ISS Weltraum-Blume

Im Weltraum blüht die erste Pflanze. Beinahe hätte das Experiment sogar die Crew der internationalen Raumstation gefährdet.

Von Mathias Tertilt

Seit wenigen Tagen blüht die erste Pflanze im Weltraum. Der US-Astronaut Scott Kelly hat über Twitter Bilder an die Erde geschickt, die die Blüte einer Zinnie (oben) auf der internationalen Raumstation ISS zeigen. Mit den Experimenten will die Nasa herausfinden, ob und wie Pflanzen im All wachsen. Ziel ist es, dass Astronauten ihre Nahrung eines Tages selbst anbauen können - zum Beispiel auf einer Reise zum Mars. Zinnien kann man zwar nicht essen. Doch das Experiment gilt trotzdem als Erfolg. Aus den Blüten vieler Gemüsesorten entwickeln sich nämlich später die essbaren Früchte. Eventuell wollen die Astronauten als nächstes Tomaten anpflanzen. Seit Mai 2014 versucht die Besatzung der ISS, Gemüse anzubauen. Ein eigens dafür entwickeltes System (links) sollte automatisch die Menge an Licht, Wasser und Nährstoffen regeln. Doch Belüftung und Bewässerung der Pflanzen waren nicht richtig eingestellt. Das Wasser staute sich in den Wurzeln. Die Pflanzen wurden schimmelig. In einem geschlossenen System wie der ISS waren die Schimmelpilze ein großes Problem. Astronaut Scott Kelly setzte sich eine Atemmaske auf und entsorgte verfaulte Blätter. Die wurden bei minus acht Grad eingefroren und sollen mit dem nächsten Transport zurück zur Erde. Anschließend desinfizierte Kelly die übrig gebliebenen Zinnien und kümmerte sich anstelle der Automatik selbst um sie.

Alles geregelt: Ein eigens entwickeltes System soll den Pflanzen möglichst gute Wachstumsbedingungen im All bieten.

(Foto: NASA/dpa)