Salters Schiffe bringen das Weltklima aber keinesfalls in die Zeit vor der industriellen Revolution zurück, zeigt Phil Rasch vom Pacific Northwest Nationallabor im US-Staat Washington. Er hat den Effekt des Salzwassersprühens in einem Klimamodell im Computer nachgestellt. Zwar lasse sich die Temperatur reduzieren, aber das Muster der Niederschläge ändere sich: In den Tropen falle weniger Regen.

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Ein großer Vorteil der Salzdüngung sei immerhin, dass die zusätzlichen Kondensationskeime in den Wolken keine lange Lebensdauer haben. Stoppt man die Schiffe, endet auch die Manipulation innerhalb von Tagen.

Das gilt im Prinzip auch für die Schwefel-Methode, allerdings bleiben die künstlich eingebrachten Partikel etwa zwei Jahre in der Luft. "Der große Vorteil beim Schwefel ist", sagt David Keith, "dass wir Daten haben." 1991 nämlich explodierte auf den Philippinen der Vulkan Pinatubo und spie 17 Millionen Tonnen Schwefel.

Das kühlte die Erde für zwei Jahre ab, bevor die Erwärmung weiterging. Beim Geo-Engineering müsse man Jahr für Jahr ein Drittel dieser Menge in die Atmosphäre injizieren, sagt Stenchikov. Aber die Lehren vom Pinatubo zeigen ebenfalls, welche unerwünschten Folgen solche Eingriffe haben können. Damals hatte der Vulkanausbruch eine an sich natürliche Phase extremer Wetterereignisse verstärkt. Trockenheit in Südostasien und Starkregen in Peru waren nur einige der Folgen.

Forscher im Dilemma

Solche Fernwirkungen stürzen die Forscher ins Dilemma. "Wer soll die Verfahren kontrollieren?", fragt David Caldeira von der Carnegie Institution an der Stanford University und warnt nur halb scherzend vor einem kaum legitimierten Machtkartell.

Das Problem wird noch dadurch verschärft, dass im Prinzip einzelne Staaten ein eigenes Geo-Engineering-Programm mit globalen Folgen starten könnten. "Es ist billig, einfach, und es braucht nur eine Regierung, die vermessen oder verzweifelt genug ist", warnt der Jurist David Victor von der Stanford University in der aktuellen Ausgabe des Politik-Journals Foreign Policy.

Langen Aufschub dulde die Frage nicht, "wer da das Sagen hat", ergänzte Thomas Schelling in Kopenhagen. "Wie man ein Forschungsprogramm plant und startet, wird zum Präzedenzfall für die spätere Anwendung der Ergebnisse. Wenn die USA jetzt im Alleingang mit Experimenten beginnen, was soll später andere Staaten daran hindern, die Ergebnisse im Alleingang anzuwenden?" Darauf wusste im Saal L des Kopenhagener Konferenzzentrums niemand eine Antwort.

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(SZ vom 13.03.2009/mcs)