Wenn der Klimawandel im Himalaya die Niederschläge reduziert, könnten Millionen Menschen Hunger leiden. Doch die Folgen sind offenbar nicht ganz so drastisch wie gedacht.
Die Folgen des Klimawandels fallen in Asien womöglich weniger dramatisch aus als oft befürchtet. Durch den erwarteten Rückgang der Schnee- und Regenfälle über dem Himalaya könnten statt 750 Millionen aber immerhin 67 Millionen Menschen Hunger leiden, berichten niederländische Forscher (Science, Bd.328, S.1382, 2010).
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Im Himalaya entspringen zahlreiche Flüsse. Darunter Ganges, Brahmaputra, Jangtse und der Gelber Fluss. (© Reuters )
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Sie haben die fünf großen Flusssysteme Indiens und Chinas untersucht, in denen 1,5 Milliarden Menschen leben. Indus, Ganges, Brahmaputra, Jangtse und Gelber Fluss entspringen jeweils im Himalaya. Im Bericht des Weltklimarates IPCC von 2007 heißt es noch, von den Klimaveränderungen könnten in Indien eine halbe und in China eine Viertel Milliarde Menschen "ernsthaft betroffen" sein.
Walter Immerzeel und Kollegen von der Universität Utrecht haben nun die Wasserversorgung in den fünf Flussbecken genauer analysiert. Entscheidende Veränderungen erwarten sie nur bei Indus und Brahmaputra, wo Schmelzwasser aus dem Hochland mehr als ein Drittel der Abflussmenge bildet.
Beim Indus verbrauchen die 210 Millionen Menschen im Einzugsgebiet zudem doppelt so viel Wasser wie dort als Niederschlag fällt - sind also besonders auf Schmelzwasser der Gletscher angewiesen.
Für beide Flüsse zeigen Computersimulationen der Jahre 2046 bis 2065 in Frühjahr und Sommer deutlich reduzierte Niederschläge. Darum könnten die Ernten so weit zurück gehen, dass Nahrungsmittel für 26 Millionen Menschen am Indus und für 35 Millionen Menschen am Brahmaputra fehlen; dort wäre es mehr als die Hälfte der Bevölkerung.
Bei den anderen drei Strömen können vermehrte Regenfälle im Tiefland, das hier deutlich mehr vom Einzugsgebiet ausmacht, die Verluste im Hochland weitgehend ausgleichen. Am Ganges sind noch gut zwei Millionen Menschen betroffen, am Jangtse sieben, während das Becken des Gelben Flusses sogar drei Millionen Menschen mehr ernähren könnte.
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(SZ vom 11.06.2010/cosa)
Großprojekte in Berlin
Ihr Bericht ist hochinteressant, weil er aufzeigt, wie Wissenschaftler "ticken". Sie entwickeln einfach solange irgendwelche Modelle und Statistiken, bis das gewünschte Resultat eintritt. Sinnvollerweise sieht das Resultat dann so aus, dass man erst mal weitere (staatsfinanzierte) Studien erstellen muss, dann läuft das Geschäft wieder, der Arbeitsplatz ist gesichert.
Modelle hat die Finanzindustrie übrigens auch jede Menge entwickelt. Seit Jahrzehnten. Das Resultat kennen wir.
Beste Grüsse
vom KleinenSchweizer