Zwei Jahre nach der verheerenden Flutwelle in Südostasien ist der Grundstein für das Frühwarnsystem im Indischen Ozean gelegt.
Innerhalb von fünf Minuten lässt sich ein Seebeben im Indischen Ozean vor den Küsten Indonesiens inzwischen orten - dank der dort installierten deutschen Technik.
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Warnschild in Khao Lak, Thailand, wo der Tsunami 2004 gewütet hatte. (© Foto: AP)
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Das erklärte heute in Berlin der Vorsitzende des deutschen Konsortiums für den Aufbau des Tsunami-Frühwarnsystems, Rolf Emmermann.
Vor einem Jahr seien noch 100 Minuten dafür notwendig gewesen. Im November 2008 soll das Frühwarnsystem voll funktionsfähig sein. Die Bundesregierung finanziert die Technik mit 46 Millionen Euro im Rahmen der Wiederaufbauhilfe für Indonesien.
Vor einem besonderen Problem stehen die Fachleute in Südostasien wegen der extrem kurzen Vorwarnzeiten für solche Erdbeben, betonte Emmermann, Vorstands-Chef am Geoforschungszentrum Potsdam. "Ein Tsunami in dieser Region kann in 20 Minuten das Ufer erreichen."
Vor zwei Jahren habe allein das Erkennen des Bebens 15 Minuten gedauert.
Zu dem neuen Frühwarnsystem gehören unter anderem Drucksensoren und Seismometer, die Wellenbewegungen am Ozeanboden messen. Dazu kommen sieben Meter hohe Bojen, die Daten von der Meeresoberfläche an Satelliten funken.
Die Daten fließen an ein Auswertungszentrum in der indonesischen Hauptstadt Jakarta, das bisher als vorläufiges Warnzentrum arbeitet.
In einer Pilotphase sollen unter anderem die Einwohner der Zwei-Millionen-Stadt Padang (Sumatra) eine Art Radioempfänger erhalten, der bei einer Tsunamiwarnung automatisch aufheult und Verhaltenshinweise sendet.
Emmermann räumte ein, dass das deutsche System bis Ende 2008 noch technisch ausreifen muss. So sei beispielsweise noch nicht geklärt, wie die Mess-Stationen am Ozeanboden ihre Daten zuverlässig übermitteln sollen.
Am 26. Dezember 2004 hatte ein sehr starkes Erdbeben unter dem Meeresboden mehr als 230.000 Menschen an den Küsten Südostasiens das Leben gekostet.
Ein Tsunami raste mit Geschwindigkeiten von bis zu 800 Stundenkilometern auf die Ufer zu. Die Welle war an einigen Küsten mehr als 30 Meter hoch.
(dpa)
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