Hunde-Verhalten Das rechte Wedeln

Wenn Hasso mit dem Schanz wedelt, dann freut er sich. Oder doch nicht? Forscher haben herausgefunden, was Hunde uns mit ihrem Schwanz sagen wollen.

Von Markus C. Schulte von Drach

Es mag ja sein, dass Hunde, die bellen, nicht beißen. Aber um sicher zu gehen, dass uns ein solcher Vierbeiner wohlgesonnen ist oder nicht, müssen wir auf seinen Schwanz achten.

Hund Schwanzwedeln

Ausschlag nach rechts beim Anblick des Besitzer, Ausschlag nach links beim Anblick eines fremden Hundes.

(Foto: Foto: Universität Triest)

Aber Vorsicht: Schwanzwedeln erscheint uns grundsätzlich als positiv. Doch so einfach ist es nicht. Es kommt auch auf die Richtung an, in die der Ausschlag des verlängerten Hinterteils tendiert. Und auch die Stärke dieser Tendenz sagt etwas aus.

Das berichten Wissenschaftler der Universität Triest im Fachjournal Current Biology (Bd. 17, S. 199, 2007).

Krümmt ein Hund den Schwanz zum Beispiel stark zur rechten Körperseite, so ist er dem Menschen wohl gesonnen. So reagieren die Tiere zum Beispiel auf ihren Besitzer.

Einen schwächeren Ausschlag nach rechts zeigen die Tiere dagegen beim Anblick eines unbekannten Menschen. Demnach, so könnte man interpretieren, ist dieses Wedeln ein Ausdruck von vorsichtiger Akzeptanz, jedoch nicht unbedingt von Freude.

Und treffen sie auf eine Katze, wird das "Rechts-Wedeln" fast völlig eingestellt.

Nach links tendiert der Schwanz dagegen, wenn Hunde auf Artgenossen stoßen.

Um zu erkennen, wie die Stimmung des Tieres ist, genügt es jedoch nicht, nur mit den bloßen Augen genau hinzuschauen. Die Wissenschaftler um Giorgio Vallortigara nahmen die Hunde mit Spezialkameras von oben auf und überprüften dann alle zehn Sekunden den Winkel zwischen dem Schwanz und der Mittellinie des Tieres.

"Diese Ergebnisse", so schließen die Forscher, "sind weitere Hinweise auf eine Lateralisation (Aufteilung von Arbeitsprozessen auf die beiden Hirnhälften) des Gehirns bei Tieren."

Die beobachteten Asymmetrien könnten ihrer Einschätzung zufolge in Zukunft vielleicht genutzt werden, um die positive oder negative Reaktion von Tieren auf bestimmte Reize zu bewerten.

Auf der Straße haben wir natürlich selten Gelegenheit, das Wedeln so genau zu analysieren. Hier gilt es weiterhin, bei der Begegnung mit großen Hunden prinzipiell fluchtbereit zu bleiben. Und: Zeigt der Hund die Zähne und legt die Ohren an, ist es höchste Zeit, auf Distanz zu gehen. Egal, was der Schwanz macht.