Klimawandel Fünf Pazifikinseln sind verschwunden

Die Marovo-Lagune gibt es noch, doch Erosionsprozesse nagen an den Inseln der Salomonen.

Mindestens fünf Südseeinseln sind unwiederbringlich im Meer versunken. Ist der Klimawandel schuld?

Von Marlene Weiß

Das Wasser ist nur um wenige Zentimeter angestiegen, aber es war offenbar zu viel. Mindestens fünf unbewohnte Inseln im Südsee-Inselstaat der Salomonen sind unwiederbringlich im Meer versunken. Als Grund nennen australische Forscher um Simon Albert von der University of Queensland ein Zusammenspiel von natürlicher Erosion und dem Anstieg des Meeresspiegels (Environmental Research Letters).

Zu den Salomonen gehören knapp 1000 Inseln, das Bild zeigt die Marovo-Lagune. Anhand von Luftbild- und Satellitenaufnahmen aus den Jahren 1947 bis 2014 untersuchten die Wissenschaftler die Entwicklung von 33 Inseln. Drei von ihnen waren schon im Jahr 2002 verschwunden, eine weitere war 2011 weg, und die letzte, Kale, ging offenbar erst zwischen 2011 und 2014 unter - auf dem Satellitenbild des Kartendienstes Google Maps ist sie noch zu sehen.

Sechs weitere Inseln verloren seit 1947 mehr als ein Fünftel ihrer Fläche. Eine Gruppe geschützt gelegener Inseln dagegen blieb unversehrt. Küstenerosion von Pazifikinseln ist kein neues Phänomen. Aber der Meeresspiegel, der in der Region auch durch veränderte Windmuster seit 1994 um bis zu 15 Zentimeter anstieg, hat die Lage offenbar verschärft: Aus Überresten alter Bäume schließen die Forscher, dass die Küstenlinie der betroffenen Inseln in den Jahrhunderten zuvor nahezu stabil war.

Was Forscher über den Klimawandel wirklich wissen

Wie ist der Stand der Wissenschaft zu den wichtigsten Fragen? Von Christoph Behrens, Marlene Weiß und Markus C. Schulte von Drach mehr ... Überblick