Wissenschaftler wollen den Kolosskalmar, den neuseeländische Fischer kürzlich gefangen haben, mit Hilfe einer riesigen Mikrowelle auftauen. Auf dem Mittagstisch soll das Tier allerdings nicht landen.

Wissenschaftler aus Neuseeland erwägen, einen kürzlich in der Antarktis gefangenen Kolosskalmar möglicherweise mit Hilfe einer Mikrowelle zu erhitzen.

Neuseeländische Fischer haben in der Antarktis einen Kolosskalmar gefangen. (© Foto: Reuters)

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Das riesige Tier, das eine halbe Tonne auf die Waage bringt, soll allerdings nicht auf dem Mittags- sondern auf dem Labortisch der Experten landen.

Neuseeländische Fischer hatten das Tier letzten Monat an die Meeresoberfläche gezogen, als der Kalmar sich über einen Seehecht hermachte, der den Fischern in einer Tiefe von 1800 Metern an den Haken gegangen war. Die Seeleute hatten ihre Arbeit unterbrochen, das riesige Tier tiefgefroren und in den heimischen Hafen gebracht.

Inzwischen befindet der Meeres-Riese sich im neuseeländischen Nationalmuseum in Wellington.

Das etwa zehn Meter lange Tier der Tiefsee ist das bislang größte bekannte Exemplar der seltenen und noch kaum erforschten Art Mesonychoteuthis hamiltoni. Möglicherweise können die Kolosskalmare sogar noch größer werden.

Wie Steve O'Shea von der Auckland University of Technology berichtete, soll eventuell ein riesiger, eine Tonne schwerer Mikrowellen-Ofen eingesetzt werden, um das Tier aufzutauen. Unter Umgebungstemperatur würde der Prozess zu lange dauern.

Dabei bestünde die Gefahr, dass der Kalmar außen bereits verwest, während er innen noch gefroren ist.

"In der Industrie werden Mikrowellen eingesetzt, um zum Beispiel Holz zu behandeln", erklärte O'Shea. Die dafür verwendeten Geräte könnten vielleicht auch bei dem Kalmar verwendet werden.

Das sei allerdings bislang nur eine Möglichkeit, schränkt O'Shea ein. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.

Direkt nach dem Fang hätte man aus dem Koloss Kalamari von der Größe von Traktorreifen machen können. Geschmeckt hätten die allerdings nicht - außer man mag Ammoniak.

Nach dem Auftauen wollen die Fachleute das Tier genauer untersuchen. Außerdem soll es der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

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(AP/AFP)