Europa will den Kampf gegen die Erderwärmung anführen, doch die Rettung des Globus kann nur mit den USA und China gelingen. Die nächsten Jahre werden ein historisch beispielloses Experiment.
Umweltkommissar Stavros Dimas, ein freundlicher Mann mit Halbglatze, neigt nicht zu Pathos. Alles Missionarische widerspricht seinem Charakter. Doch in seiner nüchternen Art beharrt der Grieche darauf, dass gerade ein Umbruch stattfindet.
Flutwellen, wie hier auf Sylt werden es immer häufiger geben. (© Foto: dpa)
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"Der Klimawandel war für die Europäer lange ein sehr abstraktes Phänomen und deshalb leicht zu verdrängen", sagt er. "Das gehört der Vergangenheit an." Im Winter bleibt der Schnee aus, Stürme toben über das Land: Die Aufheizung des Planeten lässt sich kaum noch als Phänomen abtun, das vor allem Inselgruppen mit schwer aussprechbaren Namen Tausende Kilometer weit weg betrifft.
Auf Dimas Schreibtisch stapeln sich Studien, die beschreiben, was eine ungebremste Erderwärmung in Europa anrichten könnte: Von Danzig bis Santander werden Küsten überschwemmt. Auf ostdeutschen Feldern verdorrt das Getreide. In Italien oder Griechenland raffen Hitzewellen Zehntausende Menschenleben hinweg. Und: Alle diese Auswirkungen sind nur noch wenige Jahrzehnte entfernt.
Angesichts solcher Szenarien erscheinen Maßnahmen gegen den Wetterwandel für die Europäer auf einmal als Selbstschutz. Vorher galten sie eher als Selbstlosigkeit im Dienste anonymer Dritte-Welt-Bewohner und rangierten auf der Prioritätsskala weit unten.
Kommissar Dimas fühlt sich bestätigt: Wenigstens in Umfragen räumen die EU-Bürger dem Kampf gegen die Klimakatastrophe auf einmal hohe Bedeutung ein.
Bis 2020 Kohlendioxid-Emissionen um Fünftel senken
Ein Gefühl der Dringlichkeit hat auch Europas 27 Staats- und Regierungschefs ergriffen. Überraschend schnell einigten sie sich Anfang März auf ein weltweit einmaliges Ziel: Bis zum Jahr 2020 sollen die Kohlendioxid-Emissionen (CO2) um mindestens ein Fünftel sinken.
Wenn andere Erdregionen mitziehen, sogar um 30 Prozent. Was das bedeutet, zeigt eine andere Zahl. Schon um die bescheidenere der beiden Marken zu erreichen, müssen die Europäer etwa die halbe deutsche Wirtschaftsleistung eines Jahres aufwenden. Eine Summe, die dem Kauf von 20 Millionen Luxuslimousinen entspricht.
Mit der Vorgabe wollen die Europäer nicht nur sich selber unter Druck setzen, sondern auch andere. Als Vorreiter soll Europa andere große Klimaschädiger wie die Vereinigten Staaten und China überzeugen, ebenfalls zu handeln. Es gibt keine andere Chance, um den langfristigen Temperaturanstieg auf erträgliche zwei Grad Celsius zu begrenzen: Die EU-Staaten sind nur für ein Achtel der globalen Emissionen verantwortlich.
Doch ist die Strategie, als Vorreiter die Welt zu retten, vielleicht Größenwahn? Eine Milliardenverschwendung? "Bisher spricht wenig dafür, dass sich andere Erdregionen beeindrucken lassen", sagt Enno Harks, der bei der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik Energiefragen erforscht.
Harks sieht ein Patt, das auf Stillstand hindeutet: Der weltgrößte CO2-Emittent USA schließt Verbesserungsmaßnahmen aus, falls China seinerseits eine entsprechende Verpflichtung scheut.
Die kommende wirtschaftliche Großmacht aber fürchtet um ihr Wachstum, das den armen Massen Wohlstand verspricht. Harks warnt trotz der Popularität der klimabewussten Politiker Al Gore und Arnold Schwarzenegger vor Illusionen: "Benzin und Heizöl durch Ökosteuern zu verteuern, wie es nötig wäre, ist in Amerika auch nach George Bush ausgeschlossen".
Optimistische Wissenschaftler
Andere Wissenschaftler sind optimistischer. Europa könne andere Regionen vielleicht nicht durch ökologische Appelle überzeugen, aber durch technologische und wirtschaftliche Argumente, sagt Claudia Kemfert.
Die Umweltökonomin von der Berliner Humboldt-Universität präsentiert eine Rechnung, die Händler an der Wall Street noch mehr begeistern dürfte als grüne Ortsvereine: Die EU-Klimaschutzpolitik könnte die Zahl der Jobs in Europa durch erneuerbare Energien wie Wind und Biomasse in zwanzig Jahren auf 750 000 verfünffachen.
