Darf die Krankenkasse für Homöopathie zahlen, wenn ihr Nutzen nicht erwiesen ist? Diese Debatte lenkt von den eigentlichen Problemen ab.
Der Mensch hat einen natürlichen Drang, zwischen zwei getrennten Ereignissen einen kausalen Zusammenhang herzustellen. Gibt man ihm eine Tablette, und er fühlt sich hinterher besser, so wird er annehmen, dass die Tablette der Grund für die Besserung war. Beim nächsten Mal wird die Tablette sogar noch besser wirken, weil er diesen Effekt schon erwartet, was wiederum die Genesung fördert.
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Globuli enthalten eigentlich keinen Wirkstoff und ein Nutzen ist wissenschaftlich nicht belegt. Trotzdem sind viele Menschen überzeugt davon, dass die homöopathischen Mittelchen helfen. Sie sollten aber nicht erwarten, dass jemand anderes für die Behandlung bezahlt als sie selbst. (© dpa)
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Ähnliche Kräfte sind wohl auch bei der Homöopathie am Wirken: Viele Menschen schätzen sie und spüren auch tatsächlich eine Wirkung. Wen stört es da, dass einige der Tropfen und runden Kügelchen gar keine messbare Menge eines Wirkstoffs enthalten? Jeder muss selbst wissen, was ihm hilft, wenn er sich elend fühlt. Nur darf er nicht erwarten, dass jemand anderes dafür bezahlt.
Krankenkassen sollen für Medikamente aufkommen, deren Nutzen wissenschaftlich erwiesen ist. Dieses Prinzip hat Gesundheitsminister Philipp Rösler mit der aktuellen Reform noch einmal bestärkt. Nur so lassen sich die ständig ausufernden Kosten für Arzneimittel im Griff halten. Die Kassen verweigern darum zu Recht in den meisten Fällen die Übernahme der Kosten für die homöopathischen Mittel mit ihren bis zur Unkenntlichkeit verdünnten Substanzen.
Allerdings nützen einige Kassen die Homöopathie als Werbe-Gag. Sie bieten gegen Extrazahlung spezielle Wahltarife an, in denen auch das von vielen Patienten zu Recht geschätzte, ausführliche Gespräch mit dem Homöopathen erstattet wird. Die Homöopathie ist dann ein Markenzeichen der Kasse, so wie eine andere etwa die Akupunktur bezahlt. Das ist in Ordnung, denn es ist Teil des erwünschten Wettbewerbs zwischen den Kassen, und es bietet den Kunden Wahlfreiheit.
Der Vorschlag des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach, homöopathische Mittel gar nicht mehr zu erstatten, ist schon deshalb Unfug, weil die Krankenkassen damit kaum entlastet würden. Die Deutschen geben viel Geld für Arzneimittel aus, doch der Anteil, den die Kassen für Homöopathie aufwenden, beträgt wenige Promille dieser Kosten. Lauterbach spricht also über Schnupfen, obwohl das Gesundheitssystem an einer bedrohlichen Krankheit leidet. Er führt eine Scheindebatte.
Das ist schlimm. Denn im Gegensatz zu der Homöopathie, die vielleicht nicht wirkt, aber zumindest auch keine Nebenwirkungen hat, kann Lauterbachs Diskussion tatsächlich schaden. Denn die Frage, ob die Deutschen zu viele Globuli essen, lenkt von den wirklich wichtigen Themen ab: von den echten Kostentreibern unter den Arzneimitteln etwa, den neuen patentgeschützten Medikamenten, die oft wenig neuen Nutzen bringen und die Kassen enorm belasten. Und sie lenkt ab vom wichtigen Kampf des Gesundheitsministers, der sich mit der Pharmabranche anlegt, um ihr Preisdiktat zu brechen. Sollte Röslers Reform hier Erfolg zeigen, kann sich Deutschland getrost noch einige Globuli leisten.
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(SZ vom 14.07.2010/mcs)
Mubarak-Prozess in Ägypten
Konsumiert ein Patient versehentlich eine der Substanzen, die homöopathische Mittel neutralisieren, geht es ihm am nächsten Tag, wenn seine gesundheitlichen Probleme zurückkehren, deutlich schlechter. Erhält er sein Mittel dann zum zweiten Mal, bessert sich sein Gesundheitszustand wieder. Daran kann man erkennen, dass die Wirkung eindeutig auf das homöopathische Mittel zurückzuführen ist und nicht auf etwas anderes.
Ermittelt der Homöopath oder der Patient in Eigenregie nicht das richtige Mittel, tritt auch keinerlei Wirkung ein. Ginge es nach dem Placebo-Effekt, müssten alle Mittel, gleich welche, immer gleich gut wirken. Das wäre ein großes Wunder, denn es würde bedeuten, dass auch Bonbons oder ein Glas Wasser dem Patienten seine Lebenskraft zurückgeben und schwere oder chronische Krankheiten bewältigen könnten.
Wie auch immer es funktioniert, der Erfolg steht und fällt mit dem richtigen Simile. Ich kann mir vorstellen, dass das Mittel mit dem erhöhten Verdünnen und Verschütteln feinstofflicher wird und somit besser auf die Zellen einwirken kann, aber das ist nur meine persönliche Theorie. Etwas muss auf jeden Fall drin bzw. dran sein, denn sonst würde man nicht zuverlässig und rasch bei Patienten diese deutlich positiven Ergebnisse erzielen.
