In Zoo von Budapest ist das erste Nashornbaby nach künstlicher Befruchtung zur Welt gekommen.

In Budapest ist das weltweit erste Nashornbaby nach künstlicher Befruchtung geboren worden.

Nashorn

Das erste Retorten-Rhino der Welt. (© Foto: AP)

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Das teilte am Mittwoch das Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) mit.

Forscher aus Berlin hatten das Muttertier im September 2005 künstlich besamt.

Das weibliche Jungkalb kam am Dienstagabend zur Welt und wiegt 58 Kilo.

Die Geburt des kleinen Breitmaulnashorns wurde von Experten als sensationeller Züchtungserfolg bezeichnet.

Die Mutter, die 27 Jahre alte und 2500 Kilogramm schwere Lulu, war bereits zuvor künstlich besamt worden.

Allerdings hatte sie im August 2005 - nach 16 Monaten Tragezeit - ein totes Kalb zur Welt gebracht. Offenbar hatten sich damals Teile der Plazenta kurz vor der Geburt gelöst. Diesmal aber ist alles gut gegangen.

Allerdings mussten die Zoo-Mitarbeiter das Jungtier nach der Geburt von der Mutter enfernen, da Lulu ihren Nachkommen nicht säugen kann.

Schwierige Prozedur

Um die seltenen Nashorn-Arten wie das Breitmaulnashorn vor dem Aussterben zu bewahren, bemüht man sich in verschiedenen Zoos um Nachwuchs. Allerdings kommt es in Tierparks so gut wie nie zu einer natürlichen Fortpflanzung.

Die künstliche Befruchtung von Lulu war notwendig, da die Nashörner im Budapester Zoo zusammen aufgewachsen sind und offenbar wie Geschwister aufeinander reagieren - was eine natürliche Fortpflanzung verhindert hat.

Nashörner künstlich zu befruchten ist schwierig. Es ist bereits etliche Male sowohl mit Breitmaulnashörnern als auch einem Spitzmaulnashorn versucht worden - jedoch vergeblich.

Ein Problem ist, dass die Weibchen einen extrem langen Genitaltrakt besitzen, so dass die Eizellen der Tiere nur schwer zu erreichen sind. Die Berliner Wissenschaftler haben deshalb einen speziellen Katheter entwickelt.

Schwierig ist eine künstliche Befruchtung bei Nashörnern auch, weil die Tiere nicht ungefährlich sind und deshalb alle Untersuchungen und Eingriffe unter Narkose vorgenommen werden müssen. Der jetzige Erfolg ist deshalb auch der Unterstützung österreichischer Hormon- und Narkosespezialisten zu verdanken.

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(sueddeutsche.de/dpa/AP)