Internationale Raumstation ISS Nach vier Monaten zurück auf der Erde

Drei Mitglieder der ISS-Crew sind nach 125 Tagen im Weltraum wohlbehalten auf die Erde zurückgekehrt. Die zwei Russen und ein Amerikaner zeigten sich nach der Landung in Kasachstan in bester Laune.

Vier Monate waren sie im All - jetzt sind Gennadi Padalka, Sergej Rewin (beide Russland) und der Amerikaner Joseph Acaba wohlbehalten von der Internationalen Raumstation ISS zur Erde zurückgekehrt.

Landung nach Plan: Nach vier Monaten auf der ISS kehrt auch der US-Astronaut Joseph Acaba wieder zurück. Eine Sojus-Kapsel brachte ihn und die beiden russischen Kosmonauten Gennadi Padalka und Sergej Rewin sicher zur Erde.

(Foto: dpa)

Das Raumschiff Sojus TMA-04M mit den drei Raumfahrern an Bord landete planmäßig um 4.52 Uhr und 53 Sekunden deutscher Zeit nordöstlich der kasachischen Stadt Arkalyk, wie das Flugleitzentrum (FLZ) in Koroljow bei Moskau mitteilte.

Die Kapsel hatte um 1.09 Uhr von der Station abgelegt und den Abstieg aus über 420 Kilometern Höhe begonnen.

Nur wenige Sekunden nach dem Aufsetzen auf dem harten Steppenboden waren Hubschrauber mit Bergungsspezialisten an der Ladestelle. Als erster konnte Padalka das Raumschiff verlassen, das wegen des heftigen Windes auf der Seite lag. Lächelnd und winkend nahm er bei etwa 17 Grad Celsius in einem Campingsessel Platz und trank mit sichtbarem Genuss mehrere Schalen heißen Tees. Rewin und Acaba zeigten sich ebenfalls in guter Laune, blinzelten in die Morgensonne und beantworteten wie ihr Kommandant die Fragen von Journalisten.

Bevor die Männer zu einer ersten medizinischen Kontrolle in ein nahes Sanitätszelt gebracht wurden, setzten sie mit weißer Kreide ihren Namen auf die rußgeschwärzte Landekapsel, die einen Ehrenplatz im Ziolkowski-Museum der Stadt Kaluga bei Moskau erhalten soll. Hier hatte der "Vater der russischen Raumfahrt" seine bahnbrechenden Theorien entwickelt.

Nach der traditionellen kasachischen Begrüßungszeremonie auf dem Flughafen von Kustanai, wohin die Raumfahrer per Hubschrauber gebracht wurden, traten Padalka und Rewin die Heimreise ins "Sternenstädtchen" vor den Toren der russischen Hauptstadt an. Acaba machte sich auf den Weg ins Johnson Space Center (JSC) im texanischen Houston.

Nach seiner nunmehr vierten Mission rückt Weltraumveteran Padalka mit 711 Tagen im All auf Platz 4 der Langzeitflugrekordliste vor. Den ersten Platz hält hier unangefochten sein Landsmann Sergej Krikaljow mit 803 Tagen bei sechs Flügen zu den Raumstationen MIR und ISS.

Bis zur Ankunft des nächsten Sojus-Raumschiffes am 17. Oktober setzen der Russe Juri Malentschenko und der Japaner Akihiko Hoshide unter dem Kommando der Amerikanerin Sunita Williams die Arbeit als 33. Stammbesatzung allein in der ISS fort. Die Astronautin hat als zweite Frau überhaupt diese Funktion von Padalka übernommen - nach ihrer Landsmännin Peggy Whitson.

Williams lobte bei der Verabschiedung die humorvolle Art von Padalka und Co. Sie werde sich bemühen, die gute Stimmung an Bord auch auf die nachfolgende Crew zu übertragen, gab sie den Heimkehrern mit auf den Weg.