Klimabilanz 2011 La Niña verhinderte weiteren Temperaturanstieg

2011 gehörte nicht zu den zehn heißesten Jahren der Temperaturstatistik. Grund zur Entwarnung? Mitnichten. Das Wetterphänomen La Niña verursachte die Abkühlung. Die Erderwärmung aber geht weiter.

Der Klimawandel ist auch im vergangenen Jahr weitergegangen, obwohl es bei weitem keinen neuen Rekord in der globalen Temperaturstatistik gegeben hat. 2011 war das elftwärmste Jahr seit Beginn regelmäßiger Messungen 1850, hat die Meteorologische Weltorganisation (WMO) in Genf am Freitag erklärt. Seine mittlere Temperatur lag bei 14,4 Grad Celsius, 0,4 Grad über dem Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990.

Alle noch wärmeren Jahre waren im Zeitraum 1998 bis 2010 konzentriert; dessen Beginn und Ende führen zusammen mit 2005 in den Auswertungen.

Dass 2011 relativ kühl ausfiel, lag an einem Wetterphänomen im Pazifik, der so genannten La Niña. Sie bedingt kühleres Meerwasser, hatte unter anderem eine Dürre in Ostafrika und Überflutungen in Australien zur Folge - und wirkte in der globalen Temperaturbilanz stark kühlend.

2011 waren ihre Effekte besonders stark ausgeprägt, dennoch zeigte sich das Jahr als das wärmste je registrierte mit La Niña.

Die WMO bildet sich ihr Urteil aus den Auswertungen einiger Institute, die sich auf die globale Temperaturanalyse spezialisiert haben, wobei jede Gruppe die Rohdaten etwas anderes verarbeitet. So führt das Hadley-Center des britischen Wetterdienstes 2011 als zwölftwärmstes Jahr, während die Nasa es auf Platz neun einordnet und die US-Wetterbehörde Noaa Rang elf zuweist.

Insgesamt habe sich der Klimawandel im ersten Jahrzehnt des Jahrtausends beschleunigt, so die WMO. "Er passiert jetzt und ist nicht nur eine ferne zukünftige Bedrohung", sagt der Generalsekretär Michel Jarraud.