Klimawandel Meeresspiegel steigt deutlich stärker als angenommen

Die Strände von Fort Lauderdale, Florida, wurden während des Hurrikans Sandy überflutet. Nun befürchtet die Stadt, dass es aufgrund steigender Meeresspiegel erneut und langfristig zu ähnlichen Schäden kommen wird.

(Foto: AFP)

Deutsche Forscher warnen, dass der Weltklimarat IPCC den Anstieg des Meeresspiegels weit unterschätzt hat. Für dessen Analysen war das Abschmelzen von Gletschern in Grönland oder der Antarktis nicht berücksichtigt worden.

Von Christopher Schrader

Der globale Meeresspiegel steigt offenbar deutlich schneller, als es der Weltklimarat IPCC in seinen Berichten 2001 und 2007 erwartet hat.

Das internationale Forschergremium hatte eine Zunahme von zwei Millimetern pro Jahr vorhergesagt, das Wasser steige zurzeit aber mit 3,2 Millimeter pro Jahr an, besagt eine neue Analyse.

Die Forscher um Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung haben dafür Satellitendaten und Messungen an Gezeitenpegeln von 1990 bis 2011 kombiniert (Environmental Research Letters, online).

Die relativ beruhigende Annahme des Weltklimarats für die Zukunft könnte daher deutlich übertroffen werden.

Das Forschergremium im Auftrag der Vereinten Nationen hatte 2007 mit einem Anstieg von 18 bis 59 Zentimetern bis zum Ende dieses Jahrhunderts gerechnet, dabei allerdings das Abschmelzen von Gletschern in Grönland oder der Antarktis nicht berücksichtigt.

Rahmstorf und seine Kollegen sehen in den vorliegenden Daten Anzeichen, dass der Meeresspiegel beschleunigt ansteigt.

Während der Zuwachs Anfang des 20. Jahrhunderts bei einem Millimeter pro Jahr lag und in der Mitte des Jahrhunderts 1,5 Millimeter betrug, habe er nun drei Millimeter übertroffen.