Bislang steht Italien beim Umweltschutz nicht in der ersten Reihe. Weil es die Verpflichtungen nach dem Kyoto-Protokoll, weniger Treibhausgase auszustoßen, nicht erfüllt, drohen Rom Milliarden Euro an Strafzahlungen.

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Dennoch sollen die Kohlekraftwerke ausgebaut werden. Laut einer Studie von Greenpeace könnte sich der Kohlendioxid-Ausstoß noch massiv erhöhen. Der Anteil "sauberer" Energien - die etwa aus Sonne, Wind und Wasser gewonnen werden - liegt in Italien nur bei 2,5 Prozent.

Deshalb kritisiert der Energie-Report der EU-Kommission: "Italien ist weit davon entfernt, die Ziele zu erreichen, die auf nationaler und europäischer Ebene festgesetzt wurden."Auch beim Energiesparen liegt einiges im Argen.

So hapert es in Italien beim öffentlichen Nahverkehr, bei der Wärmedämmung der Häuser und bei den Heizungssystemen. Viele Wohnungen der Palazzi - der großen Wohnblocks - haben keine individuell ein- und ausschaltbaren Anlagen, viele Heizkörper keine Thermostate. Auch wer will, tut sich schwer, Energie zu sparen.

Die Links-Regierung, an der die kleine Grüne Partei beteiligt ist, hat versprochen, dem Umweltschutz Vorrang einzuräumen. Das aktuelle Wetter könnte dabei helfen, weil es viele Menschen zum Nachdenken bringt. Andererseits prophezeien die Meteorologen für die kommende Woche einen Wetterwechsel mit Schnee und Regen - und der könnte manchen guten Vorsatz wegschwemmen.

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(SZ vom 17.1.2007)