Männer können das Risiko einer HIV-Infektion durch ein einfaches Mittel drastisch senken: eine Beschneidung. Ein Millionenprogramm will daher Männern in Südafrika diesen Schritt ermöglichen.
Für die Männer ist es nur ein kleiner Schnitt. Um die Immunschwäche-Krankheit Aids einzudämmen, ist der minimale Eingriff jedoch eine große Hilfe. Die Stiftung von Bill und Melinda Gates hat aus diesem Grund 50 Millionen Dollar für ein Programm zur Verfügung gestellt, das die Beschneidung von Männern im südlichen Afrika vorsieht.
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Aids-Vorbeugung durch Beschneidung: Ein kleiner Schnitt kann helfen, die schwere Erkrankung zu verhindern. (© Foto: Reuters)
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Das Geld von Microsoft-Gründer Gates soll dazu dienen, 650.000 Männern in Swasiland und Sambia die Operation zu ermöglichen. "Das ist genau das, was wir brauchen", sagt Catherine Hankins, wissenschaftliche Leiterin von Unaids, dem Aids-Programm der Vereinten Nationen. "Wir sind dabei, die Logistik dafür zu entwickeln, und unsere Partner vor Ort können jetzt finanziert werden."
Im April hatte eine Meta-Analyse der Cochrane Library zeigen können, dass der von Medizinern als Zirkumzision bezeichnete Eingriff die Verbreitung der HI-Viren effektiv hemmt. Die Übersichtsarbeit fasste Studien mit mehr als 11.000 Männern zusammen.
Die Entfernung der Vorhaut reduzierte das Risiko einer Ansteckung um etwa die Hälfte. Über einen Zeitraum von zwei Jahren war das Infektionsrisiko von beschnittenen und nicht beschnittenen Männern miteinander verglichen worden.
"Der Zusammenhang ist gesichert", sagt der südafrikanische Forscher Nandi Siegfried, der die Untersuchung geleitet hat. "Heterosexuelle Männer sind nach der Beschneidung deutlich weniger gefährdet, sich mit HIV anzustecken."
Offenbar finden die Viren in den Zellen der Vorhaut eine leichte Eintrittspforte in den Körper. An den Langerhans-Zellen befinden sich Rezeptoren, an denen der Erreger andocken kann. Wird die Vorhaut entfernt, sinkt die Ansteckungsgefahr in den einzelnen Untersuchungen zwischen 38 und 66 Prozent.
In vielen afrikanischen Ländern werden Jungen zwar beschnitten. Der Eingriff nach traditionellem Ritus fordert jedoch immer wieder Opfer, da sich die Schnittstelle infizieren und es zu einer womöglich tödlichen Blutvergiftung kommen kann.
In Kenia ist das Beschneidungsprogramm am weitesten fortgeschritten, auch in Botswana und Namibia sind bereits Tausende Männer beschnitten. Catherine Hankins und auch Nandi Siegfried betonen, dass die Beschneidung allein natürlich nicht vor HIV schützt. Auch beschnittene Männer sollten Kondome benutzen und riskanten Sex vermeiden.
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(SZ vom 17.06.2009/gal)
Na ja, ein Vorteil ist, dass Männer nach einer Beschneidung, 6 Monate auf Sex verzichten mussen und sich deshalb in dieser Zeit nicht anstecken können. hihihi :o)))
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Dieser Satz bezieht sich auf einen einzelnen Kontakt mit einer Infizierten nehme ich an und nicht auf das ganze Leben? Dann wird der Effekt mit steigender Anzahl der Kontakte aber immer kleiner. Egal wie gering die Wahrscheinlichkeit der Infektion ist, wenn ein nicht-infizierter Mann sehr häufig Kontakt mit einer Infizierten hat, wid ere sich irgendwann infizieren und bleibt es dann nach derzeitigem Stand der Medizin auch. Natürlich wird er im Mittel später krank und überträgt HIV dann auch später, wichtig ist aber - wie die Vorschreiber geschrieben haben, nicht, um welchen Faktor das Infektionsrisiko sinkt, sondern,d ass es unter einen kritischen Wert sinkt, dessen Größe von der Zahl der Kontakte abhängt. Es ist natürlich möglich, dass dies durch diesen Faktor 2 gerade geschieht, aber es ist nicht sicher.
Auf der MANNdat-Internetseite (http://manndat.de/index.php?id=468) findet sich ein vorzüglicher Beitrag, der die Argumente der Beschneidungsbefürworter ziemlich auseinandernimmt:
- Ist die Menschenrechtsfrage geklärt? Was ist, wenn männliche Säuglinge automatisch beschnitten werden? Sie kann keiner fragen, ob sie damit einverstanden sind
- Die Säuglingsbeschneidung ist in den USA (wo 57 Prozent aller männlichen Babys beschnitten werden) ein florierender Wirtschaftszweig. Spielen wirtschaftliche Interessen also womöglich auch eine Rolle?
- Gerade in den USA müsste die AIDS-Rate demnach folglich sehr niedrig sein. Warum ist sie dann in Wirklichkeit sechsmal so hoch wie in Deutschland?
- Es gibt durchaus Studien, die keinen Zusammenhang zwischen Beschneidung und Rückgang von AIDS-Infektionen belegen
- Beschneidungen sind nicht ungefährlich, speziell bei Säuglingen und Kindern, und oft mit Risiken und Einschränkungen im Erwachsenenleben verbunden
All das macht mich eher skeptisch, so dass ich die in diesem Artikel geäußerte Euphorie nicht teilen kann.
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