4000 Jahre Garzeit Älteste Nudeln in China entdeckt

Die mit 4000 Jahren ältesten Nudeln der Welt haben Forscher am Gelben Fluss entdeckt. Dies sei ein weiterer Hinweis dafür, dass Nudeln weder in Italien noch in Arabien entwickelt wurden, berichtet das chinesisch-britische Forscherteam.

Von Sebastian Herrmann

Nudeln, Pasta zumal, werden nicht einfach gekocht oder gegessen. Das international verehrte Küchen-Kleinod wird traditionell mit allerlei Handlungsanweisungen garniert. Zum Beispiel bei italienischer Pasta: Je 100 Gramm Nudeln braucht es mindestens einen Liter Wasser, dazu zehn Gramm Salz. Und wer dem Wasser das Salz zugibt, bevor es im Topf munter blubbert, disqualifiziert sich auf alle Zeiten als Schwiegersohn oder -tochter einer italienischen Familie.

Der heilige Teller der Pasta-Jünger muss also irgendwo auf der italienischen Halbinsel stehen, weshalb Rom und Umland gerne vehement die Urheberschaft der Teigfäden aus Hartweizengrieß für sich reklamieren.

Diesen Anspruch haben chinesische Archäologen nun empfindlich beschädigt: Wie Tung-Sheng Liu und seine Kollegen von der Akademie der Wissenschaften in Peking im Fachmagazin Nature (Bd. 437, S. 967, 2005) schreiben, wurden bei Ausgrabungen in Lajia am Gelben Fluss im Nordosten Chinas die mit 4000 Jahren bis dato ältesten Nudeln der Welt entdeckt.

Fund lag unter drei Meter dicken Erdschicht

Die Hirse-Nudeln aus der Jungsteinzeit waren in einer alten Schale unter einer drei Meter dicken Erdschicht verborgen. Die Teigfäden seien gelb, über 50 Zentimeter lang gewesen und hätten einen Durchmesser von 3 Millimetern gehabt.

Die Steinzeit-Pasta erinnere an heute noch per Hand gefertigte, traditionelle La-Mian-Nudeln, schreiben die Archäologen. Tung-Sheng Liu und sein Team werteten ihre Entdeckung als Beleg dafür, dass die Wiege der Nudel dereinst in China stand und nicht in Italien oder Arabien.