Wir haben noch gar nicht begriffen, welche Bedrohung der Klimawandel für das menschliche Zusammenleben bedeutet, warnt der Essener Sozialpsychologe Harald Welzer in seinem Buch "Klimakriege".
Es sind zwei Thesen, die der Essener Sozialpsychologe Harald Welzer zusammengebracht hat und die ihm als Grundlage für eine überaus beunruhigende Prognose dienen:
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Aufgrund des Klimawandels müssen wir mit weiteren Kriegen wie in Darfur rechnen, warnt Harald Welzer. (© Foto: AFP)
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Der Klimawandel, so die erste These, stellt eine weithin noch unbegriffene Bedrohung menschlichen Zusammenlebens dar, und unbegriffen ist er darum, weil wir ihn uns als Naturkatastrophe, aber nicht als Zusammenbruch der sozialen Ordnung vorstellen.
Es sind aber die sozialen Effekte, die aus steigenden Meeresspiegeln, der Verschiebung der Regenzonen, rasant fortschreitender Wüstenbildung und einer Mehrung extremer Wetterereignisse erst Katastrophen werden lassen, die wir weder kontrollieren noch verhindern können.
Nicht das Austrocknen des Aral- oder des Tschadsees, sondern die damit verbundenen sozialen Folgen machen die Katastrophe aus. Denn die Veränderung der regionalen Ökosysteme wird Migrationswellen und Gewaltexzesse auslösen, deren Folgen globale Ausmaße haben. Wassermangel und Wüstenbildung werden zu einem Kampf um das schrumpfende nutzbare Land führen, der immer wieder von Massakern begleitet sein wird.
Tötung eines Konkurrenten wird als Entlastung begriffen
Die sich im Gefolge solcher Entwicklungen ausbreitende Gewalt, so Welzers zweite These, wird von denen, die sie anwenden, als Problemlösung begriffen: Wenn die zum Überleben erforderlichen Ressourcen knapp werden, wird die Tötung konkurrierender Verbraucher die Überlebenschancen der Verbliebenen erhöhen.
Bei versiegendem Wasser wird man den davon Bedrohten kaum plausibel machen können, Kooperation sei besser als antagonistisch ausgetragene Konkurrenz. In dem dann stattfindenden Überlebenskampf wird die Tötung eines Konkurrenten als Entlastung begriffen werden, und selbst einem Thomas Hobbes dürfte es in einer solchen Situation schwerfallen, den dann nach einem Massaker Übriggebliebenen die Vorteile von Kooperation deutlich zu machen.
Kooperationsvorteile kommen schließlich nur dann zum Tragen, wenn sich durch sie die Ressourcenausstattung verbessern oder die vorhandenen Ressourcen besser nutzen lassen. Der Klimawandel und seine regional verheerenden Folgen sind aber durch die Kooperation einiger nicht zu beeinflussen.
Das hat, so Welzer, vor allem mit zwei Faktoren zu tun: Der Wandel des Klimas erfolgt träge. Jetzt unternommene oder unterlassene Maßnahmen zeitigen erst in Jahrzehnten Wirkung. Sie spielen im eskalierenden Überlebenskampf somit keine Rolle, weswegen von ihnen auch keine Kooperationsgewinne zu erwarten sind. Und außerdem ist der Klimawandel gegenüber Verursachern und bloß Betroffenen blind.
Die Starken wird der Klimawandel nur leicht berühren
Es ist insofern ganz unwahrscheinlich, dass ein regional begrenztes Zusammenwirken die Lage für die Betroffenen innerhalb eines überschaubaren Zeitraums zu verbessern vermag. Also ist Gewalt die naheliegende Problemlösung.
