Das neue Heizkraftwerk ist mit 30 Megawatt Leistung zwar mickrig im Vergleich zu seinem 1600-Megawatt-Nachbarn, der pro Tag aber auch einige Zehntausend Tonnen CO2 in die Luft bläst. Doch es ist die am weitesten entwickelte Anlage dieser Art auf dem Planeten.
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Die Abgase werden nach der Verbrennung der Kohle nicht in die Luft geblasen, sondern gelangen in den CO2-Fänger. Übrig bleibt flüssiges CO2. (© SZ-Grafik)
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Sie stehe auf der vierten von insgesamt sieben Entwicklungsstufen auf dem Weg zur Serienreife, sagt Kraftwerksexperte Hans Joachim Krautz von der Technischen Universität Cottbus.
Die Erfahrungen am Standort Schwarze Pumpe will Vattenfall spätestens 2015 für den Bau zweier leistungsfähiger Demonstrationskraftwerke in Deutschland und Dänemark nutzen, sagt Reinhardt Hassa, Vorstand bei Vattenfall Europe. Das erklärte Unternehmensziel sei, den CO2-Ausstoß aller Kraftwerke des Konzerns bis 2030 zu halbieren.
Bereits in zwölf Jahren würden, so Hassas Vorstellung, in Industrieländern nur noch Kraftwerke mit CCS gebaut werden. Welcher Abscheidetechnik dann der Vorzug gegeben wird, stehe noch nicht fest, sagt der Präsident des Energiekonzerns Vattenfall, Lars Göran Josefsson. Für die Braunkohleanlage von Schwarze Pumpe erschien die Oxyfuel-Technologie optimal, an einem anderen Standort sollen andere Techniken erprobt werden.
Der Strom soll nicht teurer werden
Nach einer Studie im Auftrag des Bundesumweltministeriums aus dem vergangenen Jahr können die verschiedenen Systeme maximal 70 bis 80 Prozent des entstehenden Treibhausgases einfangen. Während der ersten Testläufe schafften die Vattenfall-Ingenieure in Schwarze Pumpe jedoch 99 Prozent, berichtet Hubertus Altman, der technische Leiter von Vattenfall Europe.
Weil die erforderliche Trennung der Gase sehr viel Energie verbraucht, haben Kraftwerke mit CCS einen um etwa zehn Prozent niedrigeren Wirkungsgrad als normale. Ein mit CCS ausgestattetes Braunkohlekraftwerk würde demnach nur noch 33 Prozent der eingesetzten Primärenergie in Strom oder Wärme verwandeln. Dennoch soll der Strom nicht teurer werden als konventionell erzeugter, versichert Josefsson, wenn erstmal der Handel mit CO2-Zertifikaten richtig funktioniert und die Preise von derzeit etwa 24 auf mehr als 30 Euro pro Tonne Kohlendioxid steigen.
Bevor CCS alltagstauglich wird, hat es aber noch viel bedeutsamere Bewährungsproben zu bestehen. Noch ist kein Gramm CO2 nach Altmark transportiert worden. Und das wird auch noch mindestens bis zum nächsten Frühjahr dauern. Die Deponierung von Abgasen ist noch nicht endgültig gesetzlich geregelt.
Der wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen (WBGU) rechnet in einem Szenario damit, dass in den kommenden hundert Jahren 1000 Milliarden Tonnen CO2 unter der Erdkruste gespeichert werden können. Vorausgesetzt, die Technik funktioniert und die Verliese für das Treibhausgas halten dicht.
Auch Reinhard Hüttl vom Geoforschungszentrum Potsdam betont den experimentellen Charakter der Deponie in Altmark: "Wir sind dabei, die Kette zu untersuchen. Es ist ein Forschungsprojekt und damit ist schon gesagt, dass wir erst mitten drin sind in der Bewertung." Dazu kommen Akzeptanzprobleme bei der Bevölkerung.
Für die Sicherheit der unterirdischen Verklappung spricht immerhin die Tatsache, dass man auch Erdgasvorkommen ausbeuten kann. Bis die Transporter in die Altmark rollen dürfen, soll das Gas in Tanks zwischengelagert werden. Und wenn alle Zwischenlager voll seien, könnte man das CO2 ja immer noch gefahrlos in die Atmosphäre entlassen, sagt ein Vattenfall-Sprecher. Es sei ja schließlich nicht giftig. Doch dann korrigiert er sich eilig: "Aber das wäre ja nicht der Sinn der Sache."
