Klimaschutz-Index Deutschland rutscht im Ranking ab

Offshore-Windpark vor Kopenhagen: Bestplatziertes Land beim Klimaschutz-Index 2013 ist Dänemark, Deutschland verlor zwei Plätze.

(Foto: dpa)

Die EU-Staaten engagieren sich einer Studie zufolge am meisten für den Klimaschutz, angeführt von Dänemark. Allerdings sind die gesunkenen Emissionen auch auf die Wirtschaftskrise zurückzuführen. Deutschland schneidet schlechter ab als in den Vorjahren.

Europa schneidet beim Klimaschutz weltweit am besten ab. Gründe dafür sind die Wirtschaftskrise und eine vergleichsweise gute Klimapolitik. Das geht aus dem neuesten Klimaschutz-Index hervor, den die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch am Rande der UN-Klimakonferenz in Doha vorstellte.

Die Plätze eins bis drei blieben ließ Germanwatch allerdings wieder frei, da keines der untersuchten Industrie- und Schwellenländer nach Ansicht der Autoren genug unternimmt, um den Klimawandel zu bremsen. "Solange die EU blockiert ist und sich nicht darauf einigen kann, die Emissionen bis 2020 um 30 Prozent zu reduzieren, werden sich die Länder der EU nicht mehr lange auf den vorderen Plätzen halten können", warnte Wendel Trio vom Climate Action Network Europe.

Unter den 58 bewerteten Ländern schnitt Dänemark am besten ab, es kam auf Platz vier. Die Experten lobten hier den Trend zu immer weniger CO2-Emissionen sowie die Klimagesetzgebung. Schweden folgt auf Rang fünf.

Portugal errang Platz sechs, was die Experten als "Überraschung" werteten: Bedingt durch die schwere Wirtschaftskrise seien dort - wie auch in Spanien, Italien, Irland und Griechenland - die Emissionen deutlich zurückgegangen. Anders als die übrigen Euro-Krisenländer habe Portugal aber seine positive Klimapolitik fortgeführt. Die Wirtschaftskrise sei nur ein "kurzfristiger Faktor", auf dem sich kein Land ausruhen dürfe.

Als schlechtester der Industriestaaten schnitt Kanada ab, auf den letzten Plätzen befinden sich erneut Saudi-Arabien, Iran und Kasachstan. Sie sind abhängig von ihren Öl- und Gasexporten. Katar, Gastgeber der diesjährigen Klimakonferenz in Doha, wurde nicht bewertet - bei den Emissionen aber schneide das Land noch schlechter als Saudi-Arabien ab.

Experten fordern von Berlin mehr Entschlossenheit

Deutschland fiel in der Bewertung um zwei Plätze auf Rang acht. Zwar könne die deutsche Energiewende ein Modell für andere Länder sein, die versuchen, von fossilen Energieträgern loszukommen. Gleichzeitig aber befürchten die Experten, dass die Energiewende und der Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland ins Stocken geraten könnten. Berlin müsse entschlossener handeln, hieß es.

Insgesamt aber seien die Investitionen in erneuerbare Energien vielversprechend - und das nicht nur in Deutschland. Auch China (Platz 54) und die USA (Platz 43) hätten in den vergangenen Jahren massiv investiert. Die USA hätten - ausgehend von einem sehr hohen Emissionsniveau - ihren CO2-Ausstoß deutlich senken können. Grund dafür seien aber vor allem wirtschaftliche Einbrüche gewesen.

Für den Klimaindex bewerten die Experten die Höhe der Emissionen, den Emissionstrend, den Anteil erneuerbarer Energien und die Klimapolitik. Germanwatch hatte zusammen mit dem Climate Action Network (CAN Europe) die Länder untersucht, die für 90 Prozent der weltweiten, energiebedingten Kohlendioxidemissionen verantwortlich sind. Sie berücksichtigten Daten bis zum Jahr 2010. Im Bereich Politik wurden dagegen auch jüngste Entwicklungen einbezogen.