Für Peking hat das Wirtschaftswachstum Vorrang vor dem Klimaschutz. Das macht sich bemerkbar: Fachleute der niederländischen Regierung berichten, dass China letztes Jahr bereits acht Prozent mehr Kohlendioxid ausgestoßen hat als die USA.
China hat im vergangenen Jahr offenbar erstmals die USA als weltgrößten Produzenten von Kohlendioxid überholt. Wie die Umweltforschungsagentur Milieu- en Natuurplanbureau (MNP) der niederländischen Regierung berichtet, lag der Ausstoß des Treibhausgases in China 2006 schon acht Prozent über dem der Amerikaner. Ein Jahr zuvor hatte China noch zwei Prozent weniger Kohlendioxid produziert als die USA.
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Bislang hatte man erwartet, dass die Chinesen aufgrund ihrer Bemühungen um ein starkes Wirtschaftswachstum die Amerikaner als größten Umweltverschmutzer in den nächsten Jahren ein- und überholen würden.
So hatte etwa das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) in Münster den Zeitpunkt für 2008 prognostiziert.
Dass es bereits jetzt soweit ist, ist allerdings eine Überraschung - und keine schöne: Die rasante Entwicklung zeigt, wie dringend die Chinesen in internationale Vereinbarungen zum Klimaschutz eingebunden werden müssen. Damit tut sich Peking jedoch schwer. Für die chinesische Regierung hat das Wirtschaftswachstum oberste Priorität.
Wie die niederländische Umwelt-Behörde erklärte, liegen den Daten Schätzungen über die Energiegewinnung und der Produktion von Zement zugrunde. Demnach produzierte China - inzwischen die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt - letztes Jahr 6200 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Der Ausstoß der Amerikaner lag bei 5800 Millionen Tonnen.
Jos Olivier, einer der Autoren des MNP-Berichts, erklärte dem britischen Guardian, es gebe noch einige Unsicherheiten bezüglich der exakten Zahlen, "aber es sind die besten und aktuellsten Schätzungen, die zur Verfügung stehen."
Unsicher sind die Angaben vor allem, weil die Niederländer keine anderen wichtigen Treibhausgase wie etwa Methan aus der Landwirtschaft berücksichtigt haben. Auch wurden äußerst wichtige Kohlendioxid-Quellen wie zum Beispiel der Flugverkehr oder Entwaldungen ignoriert.
Doch die niederländischen Fachleute gehen davon aus, dass diese Faktoren die Rolle Chinas als Spitzenreiter unter den Klimasündern aufgrund des großen Vorsprungs gegenüber den Amerikanern nicht gefährden.
Die MPN-Experten hatten auf Daten des Ölkonzerns BP über den weltweiten Verbrauch von Öl, Gas- und Kohle zurückgegriffen sowie auf Zahlen des US Geological Survey zur extrem energieaufwendigen Zementproduktion. Der Anteil der Chinesen an der weltweiten Produktion dieses Baustoffes liegt inzwischen bei 44 Prozent.
Amerikaner weiterhin Spitze beim Pro-Kopf-Ausstoß
Doch auch wenn China als Land die USA als Klimasünder überholt hat - die Amerikaner bleiben beim Pro-Kopf-Ausstoß weiterhin Spitzenreiter. So verursacht ein einzelner US-Bürger mit 19,7 Tonnen je Einwohner und Jahr einen viermal so großen CO2-Ausstoß wie ein Chinese.
Immerhin zeichnet sich aber in den USA langsam eine Trendwende in Richtung Energiesparen und Klimaschutz ab. Chinas Regierung sieht sich gezwungen, weiterhin auf die Energiegewinnung durch die schmutzige Verbrennung der billigen heimischen Kohle zu setzen.
Wie die BP-Daten zeigen, war China allein in den Jahren 2001 bis 2006 schon für einen jährlichen Anstieg der CO2-Emissionen weltweit um 3,4 Prozent verantwortlich. Und auch für die Zukunft ist zu befürchten, dass der Klimaschutz in Peking keine vorrangige Bedeutung erlangen wird. Zwar gibt es Pläne der chinesischen Regierung, den Energieverbrauch bei der Produktion zu senken - doch für die Emission von Treibhausgasen soll es keine konkreten Vorgaben geben.
