Kranke, die zur Linderung von Symptomen Cannabis konsumieren, operieren oft in einer rechtlichen Grauzone. Die US-Regierung beendet nun diese Unsicherheit.
Cannabis kann bei manchen Krankheiten Symptome besser lindern als andere Arzneien. Es hilft gegen Appetitlosigkeit und Abmagerung bei Aids-Kranken, gegen spastische Krämpfe und Multiple Sklerose. Auch Menschen mit chronischen Schmerzen kann der Wirkstoff helfen. Vielversprechend scheint zudem der Einsatz von Hanfwirkstoffen bei chronischen Darmentzündungen zu sein.
Bild vergrößern
Heilsame Pflanze: Bei manchen Krankheiten kann der Cannabis-Wirkstoff Symptome lindern. (© Foto: AP)
Anzeige
Trotzdem ist der Konsum - auch im Einsatz gegen Krankheiten - meist illegal. Die amerikanische Regierung beendet nun die rechtliche Unsicherheit beim Cannabis-Konsum aus medizinischen Gründen. In den US-Bundesstaaten, wo dies erlaubt ist, soll es künftig keine Strafverfolgung nach Bundesrecht mehr geben, wie aus dem Justizministerium in Washington verlautete.
Damit müssen Cannabis-Konsumenten nicht länger mit einer Verhaftung aufgrund von Bundesgesetzen rechnen, solange sie die Voraussetzung für die Zulassung aus gesundheitlichen Gründen erfüllen.
Solche Regelungen gibt es bislang in 14 der 50 US-Staaten, darunter Kalifornien, Oregon oder Washington. Vor allem in Kalifornien bieten inzwischen Firmen Angebote für Marihuana-Konsumenten an, die einen ärztlichen Dispens vorzeigen können.
Die Regierung des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush hatte diese einzelstaatlichen Gesetze nicht anerkannt und die Verhaftung aller Cannabis-Konsumenten nach Bundesrecht verlangt. Jetzt will das Justizministerium an diesem Montag Richtlinien an die Staatsanwälte in den 14 US-Staaten schicken, wie sie sich in solchen Fällen verhalten sollen.
Dazu gehört auch die Aufforderung, in denjenigen Fällen auf eine Strafverfolgung zu verzichten, in denen es eine einzelstaatliche Rechtsgrundlage für das Rauchen von Marihuana gibt. Dies soll ausdrücklich nicht gelten, wenn das Rauschgift an Minderjährige verkauft wird oder wenn es beim Kauf von Marihuana zu Geldwäsche oder zu Verstößen gegen Waffengesetze kommt.
- Cannabis und Krebs Ein Joint ist so schädlich wie 20 Zigaretten 29.01.2008
- Cannabis als Medizin Die Heilkraft des Hanfs 14.10.2008
- Deale-Ring gesprengt 19 Kilo Marihuana beschlagnahmt 13.04.2010
- Drogenkrieg in Mexiko Die verlorene Schlacht 15.02.2010
- VIP-Klick: Kate Moss Kiffende Kate 11.08.2009
- Milliarden-Dollar-Drogenfund Kahlschlag im Marihuana-Feld 24.07.2009
- München Extra Ticker Küche als Marihuanaplantage 07.07.2009
(AP/dpa/gal/jk)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
"Das Foto... sieht aber seltsam aus, ist das auch so von der agentur übernommen lol"
übernommen oder genommen?
;-)
sieht aber seltsam aus, ist das auch so von der agentur übernommen lol
hinzuzufügen wäre noch, dass auch die baumwollplantagenbesitzer keinen Hanf mochten, weil dieser eine ernsthafte Konkurrenz darstellte, und die aufkommende Ölförderindustrie verursachte das Verbot damals auch mit (womit wir wieder bei den Kunststoffen wären). Die Pharmaindustrie ihrerseits profitiert auch durch den massenhaften verkauf der schädlingsbekämpfungsmittel, die für den baumwollanbau in monokulturen nötig sind, dazu noch, ist das nicht unglaublich!
Cannabis ist in den meisten Staaten erst seit Beginn bis Mitte des 20.Jahrhunderts illegal und wird von den Strafverfolgungsbehörden als Rauschgift eingestuft. Zuivor war Cannabis bzw. Hanf ein weit verbreitetes und unverzichtbares Heil- und Genussmittel, wenn auch überwiegend im ländlichen Bereich und in der bäuerlichen Hausapotheke. Früher sprach man in Deutschland allgmein von "Knaster" bzw. dem "Knastern" wenn es um Hanf oder das Rauchen von Hanf bzw. Marihuana ging. Hanf spielt als äußerst vielseitige Kulturpflanze seit tausenden von Jahren eine wichtige Rolle in allen Kulturkreisen. Dies ist vielfach durch archäologische Funde belegt. Selbst der Gletschermann "Ötzi" soll neben anderen psychotropen Wirkstoffen auch Cannabis in seinem Marschgepäck gehabt haben.
Die Verteufelung und Stigmatisierung von Cannabis erfolgte insbesondere in den USA zu Beginn des 20 . Jahhrhunderts zunächst gar nicht einmal aus rein prohibitiven Gründen, sondern vielmehr aus rein geschäftlichen Interessen. Da Hanf zunehmend als vielseitiger, günstiger und rasch nachwachsender Bau-und Werkstoff für die Industrie interessant wurde, intervenierten die Lobbyisten der aufstrebenden Kunstfaser-, Papier- und Pharmaindustrien in Washington, allen voran der Chemieriese DuPont, und betrieben eine vehemente Dämonisierungskampagne. In den Zwanziger und Dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde der Anbau und Genuss von Cannabis daraufhin in immer mehr Staaten verboten und es wurden Gesetze erlassen, die zum Teil bis heute gelten.
Heutzutage hat insbesondere die Pharmaindustrie ein Interesse daran, dass Cannabis weiterhin als illegale Droge eingestuft wird, um weiterhin den Absatz von halbsynthetischem THC zu therapeutischen Zwecken in Form von Dronabinol oder Marinol zu gewährleisten. Insofern ist die neue Rechtslage in den USA bezüglich Cannabis als Therapeutikum ein erster Schritt in die richtige Richtung.
Es ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings wird das ncihts daran ändern, dass jedes Jahr fast eine Million amerikanischer Staatsbürger wegen Cannabisdelikten verurteilt werden.
Es macht doch keinen Sinn, so große Teile der Bevölkerung wegen wissenschaftlich unbegründeten und nicht nachvollzihbaren Gesetzen zu verurteilen.
Stellt Cannabis endlich auf die selbe Stufe wie Alkohol und Nikotin. Nur so ist ein glaubwürdiger Jugendschutz und die Aufklärung über die tatsächliches gesundheitlichen Risiken möglich!
Paging