US-Forscher haben tote Rattenherzen mit frischen Zellen zum Leben erweckt. In ferner Zukunft könnte die Methode vielleicht auch Herzpatienten helfen.

Werden sich Herzen in Zukunft runderneuern lassen? Im Tierversuch ist US-Wissenschaftlern so etwas jetzt ansatzweise gelungen.

Die Wissenschaftler entfernten die Zellen aus den Rattenherzen und ersetzten sie durch neue. (© Foto: T. Matthiesen)

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Die Forscher haben die Herzen toter Ratten von allen Zellen befreit, so dass nur noch das Grundgerüst aus Herzkammern, Klappen und Gefäßen übrig blieb.

Anschließend besiedelten sie dieses mit frischen Zellen neu und erweckten das Herz tatsächlich wieder zum Leben (Nature Medicine DOI: 10.1038/nm1684)

Möglicherweise könnte die Methode einmal helfen, den Mangel an Spenderorganen zu begegnen, der noch immer vielen Menschen das Leben kostet. Bis zu ihrer Anwendung in der Transplantationsmedizin ist es allerdings noch ein weiter Weg.

Seit langem suchen Wissenschaftler nach Möglichkeiten, kranke Organe durch mechanische Nachbildungen zu ersetzen, bislang allerdings ohne durchschlagenden Erfolg.

Doris Taylor von der University of Minnesota in Minneapolis und ihre Mitarbeiter haben sich nun an der Schaffung eines "biokünstlichen" Herzens versucht, das auf einem natürlichen Gerüst basiert.

Die äußeren Zellen entnommener Rattenherzen entfernten sie zunächst mit Hilfe spezieller chemischer Reinigungsmittel, so dass nur noch ein Gerüst aus Kollagen, Fibronectin und Laminin zurückblieb. Dieses füllten sie mit frischen Herzzellen neugeborener Ratten wieder aus.

Anschließend pumpten die Wissenschaftler rhythmisch eine Flüssigkeit durch das Herz, um das Zusammenziehen und Entspannen eines schlagenden Herzens nachzuahmen. Außerdem stimulierten sie das Herz elektrisch.

"Wir waren sprachlos"

"Wir verwendeten Bausteine der Natur, um ein neues Organ herzustellen", sagte Harald C. Ott vom Massachusetts General Hospital. "Als wir zum ersten mal sahen, wie es sich zusammenzog, waren wir sprachlos." Soweit war es nach vier Tagen. Und am achten Tag erreichte das Herz eine Pumpleistung, die etwa zwei Prozent der eines erwachsenen Herzens betrug.

Wie die Wissenschaftler weiter berichten, hätten sie ihre Technik auch am Herzen eines Schweins getestet. Dieses sei dem des Menschen in Größe und Komplexität ähnlicher als ein Rattenherz. Allerdings waren sie dabei bislang weniger erfolgreich.

"Das ist möglicherweise ein echter Fortschritt", erklärte Sian Harding vom Imperial College London dem britischen Sender BBC.

Prinzipiell sei das Verfahren auch für viele andere Organe geeignet, wie Lunge, Leber oder Niere, berichten Taylor und ihr Team. Es sei denkbar, patienteneigene, kranke Organe auf diese Weise zu erneuern oder aber Organe "von der Stange" für die Transplantationsmedizin herzustellen.

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(dpa/mcs)