Forscher haben im Kongo einen riesigen Krater entdeckt. Warum die Vertiefung erst jetzt gefunden wurde, ist einfach zu erklären. Doch ihre Entstehung wirft Fragen auf.

Eine riesige Vertiefung in der kongolesischen Provinz Ost-Kasai könnte einer der größten Einschlagkrater der Erde sein. Italienische Forscher haben ein Satellitenbild ausgewertet, das ein rundes Loch von 36 bis 46 Kilometern Durchmesser zeigt, gut zu erkennen durch den Unia-Fluss am Rand der Formation. Den Krater habe man erst jetzt sehen können, weil dort bis vor einigen Jahren noch Bäume standen, sagte Giovanni Monegato von der Universität Padua der BBC.

Krater im Kongo

Riesige Vertiefung: Eine Aufnahme von dem fraglichen Loch (© Foto: Google Earth)

Anzeige

Er und seine Kollegen schätzen, dass ein außerirdischer Brocken mindestens zwei Kilometer im Durchmesser groß sein muss, um ein solches Loch wie im Kongo in die Erde zu schlagen. Die Forscher halten es für sehr unwahrscheinlich, dass die Formation auf andere Weise entstanden sein könnte, zum Beispiel durch Vulkanismus.

Beweise dafür können aber erst Gesteinsproben liefern. Stimmt die Theorie der Italiener, wäre der Krater etwas Besonderes: Nach der Earth Impact Database der Universität von New Brunswick sind weltweit nur 21 Einschlagkrater mit mehr als 36 Kilometern Durchmesser bekannt. Als größter gilt der Vredefort in Südafrika mit etwa 300 Kilometern.

Leser empfehlen 

(SZ vom 11.03.2010/sukl/beu)