Die Zahl der bisher erfassten Fälle der Viruserkrankungen ist bereits jetzt mehr als doppelt so hoch wie im Winter 2006/2007. Vermutlich sind bereits 26 Menschen aufgrund der Infektion gestorben.
Das Norovirus wütet in diesem Winter in Deutschland wie selten zuvor. Die Zahl der bisher erfassten Fälle lag mit gut 125.000 mehr als doppelt so hoch wie im Winter 2006/2007, wie das Robert-Koch-Institut in seinem jüngsten Wochenbericht meldet.
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Das Norovirus - hier eine Elektronenmikroskopaufnahme - hat in Deutschland in diesem Winter möglicherweise bereits 26 Menschen getötet. (© Foto: AP/EPA)
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Damals lag die Vergleichszahl bei knapp 49.000. Es sei mit einem neuen Rekordstand zu rechnen, schreibt das RKI. Bislang werden in diesem Winter 26 Todesfälle mit dem Virus in Verbindung gebracht.
Die hochansteckenden Erreger grassieren in Deutschland vor allem im Winter zwischen Oktober und März und machen sich mit plötzlichem heftigen Erbrechen und Durchfall bemerkbar. Meist ist die Erkrankung nach zwei, drei Tagen überstanden. Doch auch danach kann der Patient bis zu 14 Tage lang ansteckend sein.
Gefährlich kann das Virus vor allem für ältere Menschen sein. Zwar sterben nur 0,1 Prozent der Erkrankten; 79 Prozent der Verstorbenen sind nach Daten der Saison 2006/2007 jedoch über 80 Jahre.
Die Gründe für die rasante Ausbreitung des Virus sind nach Darstellung des RKI unklar. Es sei nicht auszuschließen, dass mehr Aufmerksamkeit herrsche und verbesserte Nachweismethoden die Fallzahlen hochtreiben. Dennoch spreche vieles dafür, dass "in diesem Jahr tatsächlich eine ungewöhnlich starke Norovirus-Epidemie grassiert", heißt es weiter.
Gefürchtet ist der Erreger vor allem an Orten, an denen sich viele Menschen aufhalten, etwa Alten- und Pflegeheime, Kindergärten, Bürogebäude oder auch auf Kreuzfahrtschiffen. In solchen Einrichtungen sollten beim ersten Hinweis auf einen Ausbruch sofort Gegenmaßnahmen folgen, vor allem die Abschottung der Patienten und penible Hygiene, wie das RKI rät.
(AP/mcs)
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