Wetter-Extreme Heiß und nass

Nach der Hitze der Regen - Starkregen in Frankfurt nach der Hitzewelle Anfang Juli

(Foto: dpa)

Es wird weltweit nicht nur heißer, auch Zahl der Regenrekorde wächst. Zwischen Klimawandel und extremen Niederschlägen besteht ein Zusammenhang.

Von Christopher Schrader

Ungefähr jeder zehnte Niederschlagsrekord der vergangenen Jahrzehnte wäre ohne Klimawandel vermutlich nicht eingetreten. Extreme Regenfälle hängen damit von der globalen Erwärmung ab, haben Forscher des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung berechnet.

Das Team um Jascha Lehmann nutzte für diese Aussage eine neue Methode. Es hat zwei Datensätze mit historischen Wetteraufzeichnungen ausgewertet und ausgezählt, wie oft in einzelnen Regionen mehr Regen als jemals zuvor gemessen wurde. Basis waren kleine Rechtecke auf der Landkarte. Für ein hypothetisches, konstantes Klima liefert die Statistik Aussagen, wie viele Rekorde zu erwarten sind: Über einen Zeitraum von zehn Jahren zum Beispiel im Mittel 2,9 und in fünfzig Jahren ungefähr 4,5.

Solche Erwartungswerte verglichen die Forscher dann mit den tatsächlich beobachteten Niederschlagsrekorden. Es zeigte sich erst in den vergangenen 30 Jahren ein Überschuss. Zuletzt stieg er im globalen, langjährigen Mittel auf etwa zwölf Prozent (Climatic Change, online). Die Zunahme ist nach den Gesetzen der Physik zu erwarten, weil warme Luft mehr Feuchtigkeit transportieren kann.

Das Jahr 2010, in dem zum Beispiel Pakistan und Texas Überschwemmungen erlebten, übertraf den Normalwert besonders weit. Der Effekt ließ sich auf der Südhalbkugel durch natürliche Schwankungen erklären, auf der Nordhalbkugel hingegen nicht.

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