Hubble wird bis mindestens 2013 weiterarbeiten. Eine Shuttle-Mission soll den Einsatz des alternden Weltraumteleskops verlängern - und damit weitere revolutionäre Einblicke ins Universum ermöglichen.
Seit 1990 umkreist das Weltraumteleskop Hubble in 550 Kilometern Höhe die Erde und hat bereits Tausende von aufschlussreichen und interessanten Bilder von Objekten in den Tiefen des Weltraums aufgenommen.
Das Hubble-Teleskop von der Discovery aus gesehen. (© Foto: Nasa)
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Doch obwohl der Einsatz des Sternen-Fernrohrs ursprünglich bis 2010 dauern sollte, stand der weitere Betrieb bis heute auf der Kippe.
Denn: Das Teleskop, ein Gemeinschaftsprojekt der US-Raumfahrtbehörde Nasa und der Europäischen Raumfahrtagentur ESA, braucht neue Batterien, mit denen es dieses Jahr - zusammen mit einigen neuen Instrumenten - ausgestattet werden sollte.
Doch die Service-Missionen für Hubble wurden nach dem Absturz der Raumfähre Columbia 2003 abgesagt. Und im Haushaltsentwurf der Nasa für 2006 war ein Hubble-Besuch - bemannt oder unbemannt - gar nicht mehr vorgesehen. Sobald das Teleskop seinen Dienst versagen würde, sollte es mit Hilfe eines Roboters kontrolliert zum Absturz gebracht werden.
Nachdem jedoch Michael Griffin neuer Nasa-Chef geworden war, gab es wieder Hoffnung für Hubble. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger wollte Griffin einen Space Shuttle Einsatz nicht ausschließen - und nach den erfolgreichen Flügen der Discovery und der Atlantis dieses Jahr wurde ein positives Urteil noch wahrscheinlicher.
Problematisch ist, dass ein Space Shuttle nach einem Besuch bei dem Teleskop nicht auch noch bei der Internationalen Raumstation ISS vorbeifliegen kann. Die Nasa folgt jedoch inzwischen dem Konzept des "Safe Haven", demzufolge jede Raumfährenbesatzung bei Problemen die ISS ansteuern können muss, um dort Zuflucht zu suchen.
Nun ist die Entscheidung für das Hubble-Teleskop gefallen: Die US-Raumfahrtbehörde NASA wird das alternde Weltraumteleskop mit einer Shuttle-Mission retten. Eine siebenköpfige Crew unter Kommandant Scott Altman werde zwischen Frühjahr und Herbst 2008 zum fünften und letzten Wartungsflug zu "Hubble" aufbrechen, sagte NASA-Direktor Michael Griffin im Goddard-Flugzentrum bei Washington.
Mit dem von Forschern in aller Welt einstimmig befürworteten Reparatur- und Wartungseinsatz soll "Hubble" mindestens bis zum Jahr 2013 funktionsfähig gehalten werden, so der NASA-Chef weiter. Ohne Generalüberholung hätte die Mission spätestens im Jahr 2009 beendet werden müssen.
Zwar gibt es inzwischen auch sehr gute Teleskope auf der Erdoberfläche - sogar eines, das bereits jetzt trotz der Atmosphäre, die den uneingeschränkten Blick auf Objekte im Weltall verhindert, vergleichbare oder bessere Aufnahmen liefert als das "Kronjuwel der Astronomie".
So hat das "Very Large Telescope" (VLT) der Europäischen Südsternwarte in Chile mit Hilfe optischer Tricks - der sogenannten adaptiven Optik - bereits Infrarotaufnahmen geliefert, die besser waren, als vergleichbare Hubble-Bilder. Noch besser sollen ab 2007 die Aufnahmen des "Large Binocular Telescope" (LBT) auf dem Mount Graham in Arizona werden.
Doch derzeit ist das Hubble-Teleskop noch immer gut für Aufsehen erregende Aufnahmen wie zum Beispiel von dem Stern V838 Monocerotis, der sich 20.000 Lichtjahre entfernt von der Erde am Rande unserer Galaxie befindet. 2002 konnte mit Hilfe des Fernrohrs die Eruption des Sterns beobachtet werden. 600.000 Mal stärker als unsere Sonne leuchtete der Himmelskörper schließlich.
In den folgenden Jahren beobachteten die Astronomen, wie Licht des Sterns sich weiter ausbreitete und von einer Wolke von interstellarem Staub reflektiert wurde. Da die Eruption bereits vor langer Zeit stattgefunden hat, bezeichnen die Wissenschaftler das Phänomen als "Licht-Echo". Die Wirbel, die man auf den Aufnahmen erkennt, werden vermutlich von Magnetfeldern hervorgerufen.
(sueddeutsche.de/afp/dpa)
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