Klimaforscher wissen zu wenig darüber, wie sich das Treibhausgas Kohlendioxid in der Atmosphäre verteilt. Nun fordern sie mehr Satelliten zur Erdbeobachtung.
Kohlendioxid befeuert bekanntlich den Klimawandel. Doch wie sich das Treibhausgas in der Erdatmosphäre verteilt, ist erstaunlich wenig bekannt - vor allem aussagekräftige Daten aus dem Weltraum fehlen den Klimaforschern.
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Das Orbiting Carbon Observatory (OCO) ist der erste Kohlendioxid-Messsatellit. (© Foto: Nasa/JPL)
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Am heutigen Dienstag soll sich das ändern: Die US-Raumfahrtbehörde Nasa will das Orbiting Carbon Observatory (OCO), den ersten CO2-Messsatelliten, in eine Erdumlaufbahn schicken.
Obwohl auch dieses Observatorium den beteiligten Wissenschaftlern noch nicht genügt - "wir haben damit noch immer kein vernünftiges Klimabeobachtungssystem", kritisiert Nasa-Klimaforscher Bruce Wielicki - , wird OCO einige wertvolle Daten liefern.
Mindestens zwei Jahre lang soll die Sonde den Planeten auf einer polaren Umlaufbahn umkreisen und dabei alle 16 Tage die gleichen Regionen der Erde überfliegen. Während dieser gut zwei Wochen kommen mehr als acht Millionen Messdaten zusammen, die anschließend mit den Werten des vorherigen Überflugs verglichen werden können. Davon erhoffen sich die Forscher Hinweise auf die dynamische Entwicklung der CO2-Konzentration in der Luft.
Diese ist einem ständigen Wechsel unterworfen. Knapp 7,5 Milliarden Tonnen Kohlenstoff in Form von CO2 gelangen im Laufe eines Jahres durch menschliche Aktivitäten in die Atmosphäre, etwa die Hälfte davon baut die Natur selbst wieder ab.
Doch wo und wie das im einzelnen geschieht, ist weitgehend unbekannt - irdische Messstellen, aber auch der vor einem Monat gestartete japanische Treibhausgas-Satellit Ibuki, liefern hierzu nur ein unvollständiges Bild.
Der knapp 275 Millionen Dollar teure OCO soll die Kohlendioxid-Konzentration in Bodennähe mit bislang nicht gekannter Genauigkeit vermessen. "Auf diese Weise kann der Satellit erstmals irdische Kohlendioxid-Quellen und Senken identifizieren und etwaige Veränderungen im Verlauf eines Jahres erkennen", sagt James Gleason, Atmosphärenforscher am Goddard Space Flight Center der Nasa. Das soll genauere Vorhersagen zur Verteilung des Gases möglich machen - und letztlich auch bessere Klimaprognosen.
Voraussetzung ist allerdings, dass auch andere Erdbeobachtungssatelliten verlässlich Daten liefern und rechtzeitig ersetzt werden. Danach sieht es aber nicht aus. "Für die Satelliten, die heute im Orbit sind, gibt es keine einzige Nachfolgemission", klagte Thomas Ackerman von der Universität Washington kürzlich beim Jahrestreffen des amerikanischen Wissenschaftlerverbandes AAAS in Chicago. Dies sei gravierend, weil von den ersten Planungen bis zum Start eines neuen Satelliten gut zehn Jahre vergehen.
Ohne klare Linie
Die Folgen für die Forschung könnten schon bald spürbar sein. "Bei der Beobachtung der Ozeane aus dem Weltall haben wir ein 15 Jahre zurück reichendes Klimaarchiv aufgebaut", sagt Kathryn Kelly, Meeresforscherin an der Universität Washington. "Diese Kontinuität ist nun in Gefahr."
So hat das Seawifs-Instrument, das 1997 ins All gestartet wurde und seitdem den Planktongehalt in den Weltmeeren misst, seine geplante Lebensdauer längst überschritten. Ohne Seawifs können die Messgeräte später gestarteter Satelliten aber nicht geeicht werden.
"Eigentlich müssten wir neue Satelliten ins All bringen, bevor die alten sterben", sagte Kelly in Chicago, "doch nach 2010 hat die Nasa nicht eine einzige ozeanographische Mission genehmigt." Angeblich fehlt das Geld.
Bruce Wielicki sieht weniger ein finanzielles Problem, sondern falsch gesetzte Prioritäten. "Wir haben keine Klimaagentur", klagt der Nasa-Forscher. "Sowohl bei der Weltraumbehörde als auch bei der Wetterbehörde NOAA steht Klima immer erst an zweiter oder dritter Stelle." Köpfe, Budgets und Prioritäten veränderten sich fast jährlich.
Letztlich helfe nur eine langfristige Vision und ein internationales Abkommen zum Aufbau eines Klimabeobachtungssystems. "Nur dann", sagt Wielicki, "werden die einzelnen Staaten die nötigen Schritte unternehmen - und sich auch an ihre Versprechungen halten."