Die EMDR Traumatherapie und die Eigenblut-Therapie sind ebenfalls (noch) nicht wissenschaftlich erklärbar, werden aber keiner Kampagne unterzogen. Die "Wissenschaft" würde vorliegende Fakten niemals negieren, eine Lobby schon. Letztere biegt sich das gewünschte Ergebnis zurecht, selbst wenn es dahingehend Überzeugungsarbeit bedarf, dass alle Patienten, die weltweit durch die klassische Homöopathie gesund geworden sind, sich nur "etwas einbilden".
Wichtig ist nur, dass der Homöopath sorgfältig repertorisiert und in der Regel zu einem Mittel kommt und der Patient Koffein (Kaffee, Schwarztee), Heilkräuter und Minze/Menthol (Zahnpasta ohne Menthol verwenden) vermeidet, da diese Substanzen die Mittel neutralisieren. Mittel sollen normalerweise drei Monate lang auswirken.
Der Junge oben in dem Bild hat übrigens entschieden zu viele Globuli im Mund. Es sollten nur 3-5 sein.
(Mir war nicht klar, dass mein Beitrag eine Wortgrenze überschritten hat. Ich bitte, das Versehen zu entschuldigen.)
Ein Placebo ist definiert als etwas, was der Patient einnimmt in dem Glauben, es handle sich um ein wirksames Medikament durch das er subjektiv eine Besserung seines Gesundheitsszustandes erfährt. Nun werden unsere Organe aber durch das vegetative Nervensystem gesteuert und nicht durch unseren "Glauben". Wenn wir verletzt oder krank sind, setzt der Körper zur Heilung der Krankheit/Verletzung bzw. zur Bekämpfung eines Virus Prozesse in Gang, auf die wir keinen willentlichen Einfluss haben und derer wir uns auch nicht gewahr sind.
Bei einem Patienten ist das Immunsystem stark, beim anderen schwach, so dass ein direktes, verlässliches, "wissenschaftliches" Maß fehlt. Welcher Prozentsatz des Heilungsvorgangs soll denn nun genau dem Placebo-Effekt geschuldet sein, und welcher den Selbstheilungskräften des Körpers? Und wie stark muss der Patient "glauben", um irgendeine Wirkung zu erzielen?
Der einzige Einfluss, den wir auf uns haben, ist der, dass wir zur Ruhe kommen können, z.B. Kinder durch ein "Schlafmittel" oder durch Trost, Meditation oder autogenes Training. Der Einfluss des autogenen Trainings hält nur kurz an und auch nur so lange wie wir üben.
In der klassischen Homöopathie erfahren Patienten zunächst eine physische Verschlechterung ihrer Symptome. Darauf wird sogar im Beipackzettel hingewiesen. Das heißt, man hat bei einer großen Zahl von Patienten weltweit eine Wirkung, die angeblich in den Studien nicht festgestellt wurde. Die Erstverschlechterung kann durchaus heftig ausfallen und setzt einige Stunden nach Einnahme des Mittels ein, und zwar gleichgültig, ob tagsüber oder nachts. Der Patient kann nicht vorher wissen, wie das Mittel bei ihm wirkt, denn jedes Mittel wirkt anders.
Sodann ist nicht zu erklären, wo die ganzen Berichte, historische wie aktuelle, über positive gesundheitliche Entwicklungen der Patienten in der Homöopathie herkommen, welche die Ärzte dokumentiert haben. Patienten geben zum Teil an, eine Odysse von einem Schulmediziner zum anderen absolviert zu haben, bevor sie jemand an einen Homöopathen verwies. Mit dem Placebo-Effekt lässt sich die Genesung auf jeden Fall nicht begründen, denn ein solcher Effekt kommt bei chronischen und schweren Krankheiten gar nicht zum Tragen.
Wichtig ist nur, dass der Homöopath sorgfältig repertorisiert und in der Regel zu einem Mittel kommt und der Patient Koffein (Kaffee, Schwarztee), Heilkräuter und Minze/Menthol (Zahnpasta ohne Menthol verwenden) vermeid
Natürlich wirken homäopatische Mittel. Das wissen Millionen Patienten und Hunderttausende von Ärzten. Dagegen ist die Wirkung der meisten Medikamente der sogenannten Schulmedizin in vielen Fällen nicht zu entdecken, die manchmal gefährlichen Nebenwirkungen jedoch sind häufig deutlich zu spüren.
Andererseits sind die Kosten für die Homäopatischen Mittel kein Problem für die Krankenkassen, denn die meisten werden sowieso ohne Rezept gekauft und diejenigen, welche doch erstattet werden, kosten nach meiner Kenntnis ca. 6 Euro pro Fläschchen. Sie stellen also im Vergleich zu den überteuerten Medikamenten der (ab-) normalen Pharmaindustrie kein Problem dar.
Ich merke schon, dass hier viel Aufregung im Spiel ist. Ich möchte aber doch einmal anmerken, dass ein guter Homöopath kein prinzipieller Gegner der Schulmedizin ist und einen bei schweren Erkrankungen (Krebs war hier von einem Leser erwähnt) natürlich auch zum Arzt schickt.
Die Krankenkassen bezahlen doch nicht freiwillig für unnütze Leistungen. Natürlich haben die schon längst über Statistiken die Erkenntnis gewonnen, dass Patienten, die sich homöopathisch behandeln lassen, weniger kosten.
Schade ist es, wenn die Menschen durch solche Hetzkampagnen gegen die Homöopathie verunsichert werden. Warum sollte man es nicht mit Alternativmethoden versuchen, wenn einem die Schulmedizin nicht helfen kann?
Wir haben jedenfalls sehr positive Erfahrungen gemacht, und auch unsere Chemiker in der Familie, die natürlich mehr als skeptisch waren, mussten irgendwann doch zugeben, dass es wirkt.
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