Kurioses von "Curiosity" Aus der Urzeit auf den Mars

Ufo-Gläubige sind begeistert: Die Mars-Sonde "Curiosity" hat eine Eidechse auf dem Mars fotografiert. Oder ist es eine Ratte? Nein, es ist eindeutig ein Archosaurus aus dem Trias. Nur wie kommt das Viech auf den Roten Planeten? Und wieso sieht niemand gleich daneben die Statue von der Osterinsel?

Von Markus C. Schulte von Drach

Manche fühlen sich an eine Eidechse erinnert, andere an ein Nagetier.

Dabei ist doch deutlich zu erkennen, dass es sich bei diesem Tier um einen Erythrosuchus handelt, einem eigentlich im Trias ausgestorbenen Archosaurier. Eine farblich perfekt an die Mars-Umgebung angepasste Form übrigens.

Aber wie haben es die Vorfahren des Tieres vor mehr als 200 Millionen Jahren geschafft, vor dem bevorstehenden Ende der Art auf den Mars zu flüchten? Denn das Foto stammt vom Roten Planeten, wo die Mars-Sonde Curiosity das Bild im März aufgenommen hat.

Für die Macher der Seite UFO Sightings Daily ist klar, dass es sich um eine "seltsame Kreatur" handelt. Und tatsächlich erinnert die Formation irgendwie an ein Tier mit vier kurzen Beinen, einem langen Schwanz, einem gedrungenen Kopf und großen Augen. Das Bild ist nur eines unter etlichen, auf denen die Ufo-Gläubigen Lebewesen oder künstliche Strukturen entdeckt haben wollen.

Ein genauer Blick auf das Originalbild zeigt allerdings, dass es sich natürlich nur um eine Gesteinsformation inmitten einer Vielzahl anderer Gebilde mit der gleichen Farbe und Oberflächenstruktur handelt.

Lediglich der Blickwinkel der Kamera führt dazu, dass sich die Form für unser Auge zu einer Gestalt ergibt. Das Bild ist ein weiteres eindrucksvolles Beispiel, mit wie wenig Informationen unsere Wahrnehmung sich zufrieden gibt, um die Dinge in der Welt um uns herum ein- und zuzuordnen.

Fachleute erklären das damit, dass es während der Evolution des Menschen ein Überlebensvorteil war, auch in einem Chaos von Strukturen solche Gestalten zu erkennen oder zu vermuten, die für unsere Vorfahren relevant waren: Seltsame Streifen im Gebüsch konnten vom Wind bewegte Zweige sein, eine Gazelle oder eine sich anschleichende Raubkatze. Und deshalb reichen uns zwei Punkte und ein Halbkreis, um ein Gesicht zu erkennen.

Überall Gesichter

Unsere Wahrnehmung spielt uns ständig Streiche. Auf dem Mars, auf einem Toastbrot ... offenbar braucht es nur wenig, um uns Gesichter sehen zu lassen. mehr...

Deshalb entdecken wir auch das Antlitz der Jungfrau Maria auf einem verbrannten Toast und den Teufel in den Flammen des World Trade Centers.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass Ufo-Gläubige auf dem Mars Hinweise auf Leben entdeckt zu haben glauben. Berühmt ist das Mars-Gesicht auf einer Aufnahme der Viking-1-Sonde von 1976. In der Cydonia-Region des Roten Planeten schien sich eine dem menschlichen Gesicht nachgebildete Formation zu erheben. Eine Hälfte des Gebildes lag allerdings im Dunkeln. Jüngere Bilder von Mars-Sonden zeigten, dass es sich um einen zerfurchten Hügel handelt, dessen Oberfläche auf natürliche Weise entstanden ist.

Wie leicht eine solche Illusion entsteht, zeigt ein zweiter Blick auf das "Echsen-Foto" von Curiosity: Zur Rechten des "Tieres" lässt sich das Gesicht einer Statue von den Osterinseln erkennen, die aus dem Boden des Mars ragt.