Die klimatischen Veränderungen, die bereits eingetreten sind, vor allem aber die bereits abzusehenden werden nach Welzers Auffassung zu sozialen Verwerfungen führen, in deren Gefolge das Gewaltniveau dramatisch ansteigen wird. Die Gewalt wird freilich keineswegs auf die unmittelbar betroffenen Gebiete begrenzt bleiben, sondern in Form von Migrationswellen auch jene Regionen erfassen, die unter den direkten Einwirkungen der Klimaveränderungen weniger gelitten oder davon profitiert haben.
Damit sind die USA und Europa gemeint. Zum einen werden die klimatischen Veränderungen hier weniger katastrophal sein, zum anderen verfügen diese Räume über politische Institutionen, die präventive Maßnahmen treffen und die sozialen Folgen in Grenzen halten können.
Dagegen wird der Klimawandel vor allem Afrika, Teile Asiens und wohl auch größere Gebiete Lateinamerikas mit voller Wucht treffen. Wo die Probleme ohnehin groß und kaum Instrumentarien zu ihrer Bearbeitung vorhanden sind, wird er zu einer Kumulation der Risiken führen, die dann die soziale Katastrophe auslösen. Der Zusammenbruch der politischen und sozialen Ordnung hat die Entstehung gewaltoffener Räume zur Folge, in denen der Krieg endemisch wird. Welzer nennt das Dauerkrieg.
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Lieber mesmuc, ich habe ein wenig gebraucht, um zu erkennen, dass Dein Beitrag zur Bewaffnung eigentlich ironisch gemeint ist.
Ernster meine ich diesen:
Wir, als Bewohner der ersten Welt sollten sollten nicht den lächerlichen Versuch tätigen, eine Abwehr von Terroranschlägen aufzubauen, zumal "Waffen im Schrank" selbst bei gehäuften Vorfällen noch eher dazu dienen könnten, sich des Ehepartners zu entledigen, wie es übrigens in der Schweiz häufiger geschieht. Blinder Aktionismus ist - ebenso wie eine ignorante Haltung - Fatalismus.
Stattdessen sollten wir in der Weise an uns arbeiten, dass wir uns auf härtere Zeiten einstellen, Komfort und Konsum einschränken und ein Bewusstsein für die Auswirkungen unseres Handelns entwickeln.
Ein Verzicht auf - zu Hungerlöhnen hergestellte - Billigprodukte aus Entwicklungsländern etwa würde uns nicht nur ansatzweise einen Eindruck vermitteln, was Produkte eigentlich kosten müssten, sondern auch einen der Konfliktfaktoren auf die heutigen Krisengebiete (die Superkrisengebiete von morgen) wegnehmen, nämlich die Tatsache, dass wir auf Kosten der dortigen Bevölkerung in relativem Luxus leben.
Dies wäre ein erster Schritt um nur grundsätzlich zu ermöglichen, dass diese Länder "auf die Beine" kämen. In Sachen Klimaschäden richten Entwicklungsländer zwar weniger Schaden an, als Schwellenländer, zu denen sie werden könnten, nehmen aber umso mehr Schaden, was nicht nur aus einer christlichen Perspektive unertragbar ist. Vielmehr werden letztlich zweifellos auftretende riesige Flüchtlingsgruppen erst dann nachlassen, wenn sich die Lebensstandards annähern. Das kann von beiden Seiten geschehen. Die oben genannte Notwendigkeit ist nur eine von vielen:
Schuldenerlass, Freigabe von Technologien, Aufklärung, ....
Ja, die Vergangenheit ist Vergangenheit, aber die Zukunft liegt in unserer Hand. Besonders in unserer, weil wir (noch) nicht um das Überleben kämpfen müssen und somit das Potential besitzen. Damit haben wir auch die Verantwortung, unser Bestes zu geben, um denen zu helfen, die die Leidtragenden der Vorgänge sind, welche uns in der Vergangener dorthin gebracht haben, wo wir uns jetzt befinden. letztlich wird das sowieso unseren Nachkommen zu Gute kommen, wenn man Welzer nur ansatzweise Ernst nimmt.
sondern Kampf der Heuschreckenplage. Diese Raffkes müssen gnadenlos bekämpft werden, weil sie genauso handeln und nicht merken oder merken wollen, wohin diese Raffgier führt.