Das wären dann genauso viele wie in der Autoindustrie. Mit solchen Beispielen sind Amerikaner und Chinesen zu gewinnen, glaubt Kemfert. Nach einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey gibt es viel Spielraum für technische Lösungen. Drei Viertel der bis 2030 notwendigen CO2-Reduktionen ließen sich durch Technologien erreichen, die heute schon einsatzbereit sind. Also nur noch eingesetzt werden müssten.
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Mubarak-Prozess in Ägypten
Guten Tag der Herr,
ich hoffe ich störe nicht beim Fahren mit dem SUV oder beim Liegen im Wohnzimmer unter einer Klimaanlage.
Ihre Kommentare zu diesem Thema und zum Thema der RAF zeigen, welch geistes Kind SIe sind und das SIe leider zu den ewig Gestrigen gehören.
Ihnen ist es ja wohl ziemlich egal, ob unsere Kinder und Enkel auf diesem Planeten noch unbeschwert leben können oder nicht.
Immer schön nach dem Motto, Hauptsache ich und der Rest ist mir egal.
Viele Grüße in die USA
wieso kommt eigentlich keiner drauf die Vulkane abzuschalten. Ein Vulkan spukt so viel Schadstoffe in die Luft wie alle Autos und Industrien zusammen in einem Jahr auf der Welt produzieren. Durch das Gerumpel verursachen die auch noch Flutwellen, weit weg vom Tatort. Erdbeben sollte man auch nicht mehr zulassen, da die wiederum die Vulkane aktivieren. Haltet doch die Welt fest!
Und was ist eigentlich mit der bloeden Sonne los? Die ist auch so aktiv wie seit ein paar hundert Jahren nicht mehr. Die sollte man auch ein bisschen weiter wegschieben von der Erde, damit sie diese nicht so aufwaermt und die Gletscher schmelzen laesst. Als Groenland noch Gruenland war und die Vikinger nachweisbar in Neufundland Wein angebaut haben hat sich um die Sonne natuerlich keiner geschert. Da waren ja auch noch keine Autofahrer und Erzeuger von Waren, die man fuer jede Veraenderung verantwortlich machen konnte.
Da konnte sich die Welt und das Sonnensystem noch ungehindert auffuehren wie sie wollten, aus der Eiszeit rausschmelzen und das schone Deutschland schaffen. Mal ein paar hundert Jahre warm sein, dann sich rumdrehen und ein paar hundert Jahre kaelter sein. Heute will man dem mit den Abschaffen der Autos und Industrie entgegenwirken. Vielleicht sollten die Gscheitlmeier ihren Rasierapparat in die Sonne halten statt in die Steckdose.
Die Naturprozesse verlaufen keineswegs linear. Nach einiger Zeit der Energieansammlung verlaufen die Prozesse schlagartig und scheinbar überreaktiv. Ihre Heftigkeit entspricht jedoch dem Niveau des sich zuvor angesammelten Ungleichgewichts. Sämtliche offizielle Wissenschaftsinstitutionen der Menschheit übersahen (oder mussten übersehen) diese Prozessart, welche die Natur jedoch häufig liefert. In den 80er Jahren wäre vielleicht noch Zeit gewesen, den Kurs der Industriepolitik zu ändern. Wegen den Einflüssen der Industrie unterblieb jedoch die Kursänderung. Nahezu 25 Jahre später ist es zu spät. Wenn die Folgen der Klimaänderung so massiv wie heute erlebbar werden, ist es bereits zu spät. All die Maßnahmen, die heute ergriffen werden würden (maximale Reduktion auf Null-Emissionen), gehen im Tohuwabohu der nächsten Jahre unter. Ohnehin würden Null-Emissionen erst in zwanzig Jahren gegriffen haben bzw. zur Wirkung kommen: das bestenfalls mit 1% Wirkungsanteil. Die Menschheit hat über ein Jahrhundert fehlgesteuert. Das unter Kursleitung mächtiger wirtschaftlicher Interessen, sogenannter Global Player. Diese Aussage ist keine Besserwisserei: durch uns war Anfang der 80er Jahre die Katastrophe vorausbeschrieben gewesen (es gab auch genügend andere, die gewarnt hatten!). Inzwischen sind mehr als 25 Jahre verstrichen. Wer so etwas Gewaltiges voraussagt, der hat schon einmal Kompetenz bewiesen, möchte man meinen. Aber in der Gesellschaft zählen ja meist die, die die Sache verpennt haben. richard kendel Natur brauchte lange für ernste Warnungen - ab jetzt ballert sie