland beitragen. Die erfolgten Einsparungen kann sich das Geberland dann für seine Quote anrechnen lassen.

Das gleiche gilt, wenn sich Industrieländer untereinander helfen.

Hierbei ist jedoch problematisch, das nicht festgelegt wurde, inwieweit durch flexible Mechanismen die Reduktionsforderung an das eigene Land umgangen werden können. Auch Details zur genauen Vorgehensweise fehlen völlig.

Ebenfalls ausgelassen wurden entsprechende Sanktionen für Länder, die den Klimaschutz-Verpflichtungen nicht nachkommen. So konnten die USA bisher ungestraft vom Kyoto-Vertrag zurücktreten. Dieser Schritt führte lediglich zu Differenzen zwischen ihnen und der EU.

Das Abkommen kann dann in Kraft treten, wenn mindestens 55 Prozent der 110 Unterzeichnerstaaten es ratifizieren.

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