Von Martin Kotynek

In Europa nehmen Infektionen mit Campylobacter zu: Bereits ein Viertel des Hühnerfleisches, das in der EU roh verkauft wird, enthält die Keime.

Sie stecken in einem Viertel des Hühnerfleisches, das in der EU roh verkauft wird. Sie lösen beim Menschen Durchfall, Krämpfe und Fieber aus - und sie sind auf dem Vormarsch:

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Der Krankheitserreger Campylobacter (© Foto: CDC)

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Campylobacter-Keime sind nach Angaben der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA für die meisten Infektionen verantwortlich, bei denen sich Menschen bei Tieren oder an Tierprodukten anstecken können.

In Europa erkrankten im Jahr 2007 etwa 200.500 Menschen an einer Campylobacter-Infektion. Das sind 14 Prozent mehr als im Vorjahr, berichteten die EFSA und das Europäische Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) am Dienstag in Brüssel.

Mehr als die Hälfte dieses Zuwachses geht auf das Konto von Deutschland. Dort ist die Zahl der Infektionen mit dem Bakterium im EU-Vergleich am stärksten gestiegen.

Beim Robert-Koch-Institut, das in Deutschland für die Erhebung der Infektionszahlen zuständig ist, macht man die warmen Temperaturen im Jahr 2007 dafür verantwortlich.

Abweichungen zwischen den EU-Mitgliedsstaaten könnten aber auch auf die unterschiedliche Qualität der Meldesysteme zurückzuführen sein, sagte Andrea Ammon.

"Europaweit ist die Situation alarmierend und erfordert Gegenmaßnahmen von Seiten der nationalen Lebensmittelbehörden", so die Leiterin der ECDC-Überwachungsabteilung.

Im Kampf gegen Salmonellen hat ein EU-weites Präventionsprogramm erste Erfolge gezeigt. Zwar sind Salmonellen-Infektionen nach wie vor die zweithäufigste Ursache für Krankheiten, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden können.

Seit vier Jahren stecken sich in Europa aber immer weniger Menschen mit den Keimen an - im Jahr 2007 waren es knapp 152.000. Auch diese Bakterien finden sich am häufigsten auf Hühnerfleisch. Zudem sind acht Prozent aller geschlachteten Schweine mit den Keimen verunreinigt.

Um sich vor solchen Infektionen zu schützen, empfehlen die EU-Behörden, Fleisch gründlich durchzugaren und vor allem bei der Zubereitung von Geflügel in der Küche auf die Hygiene zu achten.

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(SZ vom 21.01.2009/mcs)