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(SZ vom 10.09.2008/mcs)
DFB-Elf vor der Europameisterschaft
wird lediglich in die Zukunft verlagert mit einem kleinen Unterschied zu Atommüll: CO2 hat keine Halbwertzeit! Irgendwann wird es aus dem Erdreich diffundieren und unseren Ururenkeln eine neue Klimakatastrophe bescheren.
Kohlendioxid hat einen Dampfdruck von 57,3 Bar bei 20° C (http://de.wikipedia.org/wiki/Kohlendioxid). In 800 Meter Tiefe ist es wärmer als 20° C, davon können ehemalige "Kumpel" aus dem Bergbau berichten.
Ergo: es baut sich im Untergrund ein gewaltiger Druck auf: 57,3 Kg/cm^2, ergo 573000 Kg/m^2, das sind 573 Tonnen! Was geschieht mit den darüber befindlichen geologischen Schichten? Werden sie angehoben durch den gewaltigen Druck? Wenn ja, reißen die Gesteinschichten auch auf und der ganze Sch..ß kommt wieder aus der Erde zurück in die Atmosphäre? Was sich hier als "Lösung" des Klimaproblems feiern lässt ist lediglich eine kurzfristige Verlagerung des Problems in eine immer ungewisser werdende Zukunft meint ...
Kuni
"Endlagerung" also. Das Konzept hat sich ja schon bei Atomkraftwerken so erfolgreich bewährt, ähem.
Dennoch soll der Strom nicht teurer werden als konventionell erzeugter, versichert Josefsson, wenn erstmal der Handel mit CO2-Zertifikaten richtig funktioniert und die Preise von derzeit etwa 24 auf mehr als 30 Euro pro Tonne Kohlendioxid steigen
Der einzige Grund dafuer ist das die Zertifikate dann fuer viel Geld an andere Unternehmen verkauft werden muessen um den Wirkungsgradverlust, und damitverbundenen hoeheren Kosten pro kWh, auszugleichen.
D.h. Die Kosten werden dann einfach auf andere Firmen die diese Zertifikate kaufen muessen umgelagert. Meistens werden dies Stahl und Alu produzierende Unternehmen sein die nichts unterirdisch lagern koennen. D.h. Die Kosten sehe ich als Kunde dann tatsaechlich nicht auf meine Stromrechnung, dafuer im Laden wo ich Produkte wie Alu-Verpackungen oder sonstige Produkten aus dieser Industriezweige kaufe.
Fuer uns als Kunde wirds so oder so Teurer. Egal wo ich es auf der Rechnung draufgeschlagen bekomme, aber hoeheren Kosten pro kWh die nicht an den Stromkunden sondern ueber Zrtifikate an andere Unternehmen oder Industrien umgelagert werden werde ich als Kunde wieder sehen, egal ob dies auf der Quittung von Prefa, Audi oder PET einkalkuliert wird.
Verstehe mich nicht falsch! Ich halte hier kein Plaedoyer um CO2 in die Luft zu pumpen, aber die Ehrlichkeit gebietet das die Stromproduzenten einfach uns Buerger erzaehlen das die Kosten auf andere Produkten und nicht auf den Strompreise draufgeschlagen werden.
Ich will einfach die GANZE Wahrheit hoeren und das die Produzenten ehrllich zu mir sind, und mir sagen:"CO2 Reduktionen oder Lagerungen kosten Geld, und zertifikate ist eine Umverteilungen der Lasten/Kosten auf andere Industrien" Ich fordere nur Ehrlichkeit und Wahrheit sowohl von unsere Volksvertretungen, der Industrie als auch von unsere Wissenschaftler. Leider hoere ich staendig widersprueche, Luegen, Verheimlichungen oder ausweichende Antworten oder in diesem Fall halbe Wahrheiten. Mein Vertrauen in unsere Industrien und politische Elite die unsere Laender diktiert schrumpft jeden Tag mehr und mehr.
ist ein Landstrich und keine Stadt. Folglich heißt es "in die Altmark" oder "zur Altmark" oder, im Falle des Artikels auch "unter die Altmark", aber "nach Altmark" ist definitiv daneben geraten.
Mein ehrliches Lob Herr Charisius!
Im Spass: Liegt dies an der Nähe zur früheren Oberrealschule in der Wack.. Straße?