Es leben inzwischen über 7 Mrd. Menschen auf der Welt. Biologisch gesehen ist der Mensch ein Großsäugetier. Ich habe bisher noch nie etwas davon gehört, dass in der Vergangenheit so viele Großsäuger gleichzeitig auf der Erde gelebt haben. Nur die organisierte Nahrungsherstellung konnte dies bewirken. Dass intensivste Nutzung von Bodenflächen aber auch Zerstörung und Ausbeutung der Böden bedeutet, war schon den Germanen bekannt: Vierfelderwirtschaft!
Dass die Meere so langsam leer gefischt sind, pfeifen die Spatzen inzwischen von den Dächern. In den philippinischen Gewässern fangen die Fischer schon lange Jungfisch und berauben sich damit des Nachwuchses für das nächste Jahr, die nächsten Jahre. Der industrielle Fischfang ist den Beständen der Meere ebenso wenig zuträglich. Doch was hilft das ganze Klagen und Klugsch ? Die Leute haben Hunger, sie wollen essen und wenn es die Fische vom nächsten Jahr sind.
Einseitige Schuldzuweisungen in Anbetracht der Probleme, die über den Horizont steigen und nun deutlich sichtbar werden, sind nicht hilfreich und ändern nichts. Die koloniale Vergangenheit ist Vergangenheit.
Die medizinische Versorgung der Bevölkerung in den Entwicklungsländern hat sicher ihren Teil zum Bevölkerungszuwachs beigetragen. Aber beklagen sich nicht alle, wenn Kinder an Malaria oder anderen Seuchen sterben? Ich will hier nicht einem Darwinismus das Wort reden, aber die unterschiedlichen Bemühungen in unserer christlichen Wertvorstellung des Helfens hat auch zu diesen Problemen beigetragen.
Sehen die Menschen nicht auch, wie gut wir leben und beanspruchen das Gleiche für sich, empfinden die Unterschiede als ungerecht? Natürlich! Und wenn sie sich bemühen, die Unterschiede durch ein enormes Wirtschaftswachstum (siehe China) auszugleichen erkennen wir, dass die damit verbundenen Probleme (Umweltzerstörung, Sklavenarbeit, Rechtlosigkeit etc.) nur andere ablösen.
Es gibt keine wirkliche Lösung für das Drama, dessen erster Akt gerade erst begonnen hat. Die Natur, Gaia selbst wird das Problem lösen oder sich seiner entledigen auch wenn es noch etwas dauert. Die Weichen sind schon länger gestellt, jetzt rattert der Zug darüber . meint
Kuni
Angesichts solcher Szenarien sollte man daran gehen, die Bundeswehr wieder zu staerken als dauernd abzubauen. Oder man fuehrt ein Modell wie in der Schweiz ein, wo die Waffe zusammen mit 1000 Schuss Munition im Schrank greifbar liegt. Wir muessen davon ausgehen, uns wieder verteidigen zu muessen.
Und noch was pauschal über Afrika bzw. Drittweltstaaten zu sprechen halte ich ebenfalls für falsch.
Tatsache ist, das die Probleme dort sehr vielfältig sind und nicht auf eine einzige Ursache zurückführen lassen.
Die einheimische Landwirtschaft wurde in einigen Ländern erst durch die billigen Lebensmittelimporte aus der 1. Welt zu Grunde gerichtet, der Küsten in einigen Regionen Afrikas sind von der 1. Welt leer gefischt, etc.
Zum Thema Überbevölkerung: Prozentual zur gesamten Weltbevölkerung gleicht sich der Anteil der Menschen in der 3. Welt an die Quote an, die sie vor der industriellen Revolution auch hatten. Das heißt wenn man es genau nimmt ist vor allem Europa überbevölkert betrachtet man die Einwohner pro Quadratkilometer.
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