Von Patrick Illinger

Die Landung der Mars-Sonde Phoenix ist perfekt verlaufen - und das war keine Selbstverständlichkeit. Zugleich ist der Erfolg ein Rückschlag für alle, die unbeirrt einen bemannten Flug zum Mars fordern.

Die Landung der Mars-Sonde Phoenix verlief perfekt, und die Anspannung der Nasa-Techniker entlud sich in wildem Jubel. Das ist verständlich, schließlich ist die Hälfte aller Mars-Missionen gescheitert, seit die Sowjetunion im Jahr 1960 den ersten Flugkörper zum Roten Planeten schickte.

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Ein Blick auf den Marsboden unmittelbar vor der Sonde. (© Foto: Nasa/JPL/Caltech/University of Arizona/AP)

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Gut in Erinnerung ist die 2003 auf dem Mars verschollene europäische Sonde Beagle 2. Es ist eben auch im 21. Jahrhundert keine Selbstverständlichkeit, ein Raumschiff 680 Millionen Kilometer weit durch das All zu schicken und dann mit Schrittgeschwindigkeit auf einem fremden Planeten abzusetzen.

Doch das Risiko und den Aufwand ist es wert. Auf der vermutlich wasserreichen nördlichen Polkappe des Mars wird Phoenix wesentliche wissenschaftliche Fragen klären. Details über die Entstehung von Planeten und deren Rohstoffe.

Und vielleicht liefert die Sonde neue Antworten auf das wohl größte aller wissenschaftlichen Rätsel: Gibt es außerirdisches Leben? Natürlich wird Phoenix keine Fieslinge mit Strahlenwaffen aufspüren, aber die Messungen der Sonde werden wohl viel darüber aussagen, wie wahrscheinlich die Entstehung biologischer Organismen im Universum ist.

Doch auch in anderer Hinsicht ist die gelungene Mission der Sonde Phoenix bedeutsam. Sie ist ein Rückschlag für all jene übereifrigen Raumfahrt-Fans, die unbeirrt einen bemannten Flug zum Mars fordern.

Nicht nur, dass die Entsendung von Astronauten zum Mars mindestens hundertmal so teuer wäre wie der Flug einer Sonde. Ein bemannter Flug würde der Menschheit nichts, aber auch gar nichts an zusätzlicher Erkenntnis bringen. Nichts, das nicht auch die Messgeräte einer Sonde wie Phoenix erschnüffeln und fotografieren könnten.

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(SZ vom 27.05.2008/mcs)