Ein Impfstoff schützt offenbar vor einer Ansteckung mit dem HI-Virus. Forscher sprechen von einem "wichtigen Ergebnis" - und rätseln über die Gründe des Erfolgs.

Wissenschaftler haben einen wichtigen Erfolg bei der Suche nach einem Impfstoff gegen die Immunschwächekrankheit Aids gemeldet. Der Impfstoff reduziere das Risiko einer Infektion mit dem HI-Virus um 31,2 Prozent, erklärten die Forscher am Donnerstag vor Journalisten in Bangkok.

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Ein neuer Impfstoff soll das Risiko einer Infektion mit dem HI-Virus um 31.2 Prozent senken. (© Foto: ap)

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Vorausgegangen war der bislang weltgrößte Impftest, an dem mehr als 16.000 Probanden teilgenommen hätten. Zum ersten Mal gebe es klare Anzeichen, dass eine Impfung vor dem Virus tatsächlich schütze, erklärten Forscher aus Thailand und den USA .

Der Massentest fand unter Leitung des thailändischen Gesundheitsministeriums statt, gesponsert wurde er von der US-Armee.

Nach Informationen der New York Times sind die Forscher selbst von dem Erfolg überrascht. Die neue Impfmethode, bei der zwei Impfstoffe, die zuvor keinen Effekt hatten, kombiniert wurden, habe zu wenige Menschen geschützt, um als echter Erfolg zu gelten. Die Schutzwirkung sei aber statistisch signifikant. Ein Drittel der Probanden wurde hier geschützt. Üblicherweise wird die weitere Produktion von Impfstoffen erst bei einer Effektivität von 70 bis 80 Prozent in Erwägung gezogen.

"Ein sehr wichtiges Ergebnis"

"Ich will das Wort Durchbruch nicht benutzen. Ich denke aber, es gibt keinen Zweifel, dass es sich um ein sehr wichtiges Ergebnis handelt", sagte der renommierte Forscher Dr. Anthony S. Fauci über die Ergebnisse. Die Forscher rätseln über die Gründe des Impfschutzes. Für Verwirrung sorgt insbesondere, dass die Menschen, die durch das Präparat nicht geschützt wurden, nicht einmal eine geringere Virenzahl im Blut aufwiesen als diejenigen Teilnehmer, denen nur ein Placebo verabreicht wurde. Die Gründe des Erfolgs liegen also im Dunkeln, zufrieden sind die Wissenschaftler trotzdem.

Seit mehr als 20 Jahren hätte jeder Test Fehlschläge produziert, führte Fauci aus. Das sei nun immerhin anders: "Eine Tür wurde geöffnet. Wir können anfangen, wichtige Fragen zu stellen." Der Impfstoff mit dem Namen RV 144 ist also noch kein Sieg gegen die Immunschwächekrankheit. Aber möglicherweise eine erste echte Hoffnung im Kampf dagegen.

7.500 Menschen infizieren sich täglich

Auch wenn der Erfolg des Impfstoffs zunächst nur marginal sein sollte, könnte er große Auswirkungen haben. Jeden Tag infizieren sich nach Angaben der Vereinten Nationen weltweit 7.500 Menschen mit dem Virus. Im Jahr 2007 starben zwei Millionen Menschen an Aids.

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(AP/AFP/sueddeutsche.de/grc/jug)