Von der Pest bis zur Grippe - fast jede Infektionskrankheit stammt von Tieren. Begonnen hat die Geschichte der Seuchen, als der Mensch sesshaft wurde.
Als der Mensch sesshaft wurde, kamen die Seuchen. In den ersten Dörfern lebten die Menschen nicht nur in unmittelbarer Nähe zu ihren Haustieren, sondern auch zu deren Krankheitskeimen.
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Einer der bekanntesten Krankheitsüberträger ist die Wanderratte. (© Foto: dpa)
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Wenn die Bakterien oder Viren nicht vom Vieh selbst kamen, stammten sie von Wildtieren, die oft Futter und Revier mit ihren domestizierten Artgenossen teilten.
"Damit ein Erreger nicht nur einmal überspringt, sondern bleibt, muss eine Gruppe von Wirten eine bestimmte Größe haben", sagt Thorsten Wolff vom Robert-Koch-Institut in Berlin.
Als Menschen begannen in größerer Zahl zusammenzuleben, schafften viele Erreger den Sprung zum neuen Wirt.
Fast alle großen Infektionskrankheiten sind nach der Auffassung des amerikanischen Seuchenforschers Jared Diamond so genannte Zoonosen - Seuchen, die vom Tier auf den Menschen übergesprungen sind.
Im Fall von Masern und Pocken lässt sich der genaue Infektionsweg heute nicht mehr nachvollziehen, der Ursprung anderer Seuchen, etwa von Pest und Aids ist allerdings aufgeklärt.
Neue Tierarten mit fremden Erregern
Die moderne Globalisierung verschafft nicht nur Menschen, sondern auch Keimen die Möglichkeit, in wenigen Stunden um die Welt zu reisen. Der Ausbreitung einer Infektion sind damit praktisch keine Grenzen mehr gesetzt. Weil der Platz auf dem Planeten begrenzt ist, nimmt der Mensch zunehmend die letzten unberührten Lebensräume der Erde in Besitz. Dabei stößt er auch auf neue Tierarten, deren Erreger dem menschlichen Immunsystem völlig fremd sind.
Hat sich erst einmal jemand infiziert, spielt es kaum mehr eine Rolle mehr, wo auf der Welt er sich befindet. Er muss bloß ins Flugzeug steigen, um die Seuche jeder regionalen Kontrolle zu entziehen. "Zoonosen gehen uns heute leider alle etwas an", sagt Mark Woolhouse, Epidemiologe an der University of Edinburgh in Schottland. Dass Infektionsbiologen mitunter ein düsteres Bild der Zukunft zeichnen, ist nicht zuletzt eine Folge des Klimawandels.
"Mit den steigenden Temperaturen werden auch neue Erreger in die gemäßigten Zonen vorrücken", sagt Herbert Schmitz vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut. Ein bis zwei neue Infektionskrankheiten verzeichnet das Robert-Koch-Institut jedes Jahr - die meisten davon sind Zoonosen.
- Vom Ursprung der Seuchen Von der Grippe bis zum Westnilvirus 11.04.2008
- Porträt Wächter über die Seuchen 29.02.2008
- Seuchengefahr Risikoregion Europa 22.02.2008
- Epidemie in Deutschland Der Weg des Erregers 23.11.2005
(SZ vom 12.04.2008/mcs)
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Liebe Josephina Maier,
was sind denn nun die Neuigkeiten in Ihrem Artikel?
Seit die Menschens sesshaft sind, haben sie Seuchen. Woher wissen wir das? Die Therie der minimalen Gruppengröße scheint mir nicht direkt etwas mit der Sesshaftigkeit zu tun zu haben, ziehen doch auch größere Gruppen als Nomaden durch die Gegend.
Die Seuchen stammen von Tieren. Wenn die Menschen sie vorher nicht hatten, woher sollen sie dann auch sonst kommen, als von anderen Tieren. Nicht wirklich eine bahnbrechende Neuigkeit, eher eine Selbstverständlichkeit. Aber woher haben die Tiere sie?
Und dass Viren und Bakterien auch mit dem Flugzeug fliegen können ist auch nicht wirklich eine Neuigkeit. Masern und Pocken wissen wir nicht, Pest und AIDS schon, aber wir sagen es unserem Leser lieber nicht.
Was bleibt übrig? Eine Frage in der Überschrift die nicht beantwortet wird.
Setzen, 6.
...kam er das erste Mal in die Bredouille. Als er dann lernte den Massentourismus - oder vorher auch das Segeln über die Weltenmeere - zu organisieren, ließ er die schwarzen Vögel aus der Büchse der Pandora. Die Pest in Europa, Pocken unter Indianern, Syphilis im Orient, Malaria weltweit als Menetekel unseres Menschseins, unserer Entwicklung?
Man kann darüber nachdenken, demütig und bescheiden werden. Oder auch nicht.
So warten wir in Geduld auf HIV, Dengue, Marburg und weitere Freuden der Schöpfung und hoffen auf die Gnade der Wissenschaft, uns davon zu befreien.
Was wir daraus lernen? Wir sind endliche Geschöpfe.