Es gibt verschiedene Schätzungen für den Investitionsumfang, der von diesen Ländern benötigt wird. Eine vorsichtige Schätzung - die eine realistische Chance hat, allgemein akzeptiert zu werden, gerade weil sie vorsichtig ist - fordert einen Betrag von 50 Milliarden US-Dollar pro Jahr, und zwar von 2015 an. Dieser Betrag muss sich 2020 auf 100 Milliarden Dollar pro Jahr erhöhen. Für den Zeitraum davor, von 2010 bis 2015, wird ein Plan für eine Übergangsfinanzierung gebraucht.

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Einige behaupten, die Industrieländer könnten derartige Beträge nicht aufbringen, insbesondere angesichts ihrer gegenwärtigen wirtschaftlichen Herausforderungen. Doch hat bislang niemand behauptet, die Schäden, die für die armen Länder und Regionen entstehen, seien geringer als die Entschädigung, die zur Deckung der daraus resultierenden Kosten angeboten wird. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Die verursachten Schäden sind um ein Vielfaches höher als die geforderte Entschädigung.

Trotzdem wird argumentiert, dass die Industrieländer es sich derzeit nicht leisten können, so viel Geld bereitzustellen, wie hoch die realen Kosten des Schadens auch sein mögen. Doch wissen wir alle, dass diese Länder und ihre jeweiligen Nationalbanken innerhalb weniger Monate Billionen von Dollar ausgeben konnten, um ihre Banker zu retten, die in guten Zeiten übermäßige Gewinne verdienten. Als die guten Zeiten zu Ende gingen, waren die Steuerzahler und Regierungen bereit, sie zu retten - und sicherzustellen, dass sie weiterhin ihre außergewöhnlich hohen Boni bekamen.

Wenn die Industrieländer in der Lage sind, mehrere Billionen Dollar zu bezahlen, um das Schlamassel ihrer Banker zu bereinigen, wie ist es dann möglich, dass sie es sich nicht leisten können, einige Milliarden zu zahlen, um ein Schlamassel zu bereinigen, das sie verursacht haben und welches das Überleben ganzer Kontinente bedroht?

Es geht hier eindeutig nicht darum, ob Mittel vorhanden sind. Es geht um unangemessene Prioritäten und darum, wofür Mittel verwendet werden. Es geht um moralische Werte, die es einerseits angemessen erscheinen lassen, Banker zu retten - Menschen, die von allen (außer von sich selbst) erwarten, für das von ihnen verursachte Schlamassel aufzukommen. Und andererseits sind es moralische Werte, die es unangemessen erscheinen lassen, die ärmsten Menschen der Welt zu entschädigen, deren Überleben gerade auf Grund des Schlamassels gefährdet ist, das die Industrieländer verursacht haben.

Ich kann nicht glauben, dass die Menschen in den Industrieländern, wenn sie über diese Themen informiert werden, die Rettung der Banker unterstützen und sich einer teilweisen Entschädigung der armen Länder und Regionen entgegenstellen würden. Ich kann nicht glauben, dass sie eine derartige Ungerechtigkeit geschehen lassen würden. Wenn sie ihrer Empörung über diese Ungerechtigkeit keinen Ausdruck verleihen, kann das nur daran liegen, dass sie unzureichend informiert sind.

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  1. Nicht unsere Schuld, doch unser Schaden
  2. Sie lesen jetzt Wer Banker rettet, muss auch den Ärmsten helfen
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