Klimawandel in den USA Mehr Hitze, weniger Strom

Die Stromversorung der USA könnte durch Hitze in Gefahr geraten. Auch Solarkraftwerke bekommen bei hohen Temperaturen Probleme.

(Foto: dpa)
  • Der Klimawandel könnte in den USA zu mehr Hitzetoten und Stromknappheit führen.
  • Die Bevölkerungsentwicklung müsse bei der Diskussion des Klimawandels stärker berücksichtigt werden, sagen Forscher.
  • Als Lösung schlagen sie effizientere Kraftwerke oder einen Ausbau des Stromnetzes vor.
Von Robert Gast

Der Klimawandel könnte in Teilen der USA zu mehr Hitzetoten und zu Engpässen bei der Stromversorgung führen, warnen zwei Forschergruppen im Fachjournal Nature Climate Change. 2041 bis 2070 werde es mehr Hitzewellen im Süden und Südwesten der USA geben, schreibt ein Team um Bryan Jones von der City University of New York. In Texas und Florida könnte das Thermometer an mehr als 50 Tagen im Jahr auf 35 Grad Celsius oder mehr klettern.

Insgesamt könnte die Hitzebelastung so auf das vier- bis sechsfache anwachsen. In diesen Regionen erwarten Demografen aber auch einen starken Bevölkerungszuwachs, der im gleichen Maß wie der Klimawandel zu der Zunahme beiträgt. Wie sich die Bevölkerung in urbanen Regionen entwickele, müsse bei der Diskussion des Klimawandels stärker berücksichtigt werden, fordern die Autoren.

Kühlwasser für Kohle- und Atomkraftwerke kommt oft aus Flüssen

Ihrer Prognose legten sie ein pessimistisches Klimaszenario zugrunde, in dem sich die Menschheit nur langsam auf den Klimawandel einstellt. Derzeit trägt Extremhitze jedes Jahr zum Tod von etwa 800 Amerikanern bei.

Auch die Stromversorgung im Westen der USA könnte von Hitze betroffen sein. Kohle- und Atomkraftwerke entnehmen ihr Kühlwasser oft aus Flüssen, was sie anfällig für Dürren macht. Auch Fotovoltaik-Anlagen liefern bei hohen Temperaturen weniger Strom. Kraftwerke könnten daher um 2050 bis zu 2,7 Gigawatt weniger Leistung liefern als heute, schreiben Matthew Bartos und Mikhail Chester von der Arizona State University.

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Immer häufiger Stromausfälle befürchtet

Das entspricht zwar nur einem Prozent der installierten Kapazität. In Kalifornien und in Wüstenregionen könnte es trotzdem zu Stromausfällen kommen, so die Forscher. Es sei denn, Amerika baue effizientere Kraftwerke oder erweitere sein Stromnetz. Denn im Nordwesten soll der Klimawandel Wind- und Wasserkraft fördern.