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(SZ vom 24.02.2009/mcs)
DFB-Elf vor der Europameisterschaft
Bei den Ausgasungen, die in der Nähe von tätigen Vulkanen (Mauna Loa ist in der Gegend nicht der einzige Vertreter) auftreten, muss man sich schon wundern, wieso Keeling gerade diesen Gipfel als Messpunkt ausgewählt hat. Aber bei der geringen Dichte an Messstationen spielt das sowieso keine Rolle, wenn ... man weiß wie ein Hockeystick aussieht.
Es ist aber auf jeden Fall gesichert, daß erhöhter Ausstoß von Treibhausgasen (von denen CO2 zwar das schwächste, aber auch das am meisten ausgestoßene ist - so werden andere Gase, z.B. Methan, oft in CO2 - Äquivalenten gemessen) zur Erwärmung des Klimas führt. So langsam sollte das jeder einsehen und dementsprechend muß gehandelt werden. Bloß weil man nicht weiß, wie schlimm es kommt, sollte man nicht an den wissenschaftlichen Methoden meckern. Die Belege dafür, daß sich etwas radikal ändert, sind extrem divers - abgesehen von den bekannten Klimakurven zurückweichende Gletscher, Vögel, die nicht mehr nach Süden ziehen, Veränderungen der Ozeanzirkulation, tropische Fischarten vor Kanada, verminderter Schneefall in der Antarktis, längere Dürren, mehr El Nino, Ausbreitung von Malaria nach Norden.
Übrigens, paläontologisch gesehen folgen Massenaussterben auffällig häufig erhöhten atmosphärischen CO2-Werten und Temperaturerhöhungen. Letztesmal vor ca. 55 Millionen Jahren, da ist ein Großteil der Säugerfamilien, die es damals gab, ausgestorben.
hatetepe://www.heise.de/tp/r4/artikel/18/18536/1.html
ganz so unsicher ist die Datenlage nicht, und die Messstation auf dem Mauna Loa ist weitab von jedem industriellen Emissionszentrum. Inwieweit ein neuer Satelit hier die Erkenntnislage signifikant verbessert, darf sicher hinterfragt werden.
Ob die vertikale Verteilung (adenosine) überhaupt gemessen werden kann, steht m.E. nach in Zweifel. Ob der Zeitpunkt in Anbetracht der derzeitigen Wirtschaftskrise glücklich gewählt ist, darf auch angezweifelt werden. Interessant wird aber sein, die Veränderungen zu vermelden, die sich bei einem Wiederanlauf der Produktionsprozesse abzeichnen werden. Ansonsten: Alles wie gehabt meint ...
Kuni
Schön zu hören, dass die "gesicherten Erkenntnisse" über den Klimawandel, seine Ursachen und Auswirkungen nun doch wieder eher als spekulativ gelten können, weil letztlich eine geeignete Datengrundlage fehlt und die komplexen globalen Wechselwirkungen gar nicht ausermittelt sind. - So gesehen sind die Satelliten sicher nützlich.
Sicherlich müssen wir unsere Emissionen und den Raubbau an der Natur drastisch einschränken. Daran besteht kein Zweifel.
Wenn es dann aber heißt, die Dunstabzugshaube über der Antarktis (das Ozonloch) dürfe sich nicht wieder schließen, weil es sonst einen Treibhausgas-Rückstau auf der Südhalbkugel gebe, dann darf man sich schon wundern [http://www.g-o.de/wissen-aktuell-8142-2008-04-25.html].
Dann liest man anderswo [http://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenaktivität], dass wir auf ein solares Aktivitätsmaximum zulaufen, die globale Erwärmung also (nicht nur, sondern vor allem???) auf solare Strahlungszyklen zurückzuführen ist, wie vor 1.000 Jahren, als die Wikinger nach Grün(Grön-)land segelten.
Steht und also noch viel gravierende globale Veränderungen bevor man uns glauben machen will?
Das Ärgerliche an dieser gesamten öffentlichen Diskussion über den Klimwandel ist die arrogante Rechthaberei des wissenschaftlichen und politischen Mainstreams. In Wirklichkeit reden wir über spekulative Modelle mit ungesicherter Datengrundlage, die man uns als sichere Prognosen verkauft.
Ihr einziger Sinn: Politische Manipulation. - Schade eigentlich.
Das Ergebnis wird sein: Außer Spesen nichts gewesen. Die Atmosphäre wird so gut durchmischt sein, dass die Unterschiede für die Klimaprognosen irrelevant sind. Es wird noch rauskommen das in der Nähe der CO2-Quellen (Kontinente, Nordhalbkugel) die Konzentration etwas höher ist und die vertikale Konzentration in Abhängigkeit von den Aufwinden etwas variiert. Es lassen sich sicherlich sinnvollere Messinstrumenten auf Satelliten unterbringen.
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