Und mit einer Beteiligung an weltweiten Programmen zur Verringerung der Treibhausgase tut man sich in Peking schwer. Auch vom Kyoto-Prokoll war China bereits ausgenommen worden, was einer der Gründe für die Amerikaner war, das Dokument nicht zu ratifizieren. Zwar ist es dringend notwendig, dass sich die USA sowie die sich schnell entwickelnden Länder Brasilien und Indien am Nachfolger des Kyoto-Protokolls beteiligen, das 2012 ausläuft. Doch die neuen Daten über die Kohlendioxid-Emissionen unterstreichen einmal mehr die Bedeutung Chinas, wenn es darum geht, den Klimawandel zu bremsen.
(sueddeutsche.de)
Machtkampf in der Linken
Wurscht
MIt unserem Konsum von wenig nachhaltigem Billigramsch oder duch das Angebot von unnoetigem Troedel, haben wir die Produktionsstaetten die gewisse Standards geliefert haetten und kontrollierbar waren geschlossen.
Und wir beginnen wieder bei Null was die Probleme der Vergangenheit angeht.
Wozu haben wir eigentlich Schrift und all die Kommunikationsmedien erfunden wenn jeder doch wieder seine negativen Erfahrungen selber machen muss.
das anscheinend auch im Bereich Umweltschutz jedes (ehemalige) Schwellenland seine eigenen Erfahrungen auf die harte Tour machen muss und nichts von den "alten" Industrienationen lernen will.
Es geht in China (für die Bewohner) ja nicht primär um den CO2 Ausstoß, problematisch ist die z.T massiv lebensverkürzende Luft- und Wasserbelastung mit toxischen Substanzen aus einer nahezu ungeregelten indistriellen Emission. Was interessiert den Chinesen dass die Malediven untergehen wenn er vom Arsen im Trinkwasser ein Karzinom bekommt oder in den Staubstürmen eine Staublunge. Auch in den "alten" Industrienationen kümmert man sich erst seit einigen Jagren um die CO2 Problematik.
Darf man den Finger nun auf Länder wie China oder Indien, weg von den USA und anderen weslichen Ländern, richten? Nein.
Trotzdem darf man diese Länder nicht aus der Verantwortung nehmen, egal wie weit sie in ihrer Entwicklung sind. Ihr Energiehunger wird rasant weiter steigen und ihr Wille die Spitze der Industrieländer einzunehmen, lässt sie kurzfristig denken und planen.
Was passiert, wenn der Pro-Kopf-Verbrauch in China auf einen Wert ansteigt, ähnlich den USA? Geplant sind in China schon massig weitere Kohlekraftwerke, da die billig und mit wenig Know-How schnell gebaut werden können.
1 Milliarde Menschen können dann einen verdammt großen Einfluss haben. Was nützt es, wenn Europa langsam anfängt sich über den CO2-Ausstoß gedanken zu machen, wenn Länder wie China und Indien innerhalb von nur ein paar Jahren, wegen ihrer hohen Bevölkerungszahl und ihrer sprunghaften Entwicklung, dem mehr als entgegenwirken?
Exzellenter Beitrag, was noch hinzukommt, ist, daß die USA Importeur Nr. 1 für chinesische Waren aus dem CO-intensiven Bereich sind. Tja, auch das ist Globalisierung: Export von Umweltproblemen.
Da wagt dieses Land, das sich in seiner industriellen Entwicklung im europäischen 19. Jahrhundert befindet und sich Umweltschutzmaßnahmen weniger leisten kann als eine hochentwickelte Volkswirtschaft wie die USA, in der zudem der CO2-intensive industrielle Bereich durch Dienstleistungen ersetzt ist, ja, dieses skandalöse China, das ca. fünf Mal mehr Einwohner als die USA hat, wagt also tatsächlich mehr CO2 auszustoßen. Hallo? Merkt Ihr noch etwas, Ihr Statistikinterpreten?
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