Klimawandel Der Ausstoß von Kohlendioxid wächst weiter

Weltweit wird immer mehr klimaschädliches Kohlendioxid in die Luft geblasen. China, die USA und Europa sind die Regionen mit dem größten CO2-Emissionen.

Christopher Schrader

Der weltweite Ausstoß von Kohlendioxid ist im Jahr 2011 kräftig gewachsen und dürfte auch 2012 in ähnlichem Ausmaß zulegen. Die Emissionen waren 2011 um drei Prozent auf 34,8 Milliarden Tonnen gestiegen. 2012 werden sie nach Schätzungen der Wissenschaftler des Global Carbon Project um weitere 2,6 Prozent auf 35,6 Milliarden Tonnen anwachsen. In beiden Jahren kommen jeweils 3,7 Milliarden Tonnen hinzu, die durch Abholzen des Regenwaldes und andere Veränderungen in der Landnutzung freigesetzt werden. Die Forscher des Projekts, neun Experten um Glen Peters vom Zentrum für internationale Klimaforschung in Oslo, haben ihre Daten in Nature Climate Change und Earth System Science Data (jeweils online) veröffentlicht.

Sie verbinden ihre Analyse mit der ernsten Warnung, dass es nun sehr schwierig werde, die Erwärmung, wie von der Staatengemeinschaft beschlossen, auf einen Wert von weniger als zwei Grad Celsius zu begrenzen. 0,8 Grad dieser Erwärmung sind bereits messbar. Selbst einem - völlig illusorischen - Stopp der CO2-Emissionen würde noch eine weitere Erwärmung von 0,5 Grad folgen. Der Grund dafür ist, dass das Klimasystem sehr träge reagiert und die Menge Kohlendioxid in der Luft seine volle Wirkung noch nicht entfaltet hat.

Die Nation mit dem größten Ausstoß in absoluten Zahlen ist China, das im vergangenen Jahr 28 Prozent der gesamten Mengen freisetzte. Darauf folgten die USA mit 16 Prozent, Europa mit elf und Indien mit sieben Prozent. Beim Pro-Kopf-Ausstoß stehen die USA mit 17,2 Tonnen pro Person und Jahr sehr weit oben, übertroffen nur von einigen Golf-Emiraten wie Katar, wo zurzeit der Klimagipfel stattfindet. Indien hat ein Zehntel des amerikanischen Wertes, China etwas mehr als Drittel, nämlich 6,6. Die Supermacht nähert sich bereits an den europäischen Durchschnittswert von 7,3 Tonnen pro Kopf und Jahr an. Deutschland ist in Europa der größte Emittent mit einem Pro-Kopf-Ausstoß von neun Tonnen pro Jahr.

Von den Emissionen stammen 43 Prozent aus der Verbrennung von Kohle, 34 Prozent aus dem Ölverbrauch, 18 Prozent aus der Gasnutzung und fünf Prozent aus der Zementproduktion, bei der chemische Prozesse viel CO2 freisetzen. Der Bauboom vor allem in asiatischen Großstädten heizt also den Klimawandel auf vielfache Weise an, denn Städter stellen auch ihre Lebensweise stärker auf westliche Maßstäbe um.