Angesichts eines drohenden Scheiterns der Konferenz richteten mehrere Teilnehmer noch einmal dramatische Appelle zur Rettung der Erde an die internationale Gemeinschaft. Es gelte die Chance zu nutzen, "den Lauf der Geschichte zu ändern", sagte UN-Generalsekretär Ban. Die Aufgabe sei es hier und jetzt, im gemeinsamen Interesse eine Vereinbarung zu erreichen. "Unsere Zukunft beginnt hier in Kopenhagen. Wir können nicht ein weiteres Jahr überlegen. Die Natur verhandelt nicht", bekräftigte Ban.

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Positiver formulierte UN-Klimachef Yvo de Boer: Es gebe in einer Reihe von Fragen signifikante Fortschritte, aber davon nicht genug. Die Verhandlungen seien in einer sehr wichtigen Phase. "Man kann ein Pferd zum Wasser führen, aber man kann es nicht zum Saufen zwingen", umschrieb er die Probleme der Konferenz mit einem Sprichwort.

Riskante Verhandlungstaktik

Und die dänische Konferenzpräsidentin Connie Hedegaard müsse 192 Pferde zum Wasser führen. Hedegaard selbst verglich die Minister mit Schülern, die bis zum Schluss mit der Abgabe ihrer Arbeit warteten. Hedegaard will mit den Ministern neue Entwürfe für das angestrebte Klimaschutzabkommen ausarbeiten.

"Künftige Generationen werden uns nach unserer Fähigkeit beurteilen, diesen Moment zu nutzen", sagte als Gastgeber der dänische Ministerpräsident Lars Loekke Rasmussen. Der britische Thronfolger Prinz Charles warnte, die globale Ausbeutung der Ressourcen durch den Menschen habe die Erde "an den Abgrund" geführt.

"Es gibt zwei Länder, die für die Hälfte der weltweiten Emissionen stehen", sagte der schwedische Umweltminister Andreas Carlgren im Namen der EU-Ratspräsidentschaft über die USA und China. "Wir erwarten von beiden mehr Anstrengungen bei der Verringerung des Treibhausgasausstoßes." Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) warf den beiden Ländern vor, sie wollten sich "einen maximalen Verhandlungsspielraum für die letzten Stunden der Konferenz erhalten".

US-Chefunterhändler Todd Stern sagte, es werde keine neuen Angebote der USA für niedrigere Emissionen geben. Er verwies dabei auch auf den Widerstand im US-Senat. US-Präsident Barack Obama hatte angekündigt, den Kohlendioxid-Ausstoß seines Landes bis 2020 um 17 Prozent unter den Wert von 2005 zu bringen. Internationaler Maßstab ist allerdings 1990. Die US-Angebote gelten als unzureichend, um eine Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad zu erreichen.

China will zwar Anstrengungen zur Begrenzung seines CO2-Ausstoßes unternehmen, lehnt aber eine internationale Verpflichtung ab. Dies wurde von der chinesischen Delegation bekräftigt.

US-Präsident Barack Obama, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und der britische Premierminister Gordon Brown berieten am Dienstag in einer Videokonferenz über das weitere Vorgehen. Alle vier wollen an der Schlussphase der Klimakonferenz teilnehmen. Sie hätten "ihre Positionen abgestimmt und ihre Mitarbeiter beauftragt, in der weiteren Vorbereitung eng zusammenzuarbeiten", erklärte der deutsche Regierungssprecher Ulrich Wilhelm.

Der Staatengemeinschaft bleiben nur noch drei Jahre , um neue langfristige Zielmarken für den Klimaschutz zu setzen. Denn 2012 läuft der Vertrag von Kyoto aus.

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  1. Bewegung ja - doch in die falsche Richtung
  2. Sie lesen jetzt "Erde am Abgrund"
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(sueddeutsche.de/AP/AFP/dpa/Reuters/gal/holz)