Infektionskrankheiten Paraguay frei von Malaria

Nach 45 Jahren erklärt die WHO endlich wieder ein amerikanisches Land als befreit von der Seuche. Auf dem amerikanischen Kontinent erhielt zuletzt Kuba den Status. In anderen Regionen breitet sich die Seuche allerdings wieder aus.

Erstmals seit 45 Jahren ist ein Land auf dem amerikanischen Kontinent als frei von Malaria erklärt worden. Die Weltgesundheitsorganisation gab diese Einstufung nun für Paraguay bekannt. "Erfolgsgeschichten wie die Paraguays zeigen, dass es möglich ist", erklärte WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Wenn Malaria in einem Land ausgerottet werden könne, sei das in allen Ländern möglich.

Paraguay ist eines der 21 Länder, für die die WHO 2016 das Ziel gesetzt hatte, die Malaria bis 2020 auszurotten. Als Malaria-frei gilt ein Land, wenn es drei Jahre lang keine neuen Fälle gegeben hat. Bis 2015 ging die Zahl der Malaria-Fälle weltweit nach WHO-Angaben innerhalb von 15 Jahren um 37 Prozent zurück, die Sterblichkeitsrate sank um 60 Prozent.

2016 nahm die Zahl der Erkrankten jedoch wieder zu, wie aus einem Report von November 2017 hervorgeht: In 91 Ländern stieg die Zahl gegenüber dem Vorjahr insgesamt um fünf auf 216 Millionen, die Zahl der Todesfälle blieb mit 445 000 etwa gleich. Vor allem südlich der Sahara, wo 90 Prozent der Fälle vorkämen, gab es laut WHO Rückschritte. Auch in Venezuela gab es einen Anstieg, nachdem der Kampf gegen Malaria dort nachgelassen hatte.