Soll Pferden ein Brandeisen aufs Fell gedrückt oder besser ein Chip tief unter die Haut implantiert werden? Beide Kennzeichnungsmethoden sind kein Vergnügen für das Fohlen. Darüber, welche grausamer ist, wird erbittert gestritten.
Die Pferde mit der Elchschaufel sind so etwas wie ein nationaler Mythos. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs haben Trakehner die Karren der ostdeutschen Flüchtlinge durch Eis und Schnee gen Westen gezogen. Daran erinnert noch heute jedes Trakehner Pferd, das das Brandzeichen auf dem linken Hinterschenkel trägt. Wenn in einem Parcours wiederum ein Pferd mit dem umrandeten H auftaucht, dann ist es ein Holsteiner und wahrscheinlich ein talentiertes Springpferd. Und das randlose H mit den Pferdeköpfen, wie sie im Norden auf vielen Bauernhäusern zu finden sind: Es weist auf dressurbegabte Hannoveraner hin.
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Züchter wollen ihre edlen Pferde gerne mit Brandzeichen sehen. (© REUTERS)
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Die zum Teil jahrhundertealten Brandzeichen für Pferde sind auch ein Markenzeichen der Züchter und ihrer Verbände. Wenn es nach vielen Politikern und Tierschützern geht, wird das allerdings nicht so bleiben. Seitdem die Europäische Union zur einwandfreien Identifikation von Pferden den Mikrochip eingeführt hat, ist ein Glaubenskrieg um die beste Markierungsmethode ausgebrochen.
Brandzeichen wie Chip werden gesetzt, wenn das Fohlen noch bei der Mutter ist, also nur wenige Monate alt. Beim Brennen wird ein heißes Eisen eine Sekunde lang aufs Fell gehalten, das Brandmal inklusive einer zweistelligen Nummer bleibt auf der Haut lebenslang sichtbar. Beim Chippen wird ein etwa zwei Zentimeter langer Mikrochip mit einer Kanüle an den oberen Halsrand gesetzt, aber nicht, wie bei Hunden, unter die Haut, sondern tief ins Gewebe. Andernfalls würde er verrutschen, wenn sich das Pferd wälzt oder scheuert.
Beide Kennzeichnungsmethoden sind naturgemäß kein Vergnügen für das Fohlen, sondern Stress. Die Frage ist nun: Welche Methode ist tierfreundlicher? Darüber wird in der Szene erbittert gestritten.
Die Landesregierung Schleswig-Holstein hat beantragt, den sogenannten Brand plus DNA-Typisierung weiterhin alternativ zum Mikrochip zu erlauben. Der Agrarausschuss des Bundesrates hat am vergangenen Donnerstag seine Entscheidung vertagt, um sich mit zwei neuen Gutachten zu befassen, die untersucht haben, inwieweit Brennen und Chippen für das Tier schmerzhaft sind.
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Machtkampf in der Linken
Entweder habe ich es überlesen oder es steht wirklich nicht der Grund für die Kennzeichnung eines Pferdes im Artikel. Es geht hier um den Diebstahlschutz. Ich kenne Pferde die bis zu 4mal gechippt sind. Einen Brand kann man eben nicht entfernen. Chips kann man durchaus auswechseln.
Und nachdem hier jemand sich mit einem Pferd verglichen hat. Also ich würde mir lieber mit Sedierung (die bei Pferden Vorschrift ist) einen Brand setzen lassen als mir einen Chip in einen Muskel zu implantieren.
Leider passt das Bild überhaupt nicht, da, wie Sie selbst schreiben, bei Galopprennpferden seit Jahren Chips Verwendung finden. Ich habe noch nie gehört, dass ein Rennpferd ein Problem mit dem Chip hat oder dass dieser nicht auffindbar wäre. Jedenfalls hier in Pisa stehen 650 bis 700 Galopprennpferde und Geschwüre oder Vereiterungen, die auf den Chip zurückzuführen sind, sind unbekannt. Falls überhaupt, sind die Schmerzen beim Einsetzen des Chips wohl nicht sehr groß, denn die Fohlen fressen und verhalten sich nach dem Einsetzen ganz normal.
Nervensystem wie der Mensch besitzen gehe ich mit Fug und Recht davon aus dass sie Schmerzen ähnlich wie wir empfinden. Und wer schon mal auf eine heiße Herdplatte gelangt hat kennt die Schmerzen bei Verbrennungen. Wenn Experten da Zweifel haben können sie sich ja dieser Prozedur unterziehen, sie können uns Laien dann ja mitteilen, ob es schmerzhaft war. Wenn man bei dem Tier schon sein Warenzeichen anbringen muss sollte man sich Alternativen überlegen, oder die Prozedur wenigstens unter lokaler Betäubung vornehmen.
dass es KEINE Möglichkeit der eindeutigen Kennzeichnung gibt. Wie sieht es mit einer Ohrmarke aus? Ohrringe sind ja auch für Menschen erträglich. Eine DNA-Typisierung ist sicherlich nicht praktikabel (noch nicht).
http://www.vetmeduni.ac.at/de/infoservice/aktuelles/news/detail/artikel/2011/09/27/news-fohlen-brennen/?L=scnqrowwgit&cHash=1525bf14ef54b725685650881ed24f4f
Ich selbst würde ja rein persönlich den Chip bevorzugen. Aber das ist schließlich Ansichtssache.
Paging