Etliche Staaten fordern nach dem Weltklimabericht eine starke UN-Umweltbehörde. Doch USA, Russland, China und Indien widersetzen sich dem Vorstoß aus Angst vor scharfen Umweltregeln.
Die vier Länder mit dem weltweit größten Ausstoß umweltschädlicher Treibhausgase - die USA, Russland, China und Indien - lehnen die Schaffung einer starken UN-Umweltbehörde ab.
Rauch über einer Fabrik in der chinesischen Provinz Heilongjiang. (© Foto: AP)
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Für eine solche Institution hatten sich am Wochenende angesichts des alarmierenden Weltklimaberichts in Paris 46 Staaten ausgesprochen, um gegen eine befürchtete ökologische Katastrophe vorzugehen. Die Umweltkonferenz rief die UN zur Verabschiedung einer "universellen Erklärung der Umweltrechte und -pflichten" auf.
Das "auf zügelloser Verschwendung der Naturressourcen gründende Modell" des Wirtschaftens müsse nachhaltigem ökologischem Wachstum weichen, heißt es in einer Erklärung.
Die Gruppe der 46 Staaten, darunter Deutschland sowie fast alle europäischen Länder, aber auch Chile, Ecuador und Kambodscha, will sich erstmals im Frühjahr in Marokko treffen. Anfang 2008 soll der UN-Vollversammlung der Entwurf für ein Statut der Umweltorganisation "nach dem Vorbild der Weltgesundheitsorganisation WHO" vorgelegt werden.
Sie soll mit ihren Analyse- und Entscheidungsbefugnissen weit mehr Kompetenzen erhalten als das UN-Umweltprogramm. Dabei soll sie "ökologische Schäden bewerten, die umweltfreundlichsten Technologien fördern" und aktive Umweltpolitik durchsetzen.
Die USA, Russland, China und Indien unterzeichneten dagegen den Aufruf der "Pariser Erklärung" nicht. Sie fürchten, eine gestärkte UN-Umweltorganisation könnte die Einhaltung scharfer Umweltregeln erzwingen wollen.
Der US-Anteil am Ausstoß von Treibhausgasen sei nur "gering, wenn man sich den Rest der Welt ansieht", sagte US-Energieminister Sam Bodman. "Nötig ist wirklich eine weltweite Diskussion."
Zugleich bekräftigte er die ablehnende Haltung seiner Regierung gegen verbindliche Grenzwerte für den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid. China reagierte offiziell zunächst nicht auf den Weltklimabericht; er blieb in den Fernsehnachrichten am Freitag und Samstag unerwähnt.
In den Zeitungen wurde das Thema zumeist nur auf den hinteren Seiten behandelt. Für das kommende Jahrzehnt wird erwartet, dass China die USA als größten Schadstoffproduzenten überholt.
Wenige Stunden vor Eröffnung der Konferenz hatte der Weltklimarat am Freitag seinen jüngsten Bericht über die Erderwärmung vorgelegt.
Darin wird ein deutlicher Temperaturanstieg von bis zu 6,4 Grad sowie ein höherer Meeresspiegel von bis zu 59 Zentimeter für das Jahr 2100 prognostiziert.
Mit ihrer Einschätzung, der vom Menschen verursachte Treibhauseffekt werde sich auch nicht durch einen sofortigen Emissionsstopp von Kohlendioxid aufhalten lassen, lösten die UN-Forscher weltweit große Sorge sowie Forderungen nach einem Eingreifen der Politik aus.
Zwischen der Kommission der Europäischen Union und der Bundesregierung kam es daraufhin zu einem Streit über den deutschen Klimaschutz-Beitrag. EU-Umweltkommissar Stavros Dimas bescheinigte Deutschland ehrliche Bemühungen.
Es sei "aber leider derzeit keineswegs Vorreiter beim Klimaschutz", sagte Dimas in der Bild am Sonntag.
Dagegen betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel die deutsche Vorreiterrolle. Schon heute erbringe Deutschland allein 75 Prozent der Treibhausgas-Senkung, die die EU insgesamt zwischen 2008 und 2012 schaffen müsse, sagte Merkel derselben Zeitung.
(SZ vom 5.2.2007)
Großprojekte in Berlin
Ich bin enttäuscht!
Ich hätte nicht gedacht, dass die Süddeutsche Zeitung es nötig hat die Bildzeitung zu zitieren!
Es kann doch nicht sein, dass zu Gunsten der schnellen Berichterstattung die Qualität der Inhalte auf der Strecke bleibt. Mal abgesehen von dem Inhalt dieses Beitrages. Der übrigens sehr interessant ist... Das am Rande.
Ich danke Ihnen fuer Ihren Rat und Ihre Reaktion!
Im Angesicht dessen, wie wenig Menschen um mich herum und wie wenig Artikel sich mit diesem uns alle betreffenden Thema immer noch befassen, bin ich froh, eine anonyme Reaktion zu sehen!!!
Dieses Thema muesste nun endlich Mittelpunkt eines jeden Treffens mit Freunden sein, ich versuche es!
Brimaya
Zum Beitrag meines Vorredners/Vorrednerin:
Aus Ihrem Beitrag spricht die Machtlosigkeit die wir alle empfinden angesichts der Brutalitaet und Dummheit, mit der Maechtige und Reiche und ganze Staaten unsere Zukunft niederbuegeln.
Bitte kaufen oder leihen Sie sich das Buch von Tim Flannery 'Wir Wettermacher'. Ich kann es uneingeschraenkt empfehlen. Sie werden es in einem Zug durchlesen und als Referenz immer wieder zur hand nehmen.
Gemaess Flannery kann man als einzelner Mensch oder als kleine Familie viel tun: Kaufen Sie sich ein Auto mit Hybridantrieb oder das fuer Ihren Zweck kleinstmoegliche Fahrzeug. Kaufen Sie kein Auto aus China und der USA. Generell, kaufen Sie keine Produkte aus USA, Australien, Monaco und Liechtenstein, denn diese Staaten haben das Kyotoprotokoll zur Eindaemmung der CO2-Emmissionen nicht unterzeichnet. Wenn Ihr Stromversorger 'gruenen' Strom anbietet, koennen Sie zu einem zusaetzlichen kleinen Betrag die Emmissionen Ihres Haushalts gleichfalls deutlich reduzieren. Schreiben Sie an Ihre Wahlkreisabgeordneten, fragen Sie die Damen und Herren, ob sie den Klimawandel zum Hauptthema ihrer Politik machen werden/bereits gemacht haben. Fragen Sie, ob sie sich fuer die Geschwindigkeitsbegrenzung auf deutschen Autobahnen stark machen werden. Sollten Sie ein eigenes Haus besitzen, ueberlegen Sie sich die Installation einer Solaranlage (thermisch oder voltaisch oder beides).
Was koennen wir tun, um die Staaten, welche den Vorschlag der Gruendung einer globalen Umweltbehoerde nicht unterzeichnet haben, dazu zu bewegen, einzusehen, dass wir etwas und zwar ALLES tun muessen, um die Situation zu retten?
Wir muessen jetzt dran bleiben, sonst versickert das derzeitige Bewusstsein um den schlimmen Zustand der Verschmutzung und Zerstoerung der oekologischen Gleichgewichte erneut im Matsch unseres Egoismuses, der uns alle so zu beherrschen scheint, dass wir das Ueberleben der Menschheit under Natur wie wir sie jetzt kennen, darunter begraben.
Ich moechte aktiv sein, bin jedoch ratlos, was WIR tun koennen, ausser im kleinen daheim bewusst zu handeln.