Einmal mehr bestätigen wissenschaftliche Studien, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel die Natur massiv und weltweit verändert.

Einmal mehr bestätigen wissenschaftliche Studien, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel die Natur massiv und weltweit verändert. Zugleich ist die Konzentration der Treibhausgase Kohlendioxid (CO2) und Methan derzeit so hoch wie noch nie seit 800.000 Jahren.

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Das Kohlekraftwerk in Xining in China. Der Klimawandel löst eine frühere Schneeschmelze aus, erwärmt die Gewässer, lässt Pflanzen früher blühen und verändert das Verhalten von Tieren. (© Foto: dpa)

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Gleich drei Untersuchungen dazu wurden jetzt im Fachblatt Nature (Bd. 453, S. 353, DOI 10.1038/nature06937, 10.1038/nature06949 und 10.1038/nature06950) veröffentlicht.

Demnach sorgt der Klimawandel für eine frühere Schneeschmelze, erwärmt Flüsse, Seen und Meere, lässt Pflanzen früher blühen oder verändert das Verhalten von Tieren.

Dass die vom menschengemachte Erderwärmung Ursache der Veränderungen in biologischen und physikalischen System ist, war von Experten zwar bereits als wahrscheinlich angesehen worden, ist aber in diesem Umfang bisher noch nicht gezeigt worden.

Das Team um Cynthia Rosenzweig vom Goddard Institute for Space Studies der Nasa (New York/US-Staat New York) hat fast 30.000 Datensätze zwischen 1970 und 2004 ausgewertet. Es erfasste zunächst die in Studien beschriebenen Veränderungen biologischer und physikalischer Systeme, also etwa den Blühzeitpunkt, die Gletscherschmelze oder die Zugvögelrouten. Dann überprüften die Forscher, ob die jeweiligen Veränderungen mit einer Erwärmung des Klimas zu erklären sind.

Wie sich herausstellte, ließen sich 95 Prozent der physikalischen Veränderungen durch einen Anstieg der Temperaturen erklären. In biologischen Systemen zeigte sich ein Zusammenhang in 90 Prozent der Fälle. Natürliche Klimaschwankungen könnten die Beobachtungen nicht erklären, berichten die US-Forscher weiter.

Rückblick in die Klimageschichte

Ein europäisches Forscherteam hat unterdessen das derzeit umfassendsten Klimaarchiv der Welt ausgewertet - einen 3270 Meter langen Eisbohrkern der Antarktis. Demnach ist die heutigen CO2- Konzentrationen in der Atmosphäre mehr als 28 Prozent höher als je zuvor in den vergangenen 800.000 Jahren, wie die Universität Bern berichtet. "Methan ist heute um über 124 Prozent höher als je zuvor in den letzten 800.000 Jahren."

Bislang reichte diese Klimareihe nur rund 650.000 Jahre zurück. Das Team um Thomas Stocker habe den engen Zusammenhang zwischen CO2 und der Temperaturentwicklung bestätigt.

Derweil streiten sich deutsche Forscher, über das Klima in den kommenden zehn Jahren. Der Potsdamer Prof. Stefan Rahmstorf widersprach der aktuellen These seiner Kieler Kollegen von einer längeren Pause der globalen Erderwärmung.

"Die neue Prognose ist keinesfalls Konsens unter den Klimaforschern - ganz im Gegensatz zur vom Mensch verursachten globalen Erwärmung", sagte Rahmstorf der Frankfurter Rundschau.

Berechnungen des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften hatten ergeben, dass die Erdtemperatur im kommenden Jahrzehnt nicht um 0,3 Grad steigen werde, wie vom Weltklimarat (IPCC) vorhergesagt.

Stattdessen werde sie auf dem derzeitigen Niveau verbleiben. In Mittel- und Nordeuropa könnte es laut diesen Berechnungen sogar um ein Zehntel Grad kühler werden. Grund seien natürliche Schwankungen der Meeresströme.

Laut Rahmstorf hingegen sammelt sich Kohlendioxid über die Jahrzehnte immer weiter an. Er habe zusammen mit seinen Kollegen sogar 5000 Euro darauf gewettet, dass die Erdtemperatur sich im nächsten Jahrzehnt weiter erhöht.

"Die Wette bezieht sich darauf, ob man natürliche Schwankungen in der globalen Temperatur über zehn Jahre vorhersagen kann. Wir glauben das nicht."

Doch selbst der Kieler Prof. Mojib Latif warnt vor einer Fehlinterpretation seiner Prognose. "Wir postulieren nicht, dass die vom Menschen verursachte Klimaänderung nicht so schlimm ausfallen wird, wie befürchtet."

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(dpa/mcs)