Roche selbst verfügt nach eigenen Angaben über gewisse Tamiflu-Vorräte, um den Bedarf für die saisonale Grippe zu decken. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) habe, so die Sprecherin, auf den von Roche im Jahr 2005 gestifteten Tamiflu-Notfallvorrat für drei Millionen Behandlungen noch nicht zugegriffen. Zusätzlich stünden der WHO im Bedarfsfall weitere zwei Millionen Packungen mit dem Medikament zur Verfügung. Für eine wirkliche Pandemie dürften die Vorräte aber trotzdem nicht reichen.

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Einige deutsche Unternehmen haben deshalb für ihre Mitarbeiter schon selbst vorgesorgt: So gibt es beim BMW-Konzern einen allgemeinen Notfallplan - und es existieren eigene Tamiflu-Vorräte. "Wir haben an allen relevanten Standorten ausreichende Mengen an Tamiflu zur Verfügung", berichtet BMW-Sprecher Michael Rebstock im Gespräch mit sueddeutsche.de.

Natürlich werde das Mittel nicht prophylaktisch ausgeteilt, könne aber von den Betriebsärzten verschrieben werden. Auch die Reiserichtlinien hat der Konzern verschärft: So dürfen die BMW-Mitarbeiter derzeit keine Reisen nach Mexiko unternehmen. Jeder Angestellte des Konzerns, der aus Mexiko zurückkehrt, muss - vor der Rückkehr an den Arbeitsplatz - drei Tage zu Hause zur Beobachtung verbringen.

Eine spezielle Reiseregelung hat auch der Siemens-Konzern getroffen: So müssen derzeit alle Mitarbeiter Reisen nach Mexiko in der Zentrale prüfen und genehmigen lassen. Wer aus dem Land zurückkehrt, solle sich selbst beobachten und eventuell einen Arzt aufsuchen. Die Situation werde von einem Sicherheitsstab im Haus sehr genau verfolgt, jedoch gebe es keine extra Tamiflu-Bestände in den Siemens-Niederlassungen: "Wir haben keine größeren Medikamenten-Vorräte angelegt", berichtet Georg Haux, einer der Siemens-Sprecher.

Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Berlin empfiehlt seinen Mitgliedern nicht, eigene Tamiflu-Vorräte anzulegen, bei den Reiserichtlinien gilt: "Wir richten uns grundsätzlich nach den Angaben des Auswärtigen Amtes - und empfehlen das auch unseren Mitgliedern", so Ute Brüssel, Sprecherin des Verbandes.

Das Auswärtige Amt rät derzeit von "nicht unbedingt erforderlichen" Reisen nach Mexiko dringend ab. Die Bundesregierung bemüht sich, die Bürger zu beruhigen.

So versichterte am Dienstag Staatssekretär Klaus Theo Schröder vom Bundesgesundheitsministerium, dass Deutschland für den Ernstfall gerüstet sei. In der Bundesregierung seien alle notwendigen Vorkehrungen getroffen worden: "Im Moment sehen wir keine konkrete Bedrohung, kein Szenario, das es notwendig macht, Krisenstäbe auf allen Ebene einzurichten."

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(sueddeutsche.de/gdo/beu)